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Oldtimertreffen in Jever Viel Chrom und altes Blech – von Schwimmkübel bis Leichenwagen

Jörg Stutz
Seit dem 25. Januar 1977 in „erster Hand“ von Fred Backe: der Opel Kadett C.

Seit dem 25. Januar 1977 in „erster Hand“ von Fred Backe: der Opel Kadett C.

Jörg Stutz

Jever - Das war ein Tag nicht nur zum Staunen, sondern auch des Wiedersehens – und das gilt auch für den Autor dieses Berichtes. Beim 8. Oldtimertreffen am Sonntag in Jever entdeckte der Zeitungschronist einen Opel Kadett C, Baujahr 1976.

Zwar war das Auto nicht (wie damals das eigene) in aus heutiger Sicht gewöhnungsbedürftigem Ocker-gelb lackiert, sondern in Baby-Blau. Trotzdem wurden beim Anblick des Fahrzeugs, von dem Opel in den 1970er-Jahren rund 1,6 Millionen Stück produziert hatte, schöne Erinnerungen wach.

Fred Backe aus Wardenburg (Kreis Oldenburg) hatte den Kadett am 25. Januar 1977 zugelassen. „Seitdem ist er also in erster Hand“, so der Senior stolz. Bis 2008 war der Opel noch im Alltagsgebrauch – Backes Ehefrau nutzte das Auto „für die Fahrt zur Arbeit“.

Rund 350 Besitzer von Oldtimern haben sich angemeldet

Rund 350 Besitzer von Autos und Motorrädern, die die Altersgrenze von 25 Jahren überschritten haben, hatten sich zu dem Treffen angemeldet, einige Oldtimer-Fahrer steuerten die Marienstadt aber auch spontan an. Viele Fans alter Autos trotzten dem anfänglichen Sprühregen, um die Träume aus Chrom und Lack zu bestaunen.

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Zu sehen waren unter anderem amerikanische Straßenkreuzer, britische Sportwagen und jede Menge Raritäten wie ein Messerschmidt Kabinenroller oder eine per Reibrad angetriebene Mofa der Marke Vélosolex.

Ein besonderer Hingucker war ein sogenannter „VW Schwimmer“, ein schwimmfähiger Geländewagen, den Volkswagen im Zweiten Weltkrieg für die Wehrmacht hergestellt hatte und von denen nur noch wenige Exemplare erhalten sind. Es überwogen jedoch meist liebevoll gepflegte Alltagsautos vor allem deutscher Hersteller der 1960er- bis 1980er-Jahre.


„Sonntags-Shopping“ und „Fahrrad-Waschstraße“

Bei dem vom Verein Jever Aktiv organisierten Treffen leisteten die Männer und Frauen des Ortsverbands Jever des Technischen Hilfswerks (THW) Hilfe und wiesen die Fahrzeuge ein.

Von der Oldtimerschau unter dem Motto „Klassische Fahrzeuge im alten Stadtbild“ profitierten auch die Kaufleute, die ihre Geschäfte ab 12 Uhr zum „Sonntags-Shopping“ öffneten. Mit einer „Fahrrad-Waschstraße“ dabei war der Frauen-Serviceclub ACT 144 „Friesland“.

Für eine Spende, die dem Gröschler-Haus zugutekommt, wurden hier Fahrräder und E-Bikes auf Hochglanz gebracht.

Vergleich zwischen Old- und Youngtimern

Bei den „Benzingesprächen“ wurden auch immer wieder Vergleiche zwischen den gezeigten Old- und Youngtimern sowie aktuellen, modernen Fahrzeugen gezogen. Dabei stellte sich heraus, dass es in Sachen Treibstoffverbrauch in den vergangenen Jahrzehnten nicht gerade Quantensprünge gegeben hat. Auch scheinen sich einige Autofahrer von heute wieder nach der Technik von damals zurückzusehnen. So wünschte sich ein Jeveraner seinem alten VW-Käfer zurück, weil bei seinem neuen, üppig mit Elektronik ausgestatteten Mittelklassefahrzeug zurzeit „ständig Warnleuchten aufblinken“.

Solche Probleme kannte Helmut Dreesch bei seinem NSU „Prinz“ TT früher nicht. Mit einem Schmunzeln stand der Münsterländer am Sonntag vor einem solchen Fahrzeug, das von 1965 bis 1972 gebaut wurde. „Sogar die Motortemperatur konnte man manuell regeln“, erklärt der Oldtimerfan. Tatsächlich: Weil der luftgekühlte Heckmotor eine enorme Hitze entwickelte, musste die Haube einen Spalt weit geöffnet und arretiert werden.

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