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Neuer Trägerverein Zukunft des Olympia-Museums in Roffhausen gesichert

Peter Homfeldt hat 36 Jahre bei Olympia gearbeitet. Als Vorsitzender des neuen Trägervereins kümmert er sich weiter um das Olympia-Museum.

Peter Homfeldt hat 36 Jahre bei Olympia gearbeitet. Als Vorsitzender des neuen Trägervereins kümmert er sich weiter um das Olympia-Museum.

Archiv

Roffhausen - Seit seiner Schließung Mitte 2022 war die Zukunft des Olympia-Museums auf dem TCN-Gelände in Roffhausen ungewiss. Jetzt steht fest: Es geht weiter. Anfang dieses Monats hat sich ein Trägerverein gegründet. Der Notartermin für die Eintragung ins Vereinsregister steht bereits und wenn alles glatt läuft, könnte das Museum zum Jahresende hin wieder öffnen.

Vorsitzender: Peter Homfeldt

Peter Homfeldt, Ex-Olympianer und in den vergangenen Jahren der „Motor“ des Museums, hat sich mit Erfolg um diese Lösung bemüht und gemeinsam mit zwölf anderen Olympianern und Geschichtsinteressierten den Verein gegründet. Der 85-Jährige ist auch Vorsitzender des gemeinnützigen „Trägervereins Olympia-Museum“ i. Gr. (in Gründung), so der offizielle Name. Noch in diesem Monat wollen er und seine Mitstreiter mit dem Neuaufbau der Sammlung beginnen, sagt Homfeldt.

Kosten sind gesichert – vorerst jedenfalls

Das Olympia-Museum ist 2008 auf Initiative von Alfred Ammann (2014 verstorben) gegründet worden, Ex-Olympianer und seinerzeit Vorsitzender des Heimatvereins Schortens. Angesiedelt war es beim TCN-Marketing in Halle 7. TCN-Geschäftsführer Holger Ansmann, früherer Betriebsrat von Olympia, hatte das Museum unterstützt.

Mitte 2022 musste das Museum weichen, weil die Halle anderweitig genutzt werden sollte. Die Ausstellung wurde am jetzigen Standort in Halle 12 eingelagert. In diesem Zusammenhang erklärte der Heimatverein Schortens seinen Rückzug vom Museum.

Die Stadt Schortens und Peter Homfeldt, der 36 Jahre bei Olympia gearbeitet und das Museum in den vergangenen Jahren quasi geleitet hat, ist jedoch an einem Erhalt dieser bemerkenswerten Sammlung interessiert. Zwischenzeitlich stand zur Diskussion, das Museum dem Kulturverbund Friesland unter Federführung des Schlossmuseums Jever zu übertragen. „Der Kulturverbund als verlässlicher und professioneller Partner hätte das Olympia-Museum auf neue Beine stellen können“, sagt Anja Müller von der Schortenser Stadtverwaltung.

Diese Lösung wäre jedoch mit Ausgaben im vier-, vielleicht fünfstelligen Bereich verbunden gewesen. Und weil Schortens ohnehin umfangreiche freiwillige Leistungen übernommen hat, mochte der Stadtrat dem nicht zustimmen.

Mit dem neuen Trägerverein gibt es nun eine Lösung: Die Stadt hatte übergangsweise die Sammlung des Olympia-Museums übernommen, sie nun aber dem Trägerverein übergeben. Und der Heimatverein Schortens hat die Stiftungsgelder, die er für den Betrieb des Museums eingeworben hatte, dem neuen Trägerverein übertragen.

Die Kosten für Miete sowie Neuaufbau und Neukonzeption der Ausstellung sind also gesichert – vorerst jedenfalls. Peter Homfeldt deutet aber an, dass der Kulturverbund Friesland auf Sicht gesehen vielleicht doch als Träger des Museums in Frage käme.

Neuer Standort ist Halle 12 auf dem Gelände des Technologie-Centrums Nordwest (TCN), den früheren Olyampia-Werken (1945 bis 1992). Der TCN-Eigner habe dem Trägerverein dort, bei dem weithin sichtbaren Schornstein der einstigen Energiezentrale des Industrieareals, zu günstigen Konditionen eine 140 Quadratmeter große Halle verpachtet, sagt Homfeldt.

Zehntausende lebten von Olympia

Das Museum ist wesentliches Kapitel nicht nur der Geschichte der Stadt Schortens, sondern der ganzen Region. In Spitzenzeiten zählten die Olympia-Werke rund 12.000 Beschäftigte aus Wilhelmshaven, Schortens und weitem Umkreis. Zudem unterhielt der weltweit agierende Büromaschinenhersteller Zweigwerke in den Landkreisen Wesermarsch, Wittmund und Aurich. Rechnet man die Familien sowie Handel und Handwerk hinzu, lebten mehrere Zehntausend Menschen von dem Büromaschinen-Hersteller. Wegen Olympia kamen einst auch viele Gastarbeiter aus südeuropäischen Ländern an die Jade.

Mitarbeiter ins Blickfeld rücken

Im Olympia-Museum stand bislang allerdings die Technikgeschichte im Mittelpunkt. Neben Rechenmaschinen geht es vor allem um die Entwicklung der Schreibmaschine von der Zeiger-Maschine „Mignon“ von AEG von 1903 über die Typenhebel-Modelle, die elektrischen Schreibmaschinen (ab 1950er-Jahre) und der Typenrad-Maschinen (ab Ende der 1960er-Jahre). Nun will Peter Homfeldt das Augenmerk stärker auf die Beschäftigten richten. So sollen etwa die Mitarbeiter-Zeitschriften in die Ausstellung aufgenommen werden.

Jörg Grabhorn
Jörg Grabhorn Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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