Sande - „Man kann auch ein guter Mensch sein, wenn man nicht zur Kirche geht“, ist Peter Peters aus Sande überzeugt. „Und ich bin bestimmt ein guter Mensch.“ Das wird wohl so sein, denn der Herrgott hat ihn 90 Jahre alt werden lassen, und das bei – von altersbedingten Zipperlein und Beschwerden einmal abgesehen – bester Gesundheit. Seit ihn die Kirche in jungen Jahren, als es um einen Grundstückskauf fürs kleine eigene Häuschen ging, einmal ungerecht behandelt hat, ist er nicht gut zu sprechen auf diese Institution. „Aber im Nachhinein war es vielleicht auch ganz gut, dass aus dem Grundstückskauf am Rande von Wilhelmshaven nichts wurde und wir stattdessen in Sande gebaut haben“, sagt Peter Peters.
Fast 60 Jahre leben Peter Peters und seine Frau Edith inzwischen in ihrem Haus, das damals das erste in ihrer Straße war, und fühlen sich dort immer noch rundum wohl und glücklich.
An diesem Dienstag feiert der rüstige Senior seinen hohen runden Geburtstag. Die beiden Töchter mit Partner und das Enkelkind werden zum Geburtstagskaffee erwartet. Und der eine oder andere gute Bekannte und Nachbar und sicher auch der Vorsitzende vom Sander Siedlerbund, in dem die Peters’ schon so lange Mitglieder sind.
Waschechter Ostfriese
Aber bitte mit Sahne: Peter Peters aus Sande wird an diesem Dien stag 90 Jahre alt.
Oliver BraunPeters ist ein waschechter Ostfriese. Geboren als mittleres von sieben Geschwistern einem kleinen Bauerndorf bei Jemgum im Kreis Leer, der Vater Schuhmacher, die Mutter Melkhilfe auf dem Hof, auf dem sie leben durften, verschlug es ihn in jungen Jahren nach Wilhelmshaven. Hier schlug er sich anfangs mit Gelegenheitsarbeiten durch, er beseitigte Kriegsschäden, baute Straßen und fand Ende der 1940er Arbeit in der damals im Aufbau befindlichen Wilhelmshavener Niederlassung des schwedischen Staubsaugerherstellers Electrolux. 1951 der Wechsel zu den ebenfalls gerade neu entstehenden Olympia-Werken in Roffhausen. Peter Peters wurde Dreher, richtete Maschinen und Automaten ein und blieb 37 Jahre lang bei dem Büromaschinenhersteller – bis es Ende der 1980 Jahre bergab ging mit dem Unternehmen und er sich mit einem guten Auflösungsvertrag in den Ruhestand verabschieden konnte.
Erfüllung im Garten
Sein Hausarzt habe Peter Peters vor einiger Zeit prophezeit, dass er mal „so alt wie Jopi Heesters“ werde. Der wurde immerhin 108. Doch das Geburtstagskind sagt: „Ich will nur so alt werden, solange ich mir selbst gut helfen kann.“
Das klappt noch alles bestens: Der Garten hinterm Haus, in dem viel Obst und Gemüse gedeihen, ist seine große Leidenschaft. Da wächst der Grünkohl, da wachsen die Bohnen und die Kartoffeln. Und auch die Erdbeeren, aus denen seine Edith ihm einen leckeren Geburtstagskuchen gebacken hat, sind natürlich aus dem eigenen Garten. Heute mit einer Extraportion Sahne. Und echtem Ostfriesen-Tee: „Ein Tag ohne Tee? Ohne mich!“, lacht der Jublilar.
