Sande - „Die Verwaltung hat uns ein Krötenmenü kreiert, das niemandem schmecken kann, das wir aber dennoch schlucken müssen“, erklärte Achim Rutz für die SPD. Gleichwohl: „Vor kurzem standen wir noch am Abgrund, jetzt sind wir einen Schritt weiter. Und nun gilt es, den freien Fall zu stoppen.“

Die Verwaltung habe es sich anfangs ziemlich einfach gemacht und ausschließlich an Steuererhöhung gedacht. „Das ist uns viel zu einfach. Wir werden jetzt einzelnen Punkte in Augenschein nehmen.“ Die SPD stimmte der Steuererhöhung zu.

Die Politik sei von der Sachlage und vom zeitlichen Drängen her sehr überrascht gewesen, sagte Carsten Tschackert (BfS) für die Gruppe CDU/Bürger für Sande. Die Steuererhöhung werde eine Belastung für alle sein, für Hausbesitzer wie auch für Mieter, die den zusätzlichen Betrag auf der Nebenkostenabrechnung wiederfinden würden. Er setzte ein deutliches Zeichen für einen Stopp. „Wir werden in Zukunft den Haushalt besser durchleuchten und jede Position genau auf die Waage legen.“ Die Gruppe stimmt der Steuererhöhung zu.

Mehr aktive Gestaltung und vor allem einen betriebswirtschaftlichen Ansatz forderte Madeleine Zaage (Grüne) als Sprecherin der Gruppe Grüne/FDP/Linke. Die Variante Steuererhöhung habe Bürgermeister Eiklenborg gerade noch beim Landkreis öffentlichkeitswirksam abgelehnt, nur um sie jetzt selber aus dem Hut zu zaubern. Für den „gewissenhaften Betrieb einer Gemeinde ist eine betriebswirtschaftliche Ausbildung essenziell“, erklärte Zaage und erkundigte sich, warum Eiklenborg diese Wissenslücke nicht gefüllt habe.

Viele Abläufe im Rathaus seien undurchsichtig und möglicherweise nicht effizient. „Ihre Aufgabe ist es, die Verwaltung zu leiten, Abläufe zu koordinieren und zu kontrollieren“, sagte sie an die Adresse des Bürgermeisters. Hier sah sie ein deutliches Versagen.


Die Gruppe lehnte die Steuererhöhung ab: „Wir wollen ein Haushaltssicherungskonzept, wir wollen Diagnose statt ewiger Symptombehandlung.“