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NWZonline.de Region Friesland Politik

Erinnerung: Als Wangerooge wieder „Herr im Haus“ wurde

16.12.2014

Der am Sonnabend verstorbene ehemalige Ministerpräsident Ernst Albrecht war es, der den Wangeroogern vor mehr als 30 Jahren den Wunsch erfüllte, „Herr im eigenen Hause“ zu werden. Daran erinnern sich jetzt viele, die die Kommunalisierung des Niedersächsischen Staatsbads 1982 als Mitarbeiter oder Kommunalpolitiker erlebt haben.

Das Land hatte 1975 die Niedersächsische Bädergesellschaft gegründet, um die vier Staatsbäder Pyrmont, Nenndorf, Norderney und Wangerooge zentral zu verwalten. Schon dieser Schritt sorgte für Unruhe auf der Insel, fielen doch viele das Bad betreffende Entscheidungen nun in Hannover. Schon bald nach der Regierungsübernahme durch Ernst Albrecht wurde deshalb auf politischem Wege gearbeitet, um das Staatsbad wieder in kommunale Hände zu bekommen. Landtagsabgeordneter Andreas Luiken (CDU) fungierte als kurzer Draht zum Regierungschef, der jetzt 84-jährig verstarb (die NWZ  berichtete).

Seit 1962 hatte Wangerooge die Bezeichnung „Staatsbad“ geführt. Der Begriff erinnert an die Zeiten, als feudalistische Herrscher sich „Bäder“ leisteten, um die Sommerfrische zu genießen. 1982 war es dann soweit: Die Inselgemeinde Wangerooge übernahm probeweise für vier Jahre den Badbetrieb.

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Vertragsgemäß mündete die Probezeit 1986 in die Überführung in kommunale Verantwortung. Der Gemeinde wurde dieser Schritt mit Millionensummen erleichtert – das Land war einen Verlustbringer los geworden. Vor den Folgen der Kommunalisierung, nämlich einer Überschuldung der stets klammen Inselkommune, hatte Frieslands Oberkreisdirektor Dr. Eckart Bode eindringlich gewarnt. „Ich befürchte nach der Kommunalisierung des Staatsbads eine wirtschaftliche Entwicklung, die die Insel von Bedarfszuweisungen des Landes abhängig macht“, sagte Bode damals der NWZ .

Er bekam damals von der Landesregierung einen Maulkorb verpasst – allerdings behielt Dr. Bode Recht: Seit Übernahme des Kurbetriebs wurde es finanziell immer schwieriger auf Wangerooge. Es folgten lange Jahre der Abhängigkeit von Bedarfszuweisungen.

„Der damals vorgelegte Wirtschaftsplan war getürkt, die Zahlen waren schön gerechnet, das ist in den Unterlagen deutlich zu erkennen“, sagte Alt-Bürgermeister Holger Kohls: Bereits 1987 und 1988 sei das dann auch im Wirtschaftsplan der Kurverwaltung Wangerooge offen zutage getreten. Im September 2013 hatte Kohls verkünden können, dass die Gemeinde- und Kurverwaltung 27 Jahre nach der Kommunalisierung des Staatsbads ihren Haushalt endlich wieder im Griff hat. Damals hatte Wangerooge in Anerkennung der Konsolidierungsbemühungen als Entschuldungshilfe vom Land 6,75 Millionen Euro, 75 Prozent der Kassenkredite, erhalten.

Die Kommunalisierung der Staatsbäder wurde 2004 mit Norderney fortgesetzt. Bad Nenndorf und Bad Pyrmont sind weiterhin Staatsbäder

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