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NWZonline.de Region Friesland Politik

Windkraft: Am Ende steht es fünf zu zwei für Parks

09.06.2017

Jever Es ging hoch her in der Debatte um die Potenzialstudie zum Ausbau der Windenergie in Jever. Und es ging vor allem fast dreieinhalb Stunden lang auch gewaltig zur Sache: Beleidigungen und Vorwürfe flogen hin und her. Nur einer schwieg: Ausschussvorsitzender Dr. Matthias Bollmeyer (CDU) ließ alle reden und griff nicht ein – selbst bei Beleidigungen nicht.

Ausgiebig kamen die Anlieger zu Wort – sowohl Gegner der Pläne als auch die potenziellen Investoren, mehr als 100 drängten sich im Anton-Günther-Saal. Am Ende befürworteten Dieter Janßen und Wilfried Wolken für die SPD, Olaf Harjes von den Grünen sowie Dr. Matthias Bollmeyer und Renate Reck von der CDU den Beschlussvorschlag, die Potenzialstudie mit allen drei Flächen als Grundlage für die weitere Windpark-Planung heranzuziehen. Dagegen gestimmt haben Udo Albers und Udo Cremer von der SWG, die FDP hat kein Stimmrecht.

Entschieden ist mit diesem Votum noch nichts: Die endgültige Entscheidung fällt am 22. Juni im Stadtrat.

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Und auch dann werden erst die konkreten Planungen zeigen, ob tatsächlich auf allen drei Flächen der Bau von Windrädern möglich ist oder die „sonstigen Belange“ auf mehreren Teilflächen den Windradbau einschränken oder gar unmöglich machen.

Wie berichtet, gibt es drei Potenzialflächen für Windräder im Westen und Südwesten Jevers und eine Potenzialfläche nördlich von Moorwarfen. Die kleine Fläche bei Moorwarfen fällt aus der weiteren Planung heraus – fraglich ist, ob dort das Minimum von drei Windrädern Platz hat.

Die Planer Bert Diekmann und Doris Kinder vom Büro Diekmann und Mosebach hatten die Potenzialstudie vorgestellt und Vorgaben und Einschränkungen, harte und weiche Tabuzonen erklärt.

„Es ist so eine wunderschöne Landschaft, viele Tiere leben dort“, sagte eine Jeveranerin. „Sie wohnen so weit weg und würden von den Windrädern nichts mitbekommen – und wir wohnen so nah dran“, sagte sie Richtung Ratsleute.

Auch Margit Hanken meldete sich zu Wort, die in Hoyerskamp besonders betroffen wäre. „Stellen Sie sich doch einmal vor, Sie würden dort leben. Würde Sie das denn nicht stören?“ Olaf Harjes (Grüne) verneinte das: Auch er habe ein Windrad in etwa 700 Meter Entfernung vor seinem Fenster. „Und mich stört das nicht. Eher höre ich Verkehrslärm.“

Landwirt Thorsten Hinrichs, einer der Initiatoren der Sandeler Windparkpläne monierte: „Sie tun ja alle so, als solle ein Atomkraftwerk gebaut werden.“ Der Außenbereich sei privilegiert – Wohnnutzung müsse eben zurückstecken.

Bürgermeister Jan Edo Albers betonte in der heißen Debatte mehrfach, dass die Verwaltung keine persönlichen Interessen an den Windparkplänen habe. Dennoch wird nichtöffentlich über eine Beteiligung nachgedacht.

BILD:

Wir werden dem Beschluss zustimmen. Wir müssen auch auf die Landwirte und ihre Bedürfnisse achten – und mit den Windkraftanlagen könnten wir ihnen ein zweites Standbein ermöglichen.

Renate Reck (CDU)

So begründen die Ratsmitglieder ihr Abstimmungsverhalten

Wir werden heute lediglich beschließen, ob wir uns weiter um den Windpark Gedanken machen oder nicht. Aber welche Alternativen haben wir denn zur regenerativen Energiegewinnung?

Olaf Harjes (Grüne)

Der Bau des Windparks macht zurzeit keinen Sinn und ist ökologisch schwachsinnig. Außerdem wäre es Willkür, wenn nur auf einer oder zwei Flächen Windräder kommen.

Udo Albers (SWG )

In den Orten ist Erholung festgeschrieben, wir brauchen dort keine Windkraftanlagen. Zudem wären Offshore-Anlagen viel ertragreicher – dort würden die Anlagen niemanden stören.

Karl Oltmanns (FDP)

Die Potenzialflächen im Stadtgebiet Jevers

Drei Potenzialflächen für Windparks hat die Analyse im Westen und Südwesten Jevers ausgemacht:
Potenzialfläche 1a bis 1f „Cleverns-Nord“ grenzt östlich und südöstlich ans Munitionsdepot an. Die Fläche ist 56,8 Hektar groß, sie bietet Platz für acht bis 13 Windräder. Größte Restriktion: Auf Teilbereich 1b ist der Brutplatz einer Rohrweihe nachgewiesen.
  Potenzialfläche 2a+b „Cleverns-West“ liegt westlich von Cleverns und nördlich von Sandel direkt an der Stadtgrenze. Die Fläche ist 37,0 Hektar groß. Dort ist Platz für fünf bis acht Windräder.
  Potenzialfläche 3a bis 3b „Sandel“ liegt südlich von Sandel direkt an der südwestlichen Stadtgrenze und hat eine Größe: 31,7 Hektar. Dort könnten fünf bis acht Windräder gebaut werden.

Wie viele Anlagen tatsächlich auf jeder der Potenzialflächen gebaut werden können, hängt unter anderem auch von den „sonstigen Belangen“ ab: Zum Beispiel der Wertigkeit der Brut- und Gastvögel sowie der Fledermäuse, Einschränkungen durch polizeiliche Abstandsvorgaben zur Richtfunktrasse und durch Vorgaben der Luftwaffe.

Das Planungsbüro weist bei der Festlegung der Anlagenhöhe von 150 Metern darauf hin: „Nichtsdestotrotz sind auch Anlagen mit größeren Gesamthöhen, z. B. 200 Meter, grundsätzlich auch im Stadtgebiet von Jever als möglich anzusehen.“ Und weiter: „Falls sich herausstellen sollte, dass 150 m hohe Anlagen nachweislich durch das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2017) und der damit verbundenen Ausschreibungspflicht entgegen der Bekundungen der potenziellen Windpark-Betreiber nicht wirtschaftlich sein sollten, müsste die vorliegende Studie ggf. auf eine höhere Gesamthöhe und einen größeren Rotordurchmesser angepasst werden.“

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Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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