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NWZonline.de Region Friesland Politik

Stadtrat: Aqua Toll: Schortens behält Schwimmbad

29.03.2014

Schortens Es war der Abend der großen Plädoyers. Und es war die Ratssitzung in Schortens mit dem bisher größten Publikumsinteresse: Mehr als 200 Bürger hatten sich im Bürgerhaus eingefunden. Denn es war wohl auch die spannendste Sitzung des Rates seit vielen Jahren: Es ging um den Grundatzbeschluss zum Erhalt und zur Neuausrichtung des Schwimmbades Aqua Toll (die NWZ  berichtete) und um die Frage, wie knapp die Abstimmung für oder gegen das Schortenser Bad ausgehen würde.

Beifall vom Publikum

Nach mehr als zwei Stunden mit Redebeiträgen über Kosten und Zuschüsse ins Bad über Mahnungen vor dem Sanierungsstau in anderen Einrichtungen der Stadt, nach Appellen für den Erhalt des Bades und Erklärungen für eine notwendig gewordene Schließung, kam es in der namentlichen Abstimmung zu dem Ergebnis, das sich in den Tagen zuvor angedeutet hatte: Der Rat votierte mehrheitlich für den Grundsatzbeschluss zum Erhalt des Aqua Toll. Mit 19 Ja-Stimmen von SPD/FDP sowie der Gruppe BfB/UWG und dem Bürgermeister gegen 15 Nein-Stimmen von CDU sowie von der Gruppe Grüne/Kindo/Krüger/Ottens war der Vorschlag der Verwaltung um 21.15 Uhr offiziell angenommen. Die große Mehrheit im Publikum applaudierte.

Wie berichtet, war dem Beschluss zum Aqua Toll eine zweijährige Entscheidungsfindung vorausgegangen, in der mehrere Modernisierungsvarianten durchgerechnet wurden, in der die Ausrichtung auf verschiedene Ziel- und Nutzergruppen analysiert wurde, in der zwischenzeitlich auch von mehreren Parteien mal etwas lauter über eine Schließung des Bades nachgedacht wurde.

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Bürgermeister Gerhard Böhling hatte zuvor nochmals erklärt, dass es gelungen sei, den Zuschussbedarf der Stadt ins Bad um 300 000 Euro zu senken, auch weil der Landkreis mehr fürs Schulschwimmen zahlt oder weil Personalkosten und Öffnungszeiten reduziert werden. Die Besucherzahl, die Energiekosten, die Investitionssumme – das sei alles sehr konservativ gerechnet, erklärte Böhling.

„Keine Stadt der Ruinen“

Udo Borkenstein (SPD) hatte das Bad als wichtigen Teil der Daseinsvorsorge und Lebensqualität der Bürger bezeichnet. Da es in den Nachbarkreisen inzwischen mehrere Spaßbäder gebe, sei der Rückbau des Bades mit den Themen Sport und Gesundheit der richtige Schritt. Er rechnete die Kosten für Abbruch und Entsorgung sowie die Entschädigung für Actic Fitness vor, „was auch mindestes 2,5 Millionen kosten würde“. Und er kritisierte den CDU-Vorsitzenden Axel Homfeldt, der auf Facebook die Stadt schlechtrede und den Bürgern mit monströsen Kosten von 20 Millionen Euro an Sanierungsbedarf für andere Einrichtungen der Stadt Angst mache und vor einer drohenden finanzpolitischen Handlungsunfähigkeit warnte. Auch Manfred Buss (SPD) griff die Aussagen des CDU-Fraktionsvorsitzenden auf: „Man darf nicht so tun, als hätten wir nur Ruinen in der Stadt.“

Elfriede Schwitters (FDP) begründete ihr Ja zum Grundsatzbeschluss: „Zur Verantwortung für die Stadt gehört nicht nur ein Sparziel, sondern auch die Möglichkeit, dass unsere Kinder schwimmen lernen können.“

Auch Janto Just (BfB) argumentierte mit den erfolgreich reduzierten Zuschüssen der Stadt ins Bad. Zudem sei er zuversichtlich, dass es gelingen werde, viele der weggeblieben Besucher nach Wiedereröffnung des Bades zurückzugewinnen.

Das bezweifelt etwa Axel Homfeldt: „Die Angebote um uns herum haben sich verändert, es sind in Aurich und an der Küste neue Bäder entstanden. „Da wollen Sie mit einem schlichten Sportbad Besucher zurückholen? Niemals“, prophezeite Homfeldt. Er erinnerte daran, dass die Infrastruktur der Stadt in den Schortenser Wirtschaftswunderjahren der 1970er Jahre mit den Millionen der Olympia-Werke entstanden sei. „Das können wir uns heute nicht mehr leisten.“

CDU und Grüne gaben sich als faire Verlierer: Sie wollen das Thema Aqua Toll kritisch und konstruktiv begleiten.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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