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NWZonline.de Region Friesland Politik

Auch Sohn und Enkel erfolgreiche Ziegler

11.04.2015

Bockhorn Während der Großvater sich um den Aufbau der Klinkerindustrie in der Friesischen Wehde verdient gemacht hatte, war der Enkel in Sachen Klinker nicht minder erfolgreich: Die Rede ist von August Lauw, genannt der Flieger (1894 bis 1945) und benannt nach seinem Großvater Christian Emil August Lauw (1826 bis 1917).

August Lauw wurde am 8. April 1894 geboren. Lauw wurde deutschlandweit berühmt, weil er einen Flug mit einem Motorflugzeug über drei Kontinente erfolgreich absolvierte. Der spektakulär anmutende Flug führte ihn 1931 über drei Erdteile, worüber er auch im Gemeinnützigen berichtete („Im Sportflugzeug über drei Erdteile“, Der Gemeinnützige vom 29. August 1931). Von Wilhelmshaven führte die Route nach Konstantinopel, weiter nach Wadi-Halfa im Sudan und Triest und zurück an den Jadebusen. Dafür erhielt er einen Hindenburg-Pokal für hervorragende Leistungen mit dem Leichtflugzeug – in einer Zeit, in der die militärische Fliegerei in Deutschland verboten war. Später im Zweiten Weltkrieg wurde August Lauw zur Luftwaffe eingezogen. Als Major der Luftwaffe sorgte er dafür, dass die Militärflugplätze in Norddeutschland getarnt wurden. Er starb am 27. Januar 1945 bei einem Verkehrsunfall in Rastede.

Seinen Verdienst für die Klinkerindustrie hatte August Lauw aber durch die technologische Revolutionierung der Brenntechnik. Er führte bereits in den 20er Jahren einen Tunnelofen im Bockhorner Werk ein, eine Brenntechnik, die noch größere Mengen an Klinkern ermöglichte. Großvater August Lauw hatte den Ringofen eingeführt und zum Maßstab für andere Produzenten gemacht.

In dem damals neuen Verfahren (die übrigen Ziegeleien in der Wehde stellten erst in den 1960er Jahren auf Tunnelofen um) wurden die trocken gepressten Platten-Rohlinge auf Tunnelwagen langsam durch den Ofen geschoben. Genauso verläuft heute der Brennprozess in der Bockhorner Klinkerziegelei Uhlhorn, freilich ist der Vorgang automatisch gesteuert, weshalb automatisiert tags und nachts produziert werden kann.

1925 ließ August Lauw in einem ersten 60 Meter langen Tunnelofen täglich 9000 Press-Klinker herstellen. 1935 wurde der Grundstein für einen zweiten Ofen mit einer Länge von 150 Metern gelegt.

Tragisch: Mehrere Mitglieder der Familie fanden ein gewaltsames Ende. Neben August Lauw, der wie erwähnt bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, starb sein Bruder Günther (1906 bis 1943), als er 1943 von polnischen Partisanen erschossen wurde. Auch August Lauws Sohn Jürgen A. Lauw (1937 bis 1989) ist in dieser Reihe zu nennen. Der Keramik-Ingenieur und Maschinenbau-Ingenieur, der in Varel am Gymnasium das Abitur bestand, wirkte nach dem Studium noch in der Lauwschen Ziegelei. Später wirkte er in der Keramikindustrie in Südafrika, später in Brasilien, wo er für die Mannesmann AG tätig war und sich später selbstständig machte. 1989 wurde Lauw in Sao Paulo hinterrücks erschossen. Er wurde in der Familiengruft in Bockhorn beigesetzt.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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