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NWZonline.de Region Friesland Politik

Aufgeben kommt nicht in Frage

24.02.2015

Jever Migration, der berufliche Aufstieg in einer Männerdomäne und die Diagnose Brustkrebs – das sind die drei großen Themen, denen sich Autorin Jacqueline Bakir Brader aus Jever in ihrem ersten Buch widmet. Unter dem Titel „Die Mutmacherin – Das Leben ist schön“ berichtet die 43-Jährige aus schwierigen Stationen ihres Lebens und erzählt, wie sie diese gemeistert hat.

Vater war Gastarbeiter

„Ich will Frauen Mut machen, es geht unter anderem darum, gut zu sich selbst zu sein, Selbstwertgefühl aufzubauen und nach vorne zu schauen“, sagt Bakir Brader. Sie wurde 1971 in Südostanatolien, einem Teil der Türkei, geboren. In Dyarbakir hörte ihr Vater von der Möglichkeit, als Gastarbeiter in Deutschland zu arbeiten. 1969 kam er nach Deutschland, seine Frau und seine Kinder ließ er in der Türkei zurück, besuchte sie, wenn es möglich war.

Kurz nach der Geburt von Bakir Brader entschied er, dass die Familie nach Deutschland übersiedeln sollte. Aber bereits 1976 kehrte die Familie nach Siverek zurück, der Vater und der älteste Sohn blieben in Delmenhorst.

„Kurz nachdem ich mit fünf Jahren in der Türkei eingeschult worden bin, entschied mein Vater abermals, uns nach Deutschland zu holen“, sagt Bakir Brader.

„Ich freute mich auf die Schule in Deutschland, aber als ich im Klassenzimmer saß, fühlte ich mich schnell als Außenseiterin, denn wir durften zu Hause nur Türkisch und Zazaisch sprechen, ich konnte also kaum ein Wort Deutsch“, sagt sie.

Auch die dunklere Haut, die dunklen Augen und die dunklen Haare unterschieden sie von den anderen Kindern. „Damals bin ich das erste Mal mit Fremdenfeindlichkeit in Berührung gekommen“, erinnert sie sich.

Zudem kämpfte sie mit den Kulturen: „Denn spätestens ab ihrem sechsten Lebensjahr werden türkische Mädchen, denen zuvor noch gewisse Freiheiten zugestanden werden, im Elternhaus auf ihre Rolle als Ehefrau, Mutter und Hausfrau vorbereitet – sie werden kontrolliert und in ihren Rechten beschnitten.“ Und das passte so gar nicht zu dem Lebensgefühl der Mädchen und Frauen im Deutschland der 1970/80er Jahre.

„Auch deshalb bin ich früh von zu Hause weg, habe mich mit 19 Jahren in der Immobilienbranche selbstständig gemacht und mich durchgeschlagen“, sagt Bakir Brader. „Mein Vater war sehr autoritär, ich wollte ihm, mir und allen anderen beweisen, dass auch Frauen es zu etwas bringen können“, so Bakir Brader.

Leben auf Überholspur

Es folgten Jahre, in denen Bakir Brader aus ihrem kleinen Einzelunternehmen drei Firmen aufbaute, heute ist sie Geschäftsführerin, wird von ihrer Mutter, ihren Schwestern und Brüdern unterstützt.

Sie heiratete und bekam drei Töchter. „Es war ein Leben auf der Überholspur, bis ich 2011 die Schockdiagnose Brustkrebs erhielt“, sagt Jacqueline Bakir Brader. „Ich weinte mit meinen Töchtern, dann stand fest: Ich werde auch diesmal kämpfen – und zwar um mein Leben.“

Das Krankenhaus wurde zum Alltag: Brustamputation, Chemotherapie, dann Brustaufbau. „Und ich habe auch diesen Kampf gewonnen“, sagt sie.

„Deshalb will ich jetzt mit meiner Geschichte Mut machen, denn es geht letztlich darum niemals aufzugeben, dann kann Frau alles schaffen – sogar Krebs besiegen.“

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