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Bürgermeisterwahl In Bockhorn: Die Geschichten hinter den Wahlplakaten

07.05.2019

Bockhorn Jetzt geben die drei Bockhorner Bürgermeister-Kandidaten alles: Der Wahlkampf geht in die heiße Phase und Thorsten Krettek (CDU), Katja Lorenz und Maik Radig (beide parteilos) kämpfen um die Gunst der Wähler. Damit auch wirklich jeder vor Augen hat, wer sich da zur Wahl stellt, haben die drei Kandidaten die Laternenmasten mit Wahlplakaten zugepflastert – allerdings auf ganz unterschiedliche Art. Wir haben mal nachgefragt, wie die Kandidaten mit den Plakaten Wahlkampf machen.

Eine Podiumsdiskussion veranstaltet die Nordwest-Zeitung am Mittwoch, 8. Mai. Alle drei Kandidaten stehen dabei Rede und Antwort. Beginn ist um 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) in der Oberschule, Hilgenholter Straße. Der Eintritt ist frei.

Die meisten Plakate im Ort stammen von Thorsten Krettek: 100 Stück hat der Bürgermeister-Kandidat, der von der CDU nominiert wurde, aufhängen lassen. Ein paar hat er auch selbst aufgehängt, aber: „Wir haben jemanden, der macht das schon seit Jahren für die CDU“, sagt Krettek. Von seiner CDU-Mitgliedschaft jedoch steht nichts auf den Plakaten. Das erklärt der Polizist aus Bockhorn so: „Ich habe schon bei meiner Vorstellung auf der Nominierungsversammlung der CDU gesagt, dass ich als neutraler Bürgermeister auftreten will. Ich möchte nicht in politische Zwänge hineinkommen. Deswegen ist die CDU auch auf meinen Flyern nicht erwähnt. Ich halte es für meine Aufgabe, neutral zu sein, weil ich ja für alle Bürger da sein will.“

Von Tür zu Tür

Bezahlt habe er die meisten Plakate aus seiner eigenen Tasche, allerdings habe er auch finanzielle Unterstützung von privaten Spendern und von der Partei erhalten.

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Thorsten Krettek ist der einzige der drei Kandidaten, der in seinem Wahlkampf das Ziel hat, bei jedem der rund 4000 Haushalte einmal geklingelt zu haben, um sich persönlich vorzustellen. „Sechs Wochen war ich dafür schon von Tür zu Tür unterwegs, drei Wochen habe ich noch vor mir“, sagt Krettek. Er hat sich für den Wahlkampf neun Wochen Urlaub genommen, Resturlaub und Jahresurlaub, wie er betont. Bei seinen Hausbesuchen bringt er unter anderem Marmelade mit, wie er es schon bei seinem Wahlkampf vor acht Jahren gemacht hat.

Hilfe von Parteien

Ebenso wie Thorsten Krettek hat die Kandidatin Katja Lorenz fertige Hohlkammerplakate drucken lassen – allerdings nicht 100 Stück, sondern 60, von denen etwa 40 Stück aufgehängt sind. „Mein Mann und ich haben die Plakate selbst aufgehängt, und Vertreter der UWG und SPD haben uns dabei tatkräftig unterstützt“, sagt Katja Lorenz. Tatsächlich sind auf den Plakaten der parteilosen Kandidaten die Logos von UWG, SPD und Grüne aufgedruckt. Das aber ändere nichts an ihrer Haltung. „Ich bin parteilos und unabhängig. Auf den Plakaten mache ich nur deutlich, dass die drei Parteien meine Kandidatur unterstützen. Dass sie mich unterstützen, liegt daran, dass sie keine eigenen Kandidaten aufgestellt haben und ich sie mit meinem Programm und meiner Person überzeugt habe.“ Ihre Plakate habe sie aus eigener Tasche bezahlt.

In ihrem Wahlkampf hat sich die Erste Gemeinderätin bei Info-Abenden in Gaststätten vorgestellt. Nächste Woche will sie noch ein Radio-Interview geben und sich beim Bockhorner Jugendforum vorstellen. „Außerdem möchte ich noch ein oder zwei Nachmittage auf dem Wochenmarkt verbringen“, sagt Katja Lorenz. Sie wolle keinen Wahlkampf an der Haustür machen, sei aber, unterstützt von ihrer Familie, an mehreren Wochenenden unterwegs gewesen, um ihre Flyer zu verteilen.

Selbst angepackt

Auch der parteilose Kandidat Maik Radig hat Flyer verteilt und Plakate aufgehängt. Er ist der einzige der drei Kandidaten, der keine fertigen Hohlkammerplakate bestellt hat. Er hat die gedruckten Plakate selbst auf Pappen geklebt – und die Pappen vorher selbst zugeschnitten. „Natürlich habe ich die Plakate auch selbst aufgehängt“, sagt Maik Radig. Er habe alles aus eigener Tasche bezahlt. 40 Stück habe er drucken lassen und aufgehängt.

Vor der Wahl möchte der Angestellte der Gemeinde Bockhorn noch einmal von Haus zu Haus gehen und mit Wählern ins Gespräch kommen. „Wichtig sind für mich auch die Jungwähler, die jetzt zum ersten Mal an einer Kommunalwahl teilnehmen dürfen“, sagt Radig. Außerdem sei er bei einigen Veranstaltungen in der Gemeinde dabei, um mit den Bürgern zu sprechen. „Ich war Freitagabend auch bei der Feuerwehr-Fete, zwar ein bisschen später, aber dafür bin ich bis zum Ende geblieben“, sagt Radig. Denn ihm sei es besonders wichtig, „mit den normalen Leuten ins Gespräch zu kommen“.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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