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NWZonline.de Region Friesland Politik

So unterschiedlich sind die Kandidaten

10.05.2019

Bockhorn Manchmal sagt das Auftreten mehr als tausend Worte: Am Mittwochabend konnten rund 150 Bürger erleben, wie sich die drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Bockhorn vor Publikum geben. Mimik, Gestik und Aussagen direkt im Vergleich: Beim Bürgermeisterforum der Nordwest-Zeitung in der Oberschule Bockhorn fiel vor allem auf, dass die Kandidaten sehr unterschiedlich sind.

Was die Sachthemen angeht, herrschte überwiegend Einigkeit: Bockhorn brauche ein Verkehrskonzept, keine weiteren Windräder, und auf Straßensanierungsgebühren für die Bürger wollen alle drei Kandidaten verzichten. Alle wollen das Gewerbe in der Gemeinde stärken, mehr Bauplätze anbieten, für mehr Kinderbetreuung sorgen und die Straßen in Ordnung bringen. Im politischen Spektrum stehen alle Kandidaten mittig und haben das Wohl der Gemeinde im Blick.

Dennoch gab es Unterschiede – jeder Kandidat hat mit anderen Fähigkeiten, Eigenschaften und Haltungen gepunktet.

Thorsten Krettek (CDU) hat bei der Podiumsdiskussion gezeigt, dass er „Visionen“ hat – ein Bürgerbus für Bockhorn, mehr Gewerbegebiete, ein Verkehrskonzept für den Ort. Als Bürgermeister wolle er neutral bleiben und nicht als CDU-Politiker agieren: „Wenn ich Bürgermeister werde, lege ich alle Parteiämter nieder“, sagte Thorsten Krettek. Außerdem wolle er ein bürgernaher Verwaltungschef sein, der regelmäßig Bürgerforen zu politischen Themen veranstaltet und die Menschen in die Belange der Gemeinde mit einbezieht. Krettek zeigte sich als „echter Bockhorner“, sprach in der Vorstellungsrunde unter anderem an, dass er seit seiner Geburt in seiner Heimat Grabstede lebe und in Bockhorn Mitglied in 22 Vereinen sei.

Auf die Frage, warum er Bürgermeister werden wolle, antwortete er: „... weil ich mit der Heimat hier verbunden bin und unseren Bürgern sehr viel zurückgeben möchte, was sie mir gegeben haben.“

Die Frage ist nur, für wie viele Wähler Heimatverbundenheit ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Verwaltungschefs ist. Außerdem muss Thorsten Krettek die Wähler, die nicht CDU-nah sind und vielleicht keinen CDU-Politiker zum Bürgermeister wählen wollen, davon überzeugen, dass ein Kandidat der Christdemokraten ein neutraler Bürgermeister sein kann.

Gepunktet hat Krettek mit seinem Einblick in die Politik der Gemeinde: Er weiß, welche Anträge im Rathaus vorliegen und wie die politischen Entscheidungen im letzten Jahrzehnt zustande gekommen sind. Dennoch könnten sich Wähler die Frage stellen, ob er bei der Verfolgung seiner Ziele – wie etwa dem leidigen Thema Verkehrskonzept – als Bürgermeister schneller vorankommen kann, als als Mitglied der stärksten Ratsfraktion. „Wir haben schon vor Jahren ein Verkehrskonzept beantragt“, sagte Krettek bei der Podiumsdiskussion. „Wir müssen da jetzt noch mal Schwung reinbringen.“ Seit 2006 sitzt Thorsten Krettek im Rat.

Katja Lorenz hat beim Bürgerforum gezeigt, dass sie Ahnung hat und sich an Fakten orientiert: Als Erste Gemeinderätin und Kämmerin der Gemeinde ist sie zum Beispiel davon überzeugt, dass die Straßensanierungen allein aus Steuermitteln finanziert werden könnten. Aber: „Wir werden dafür Kredite aufnehmen müssen und irgendwann werden die Abschreibungen den Ergebnishaushalt ruinieren. Dann müssen wir uns doch über Steuererhöhungen Gedanken machen.“ Katja Lorenz weiß, wer zuständig ist, was finanziell möglich ist und wo die Gemeinde steht. Verwaltung hat sie von der Pike auf gelernt und sie hat von den drei Kandidaten die meiste Ahnung vom niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz. Auch zeigte sie sich als Praktikerin. Dem 12-jährigen Julian Borchers, der im Publikum saß und sagte, ihn würde die hohe Hecke an der Ecke zum Klinkerhof beim Abbiegen mit dem Fahrrad stören, sagte sie: „Ich spreche mit den Anwohnern, da finden wir eine Lösung.“

Gepunktet hat Katja Lorenz mit Fachwissen und Praxisnähe. Die Frage ist nur, ob das reicht, um die Wähler zu überzeugen. Im Vergleich zu den anderen Kandidaten hat sie nicht im gleichen Umfang über Heimatverbundenheit und Bürgernähe gesprochen oder betont, sich für die Bürger einsetzen zu wollen. Auf die Frage, warum sie Bürgermeisterin werden wolle, antwortete sie: „Weil ich es kann. Ich hoffe, dass ich den Job Bürgermeisterin kann. Ich bin der Meinung, dass ich durchaus in der Lage bin, Mehrheiten zu finden, und die Gemeinde Bockhorn weiterentwickeln kann, damit wir auch weiterhin eine liebenswerte Wohngemeinde bleiben.“

Maik Radig hat vor allem gezeigt, dass er eine starke Meinung hat. Auf die Frage, warum er Bürgermeister werden wolle, antwortete er: „Weil ich mich nicht damit einverstanden erkläre, dass wir die nächsten siebeneinhalb Jahre CDU-regiert werden und weil ich nicht möchte, dass wir einseitig nur von der Verwaltungsseite Vorgaben bekommen und als Bürger nur einseitig regiert werden. Meine Eltern haben immer gesagt: Wenn du etwas ändern willst, musst du es selber machen.“

In seinen Aussagen übte Radig, der bei der Gemeinde als Hausmeister angestellt ist, immer wieder scharfe Kritik an der Arbeit von Politik und Verwaltung in der Vergangenheit. Zum steigenden Raumbedarf in der Grundschule Grabstede sagte er, das habe man vorher wissen können, dass die Zahl der Grundschüler steigen würde. „Wer guckt da nicht über’n Tellerrand? Das ist jahrelang versäumt worden. Natürlich müssen wir da etwas ändern.“ Zum Haushalt sagte er: „Wenn wir in den letzten Jahren etwas sinnvoller gearbeitet hätten, wären wir besser gefahren. Es wurde zu viel Geld in unsinnige Sachen reingepumpt.“ Als Beispiel nannte er die Wohnungen an der Ulmenstraße, die die Gemeinde gekauft hat. „Das wird gekauft und hinterher wird festgestellt: Es ist nicht zu reparieren und muss neu aufgebaut werden. Bevor ich ein Haus kaufe, gucke ich mir das doch mal an.“ Er habe den großen Vorteil, ohne Vorwissen aus Politik und Verwaltung unbefangen und mit „gesundem Menschenverstand“ an die Dinge herangehen zu können.

Die Frage ist nur, ob Maik Radig es schafft, die Wähler davon zu überzeugen, dass er der richtige Mann ist, um mit Politik und Verwaltung konstruktiv zusammenzuarbeiten, so dass realistische Veränderungen und Ergebnisse erzielt werden können.

Maik Radig war der einzige der drei Kandidaten, der seine Konkurrenten bei der Podiumsdiskussion offensiv angegriffen hat. In seinem Schlusswort sagte er: „Ich denke mal, dass Herr Krettek jahrelang Fraktionsvorsitzender der CDU ist und seine Gedanken so schnell nicht verlegen wird. Wenn sich die Wahl für Herrn Krettek entscheidet, müssen wir davon ausgehen, dass einer von der CDU nachrückt in den Rat und die Entscheidung vom Bürgermeister abhängt, wenn im Rat pari herrscht. Und wie die ausfällt, muss sich jeder denken können. Und Verwaltung hatten wir die letzten siebeneinhalb Jahre und wie ich festgestellt habe, waren damit auch viele nicht einverstanden. Ich biete Ihnen eine Alternative.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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