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NWZonline.de Region Friesland Politik

Sagen Sie mal, Frau Lorenz ...

17.05.2019

Bockhorn Wer wird neuer Bürgermeister oder neue Bürgermeisterin der Gemeinde Bockhorn? Die Leserinnen und Leser des „Gemeinnützigen“ haben der Nordwest-Zeitung Fragen an die drei Kandidaten Thorsten Krettek (CDU), Katja Lorenz und Maik Radig (beide parteilos) geschickt. Die NWZ-Redaktion gab die Fragen weiter und veröffentlicht eine Auswahl auf drei Sonderseiten. Im zweiten Teil steht Katja Lorenz, die sich als zweite Kandidatin auf die Nachfolge von Andreas Meinen beworben hatte, Rede und Antwort. Morgen folgt Maik Radig, Thorsten Krettek hatte in der Donnerstagausgabe Stellung bezogen.

Gerd Rüst fragt: Warum sollen die Bockhorner gerade Sie wählen? Was wollen Sie anders machen als Herr Meinen?

Seit rund sieben Jahren arbeite und seit fünf Jahren wohne ich in Bockhorn. Meine Familie und ich sind hier sehr gut und herzlich aufgenommen worden. Als ich noch beim Landkreis Friesland gearbeitet habe, war mir klar – wenn ich mal wechseln sollte, dann nur nach Bockhorn. Diesen Schritt habe ich nie bereut. Bockhorn ist eine liebenswerte Gemeinde, finanziell und personell gut aufgestellt; ich würde gerne den guten Weg mit Rat und Verwaltung weiterführen und als Bürgermeisterin kann ich meine eigenen Ideen noch viel besser einbringen, als ich es bisher schon kann. Ich habe den Beruf der Verwaltungsbeamtin von der Pike auf gelernt und bringe daher viel Sachverstand und Praxiserfahrung für das Bürgermeisteramt mit. Meine Tür steht den Bürgern immer offen – das habe ich bisher so gehalten und werde das nicht ändern. Ansätze zur Veränderung sehe ich bei Öffentlichkeits-, Informations- sowie der Ratsarbeit.

Jan Eismann fragt: „In Ihren Flyern heißt es, Sie treten als parteilose Kandidatin an. Auf Ihren Wahlplakaten weisen Sie auf die Unterstützung durch die SPD, Grüne und UWG hin. Sind Sie damit noch unabhängig?“

Die Bockhorner Parteien haben den Kandidaten die Möglichkeit gegeben, sich ihnen vorzustellen, da vier von ihnen keine eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt haben. SPD, Grüne und UWG konnte ich mit meinem Programm und meiner Person überzeugen, so dass sie sich entschieden haben, meine Kandidatur zu unterstützen. Das heißt nicht, dass ich materielle oder inhaltliche Unterstützung der Parteien erhalte oder mich gegenüber den Parteien verpflichtet habe, sondern dass diese Parteien sich nach der Wahl eine Zusammenarbeit mit mir als Bürgermeisterin vorstellen können und bis dahin meine Kandidatur unterstützend begleiten (z.B. mit dem Aufhängen von Plakaten).

Klaus-Peter Wolf fragt: „Was halten Sie von Straßenausbaubeiträgen? Wollen Sie diese einführen?“

Nicht viel, da sie meiner Meinung nach keine gerechte Abrechnung der Straßensanierungskosten darstellen. Nicht ohne Grund wird dieses Thema bundesweit kontrovers diskutiert und kürzlich von mehreren Bundesländern abgeschafft.

Nein, zumal sich die Fraktionen im Prozess der Realsteueranhebung auch dagegen ausgesprochen haben.

Gerd Rüst fragt dazu nach: „Wie soll die Sanierung der Straßen und Radwege finanziert werden?“

Die Gemeinde finanziert ihre Ausgaben grundsätzlich aus speziellen Entgelten (Gebühren, Beiträge, Abgaben), im Übrigen aus Steuern. Da es keine Straßenausbaubeiträge in Bockhorn gibt und geben soll, muss die Straßen - und Radwegsanierung - wie bisher - aus Steuern finanziert werden.

Steffen Prediger fragt zum Thema ÖPNV: „Würden Sie einen Bürgerbus für Senioren oder eine generelle Busverbindung nach Varel für die ältere Bevölkerung fördern?“

Ich könnte mir vorstellen, für Bockhorn ein Bürgerbusmodell, wie es in anderen Gemeinden praktiziert wird, zu unterstützen. Dies schließt aber nicht nur die Beförderung der Senioren ein. Ein Bürgerbus kann eine sinnvolle Ergänzung zum Nahverkehrsplan Friesland sein. Landrat Ambrosy hat bereits mitgeteilt, dass die Verbindungen zwischen den Gemeinden ausgebaut und besser vertaktet (stündlich zwischen Zetel – Bockhorn – Varel) werden sollen. Mit dem Bürgerbus können die Mitfahrer aus allen Ortsteilen diese Verbindungen erreichen und kommen auch wieder problemlos heim.

Christian Wolff fragt: „Die Nitratbelastung des Grundwassers wird zunehmend zum Problem. Welche Maßnahmen würden Sie als Bürgermeisterin ergreifen, die Belastung durch geringere Düngung beziehungsweise Beseitigung der Tierausscheidungen in Klär- oder Biogasanlagen zu verringern?“

Es wäre möglich, mittels Ratsbeschluss der Geruchsbelästigung durch Gülle entgegen zu wirken, wie dies in anderen Gemeinden bereits übliche Praxis ist. Dies bedeutet eine Einschränkung der zulässigen Tage sowie eine Festlegung, wie Gülle auszubringen ist. Zudem ist ein intensiver Austausch mit Wasserversorger, Landwirtschaftskammer, Kreislandvolk und Ministerien erforderlich, da die Grundsatzentscheidungen an anderer Stelle getroffen werden. Darüber hinaus stehe ich als Ansprechpartnerin für alle Betroffenen (Einwohner, Landwirte) zur Verfügung.

Marina Tapken fragt: „Was wollen Sie unternehmen, um in den Bockhorner Kindergärten mehr Ganztags- und Vormittagsplätze zu schaffen?“

Die Kapazitäten der örtlichen Kindergärten an Vormittagsplätzen sind erschöpft und der Bedarf vor allem an Krippenplätzen ist noch nicht ausreichend abgedeckt. Eine räumliche Erweiterung der bestehenden Kindergärten ist nicht möglich. Wir werden uns daher kurzfristig mit der Planung eines weiteren Kindergartens (zwei- oder dreigruppig) befassen müssen, damit wir den Familien auch weiterhin ein gutes, familiengerechtes Angebot in der Kinderbetreuung machen können.

Heinz Hinrichs (Vorsitzender des BV Bockhorn) fragt: „Unser Verein hat den Bau einer neuen Spielfläche beantragt. Halten Sie unser Projekt für dringend notwendig und unterstützen Sie es als neue Bürgermeisterin?“

Der BV Bockhorn als einer der mitgliedstärksten Vereine in der Gemeinde mit seiner erfolgreichen Fußballabteilung benötigt einen Sportplatz, der einen Spielbetrieb ermöglicht. Den Antrag auf Sanierung des Sportplatzes, den der BV Bockhorn eingereicht hat, unterstütze ich deswegen ausdrücklich. Zur Zeit bemühen wir uns um Fördermittel, damit eine Sanierung schnellstmöglich umgesetzt werden kann.

Michaela Steinker (Pfadfinderstamm Aldenburg) fragt: „Was beabsichtigen Sie als Bürgermeisterin für die Jugend- und insbesondere Vereinsarbeit in Bockhorn zu machen?“

Ich möchte mit den Vereinen verstärkt ins Gespräch kommen und gemeinsam ihre Fragen und Problemlagen erörtern. Daraus müssen dann Lösungen entwickelt werden, die den Vereinen auch tatsächlich helfen. Das heißt, Teilnahme an Sitzungen, Gespräche mit Vereinsführung – dies ist aber keine Einbahnstraße. Ich hoffe, dass die Vereine ebenfalls den Weg zu mir ins Rathaus suchen.

Mit der Jugendbeteiligung Bockhorn wird ein neues Forum für die Jugendlichen geschaffen, ihre Anliegen mit dem Rat der Gemeinde zu diskutieren und Forderungen vorzubringen. Auch in den Ortschaften bemüht man sich, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und sie stärker in die Gemeinschaft einzubeziehen. Dieses muss unbedingt ausgebaut werden – setzt aber auch das Interesse der Jugendlichen voraus, sich selbst einzubringen.

Familie Fröhlich fragt: „Wie ist Ihr Plan, Bockhorn und dessen Ortsteile noch attraktiver zu gestalten? Zum Beispiel durch die Beantragung von Fördermitteln wie dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums?“

In Bezug auf Fördermitteln stehe ich auch jetzt schon in engem Kontakt mit der LEADER-Geschäftsstelle, der NBank, verschiedenen Ministerien etc., damit für Projekte, egal ob von Gemeinde, Privatpersonen oder Vereinen geplant, eine Förderung zeitnah beantragt werden muss. Daher kann ich nur appellieren und ermuntern: Wenn Sie Projekte / Ideen haben, kommen Sie vorbei und wir reden drüber. Ortsteile kann man attraktiv gestalten, wenn man mit den Bürgern in den Ortsteilen redet und ihre Ideen/Anregungen/Wünsche erfährt. Entwicklung ohne diejenigen, für die entwickelt werden soll, führt ins Nirgendwo.

Thomas Fritsch fragt: „Nach der gelungenen Beendigung des Haushaltssicherungsprogramms der vergangenen Jahre und der Steuererhöhung 2018: Wie wichtig ist Ihnen die sparsame aber effektive Haushaltsführung mit weiterem Schuldenabbau?“

Sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung hat für mich oberste Priorität. Nur damit können wir Bockhorner dauerhaft unsere Handlungsfähigkeit erhalten. Es gilt, die vorhandenen Mittel mit Augenmaß für die zu erfüllenden Aufgaben der Gemeinde Bockhorn einzusetzen, damit uns Bockhorn als liebenswerte Wohngemeinde erhalten bleibt und auf Dauer auf weitere Einsparungen verzichtet werden kann.

Christa Möller fragt: „Werden Sie sich dafür einsetzen, die Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen umzurüsten und dann alle Straßenlaternen nachts angeschaltet zu lassen (Anm.: Ist nicht in allen Straßen Bockhorns der Fall)?“

Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED ist eine Maßnahme unseres Klimaschutzkonzeptes. Energiesparende Straßenbeleuchtung ist ein Thema der nächsten Jahre. Art, Dauer und Umfang der Straßenbeleuchtung sollten überprüft werden. Evtl. sind auch technische Lösungen wie bspw. Bewegungsmelder möglich, die die Straßenbeleuchtung im Bedarfsfall auslösen.

Gerd Rüst fragt: „Wenn Sie die Wahl gewinnen: Welche Energiequellen sollen Ihrer Meinung nach in der Gemeinde in den kommenden Jahren vermehrt zum Einsatz kommen? Wind- und Solarenergie oder nur importierte Energie? Was und wo soll gefördert werden?“

Alternative Energien sollten eingesetzt werden – wie z.B. Windgas, Solar- und Windstrom. Gerade hier in der Windregion Nr. 1 können wir beruhigt auf alternative Energien zurückgreifen. Darüber hinaus sollten wir unsere Hauseigentümer bei der energetischen Sanierung ihrer Häuser unterstützen (z.B. KfW-Programm 432). Die Schaffung eines ökologischen Baugebietes mit energieautarken Häusern könnte zu einem spannenden und erfolgversprechenden Projekt werden. Das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Bockhorn sollte fortgeschrieben und neue Maßnahmen hieraus entwickelt werden. Es gibt viele Projekte, die sich um Energieeinsparung, -erzeugung und –effizienz herum entwickeln lassen. Ich bin offen und dankbar für weitere Ideen, die wir in diesem Bereich gemeinsam mit den Bürgern entwickeln und umsetzen können.

Familie Fröhlich fragt: „Befürworten Sie die Weiterbetreibung des Windparks Steinhausen nach Ende der Laufzeit?“

Ja, denn die Flächen im Bereich Hiddels/Steinhausen sind dauerhaft vom Rat der Gemeinde Bockhorn als Flächen für Windenergie ausgewiesen und darüber hinaus ist Windenergie ein wichtiger Faktor der Energiewende.

Ich verkenne nicht die Belastung der Einwohner durch die WEA in Steinhausen. Durch das Repowering der Altanlagen könnten Anlagenzahl und Lärmemissionen verringert werden. Ab 01.07.2020 müssen die Anlagen (Neu- und Bestandsanlagen) mit einer bedarfsgerechten Befeuerung ausgestattet sein, so dass das Blinkfeuer nachts größtenteils ausgeschaltet werden kann. Die technische Weiterentwicklung wird die Belastungen künftig hoffentlich weiter reduzieren.

Carola Burmeister fragt zum Thema Naturschutz: „Was wollen Sie als Bürgermeister gegen den massiven Artenrückgang tun – zum Beispiel von Wiesenblumen, Vögeln und Insekten?“

Meine Ideen dazu sind: Anlegen von dauerhaften Blühflächen auf gemeindeeigenen Grundstücken, in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten Wildkräutergärten und Streuobstbäume anpflanzen, Anpflanzung von Streuobstwiesen – als Nachbarschaftsprojekte, Unterstützung von Bestrebungen zur Einführung von pestizidfreien Mitteln, Appell an die Einwohner anstatt akkurat gepflegter Rasenflächen auch wieder blühende Vorgärten (die auch wenig pflegeintensiv gestaltet werden können) zuzulassen. Dadurch bekäme Biodiversität in Bockhorn eine neue Chance.

Alle Antworten auf NWZ-Online

Viele Leserinnen und Leser haben dem „Gemeinnützigen“ Fragen an die drei Bürgermeisterkandidaten geschickt. Zu viele, um alle in der Printausgabe abzubilden. Deshalb finden Sie alle Antworten auf alle gestellten Fragen bei NWZ-Online. Zudem hat die NWZ-Redaktion mit allen Kandidaten Video-Interviews geführt.

Alle Fragen und Antworten von Katja Lorenz unter: www.nwzonline.de

Das Video-Interview mit Katja Lorenz unter: www.nwzonline.de/videos

Video

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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