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NWZonline.de Region Friesland Politik

Bockhorn ist Zuhause geworden

23.05.2014

Bockhorn Der Fall von acht jungen afghanischen Staatsbürgern, die als Asylanten in der Gemeinde Bockhorn untergekommen waren, erregte damals viel Aufsehen. Die NWZ  hatte am 6. November 2010 darüber berichtet, dass sie in den „Ratsstuben“ untergebracht worden waren. Die jungen Männer hatten ihre teils äußerst dramatischen Umstände der Flucht aus dem Kriegsland geschildert, einer hatte seinen Bruder neben sich in den Fluten des Mittelmeers untergehen sehen.

Die Gaststätte gibt es schon lange nicht mehr, aber was ist aus den Flüchtlingen geworden? Die NWZ  fragte nach in der Gemeindeverwaltung. Anke Emken, die Leiterin der Abteilung für Ordnung und Soziales, gab Auskunft: „Von diesen acht Afghanen sind nach Statusänderungen vier nach Varel gegangen.“ Statusänderung heißt, dass sie eine Ausbildung angefangen haben oder einer Arbeit nachgehen.

Zwei sind geblieben

Ein Afghane ist zu Verwandten nach München gezogen. Und ein weiterer hat nach Auskunft von Anke Emken geheiratet und lebt jetzt in Hamburg. Zwei der Männer sind weiterhin in Bockhorn zu Hause. Der Begriff Afghane bezeichnet die Staatsangehörigkeit, die Asylanten gehören verschiedenen Völkerschaften an, sie sind Turkmenen, Tadschiken oder Hazare.

Der damalige Bürgermeister Ewald Spiekermann hatte sich sehr um die Gruppe gekümmert und für die Unterkunft in den „Ratsstuben“ gesorgt. Ihm zur Seite stand Christiane Peires aus Oben­strohe, die sich mit so großem Engagement für die Flüchtlinge einsetzte, dass sie von ihnen den Ehrennamen „Mama“ bekommen hatte.

Wie ist die aktuelle Lage in Bockhorn in Bezug auf Asylanten? Anke Emken: „Wir haben zur Zeit 16 Asyl-Fälle, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen sind und auch so genannte Geduldete, für die zwar eine Asylberechtigung abgelehnt wurde, die aber aus verschiedenen Gründen nicht ins Heimatland zurückkehren können.“

Insgesamt handelt es sich mit Familienangehörigen um 33 Menschen, aus Bosnien kommen elf, aus Serbien fünf, aus Afghanistan und Albanien je vier, aus Montenegro drei, aus der Türkei zwei.

Jeweils ein Flüchtling kommt aus dem Irak, aus Indien, dem Libanon und der Ukraine.

Die Zuweisung der Asylbewerber erfolgt über Bund und Land nach einem bestimmten Aufteilungsschlüssel an die Landkreise, die wiederum, so Anke Emken, die Flüchtlinge nach bestimmten Quoten an die Städte und Kommunen verteilen.

Eingewöhnung

Der Gemeinde Bockhorn verbleibt für die Unterkunft nur die Anmietung von Wohnraum, selbst könne die Kommune so viel Platz nicht vorhalten. Anke Emken: „Da wir unsere Quote noch längst nicht erfüllt haben, wären wir dankbar, wenn uns freier Wohnraum angezeigt würde.“

In den meisten Fällen würde die Eingewöhnung der Asylbewerber unproblematisch verlaufen: „Manche Familien geben sich sehr viel Mühe, sich schnell an hiesige Gepflogenheiten zu gewöhnen, bei anderen dauert es etwas länger.“ Behilflich sind hier Integrationshelfer wie Heribert Dassler und Joachim Burmeister. In den Schulen gebe es allerdings „nicht zu unterschätzende Probleme. Die Kinder, die als Asylbewerber kommen, sind ab sechs Jahren schulpflichtig. Sie sprechen aber zum Teil kein Wort Deutsch oder Englisch“, fügte Anke Emken hinzu.

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