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NWZonline.de Region Friesland Politik

Kann die EU die Biene schützen?

15.08.2018

Bohlenbergerfeld Auf seiner Sommertour hat der aus Osnabrück stammende Europaabgeordnete Tiemo Wölken am Montag den SPD-Ortsverein Zetel besucht. Als Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Union freute er sich besonders, dass die Genossen den Vorsitzenden des Imkervereins der Friesische Wehde, Manfred Koehler, eingeladen hatten.

Gespannt lauschten er und die Gäste Koehlers Ausführungen. Koehler berichtete von der erfolgreichen Geschichte des 1949 gegründeten Vereins, dem heute 108 Imker mit 629 Bienenvölkern angehören. Auf Lichtbildern stellte er die großzügig gestaltete Vereinsfläche bei den Schlosswiesen in Neuenburg, mit Bienenlehrpfad, einigen Bienenvölkern, bunten Musterblühstreifen und den deutschlandweit einmaligen begehbaren Bienenkorb vor. Er betonte, dass Bienen nicht nur für wertvollen Honig sorgen, sondern vor allem als emsige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen eine bedeutende Rolle einnehmen. Reiche Ernten, üppiges Wachstum und natürliche Artenvielfalt hängen stark von Bienen ab. Rund 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Damit nimmt die Honigbiene den dritten Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.

Manfred Koehler bat den Gast aus dem Europaparlament, sich in seinem Ausschuss verschiedener Probleme für die Biene, etwa „Monokulturen, Spritzmittel und Gentechnik“, anzunehmen und betonte: „Man darf unsere wichtigen Mitbewohner nicht vergessen.“

„Wir wissen um die Wichtigkeit der Bienen“, antwortete der SPD-Politiker Tiemo Wölken, es sei bekannt, dass die Biomasse an Insekten um 76 Prozent zurückgegangen ist und viele Arten vom Aussterben bedroht sind. „Wir machen uns zu wenig Gedanken, was das bedeutet“, bedauerte Wölken und sagte: „Die Ziele für den Erhalt der biologischen Vielfalt werden wir verfehlen.“ Die EU hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, Ökosysteme wiederherzustellen, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft sowie nachhaltige Fischerei zu fördern und einen Beitrag zur Abwendung des globalen Biodiversitätsverlustes zu leisten. Alles, was dazu bisher passiert ist, reiche nicht aus.

Tiemo Wölken ging auch auf die damit zusammenhängende Lichtverschmutzung ein und sagte außerdem: „Wir im Parlament wollen Glyphosat innerhalb von fünf Jahren verbieten.“ Er ist sicher: „Es müssen Flächen geschaffen werden, wo sich Bestäuber wohlfühlen“, bekannte der EU-Parlamentarier und dafür sollten auch EU-Gelder eingesetzt werden. „Schließlich stecken wir die Hälfte des Europäischen Haushalts in die Landwirtschaft“, so Wölken.

Bei der anschließenden Diskussion wurde nicht nur über Bienen, sondern auch über die Bemühungen um den Datenschutz, über die Vermeidung von Plastik, die Zukunft der Europäischen Union, eine mögliche Finanztransaktionssteuer und auch über die Datenschutzgrundverordnung gesprochen. Es ging um die Tätigkeit als Abgeordneter im Europäischen Parlament, die vielen Mythen, die sich rund um die EU ranken, die Solidarität in der Europäischen Union und vieles mehr. Tiemo Wölken sagte abschließend: „Einiges sollte in Europa anders laufen. Wir haben mittlerweile erkannt, dass es nicht für alles Regeln aus Brüssel geben muss.“

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