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NWZonline.de Region Friesland Politik

Bomben-Spuren noch heute erkennbar

22.04.2015

Wangerooge Wenn man genau hinschaut, kann man noch heute einige Folgen des Luftangriffs auf Wangerooge vor 70 Jahre erkennen. Zwar haben sich aus den Bombentrichtern inzwischen kleine Biotope entwickelt, aber dennoch sind die Spuren sichtbar – das ganze Ausmaß und Leid lässt sich aus heutiger Sicht oft nur erahnen.

Am 25. April jährt sich der Luftangriff der Alliierten auf Wangerooge im Zweiten Weltkrieg. Zuvor war die Insel von feindlichen Angriffen verschont geblieben. Am 25. April 1945 geschah es schließlich, viele Menschen fanden bei dem Angriff den Tod. Damit hatte niemand gerechnet.

Zwar flogen schon zuvor feindliche Bomber über die Insel, doch in Richtung Festland. Der Fliegeralarm wurde von einigen Bewohnern gar nicht beachtet.

Ein erster Schreck dann am 18. April 1945: Helgoland wurde bombardiert. Noch heute erinnern sich Insulaner daran, dass sie das sie dunkle Wolken von der Promenade aus beobachten konnten.

Der Wangerooger Inselkommandant, Korvettenkapitän Stührenberg, ordnete schließlich höchste Alarmbereitschaft und Ausgangssperre für die Wangerooger Besatzung an. Festungsanlagen wurden verstärkt, Splittergräben ausgehoben und Stellungen ausgebaut.

Fast eine Woche nach dem Angriff auf Helgoland, am Mittwoch, 25. April, geschah es dann: Ab 14.50 Uhr starteten innerhalb von nur sechs Minuten insgesamt 480 Bomber der Royal Airforce (RAF) zum letzten Großangriff auf Deutschland mit dem Ziel: Küstenbatterien auf Wangerooge.

Die Zahlen sind erschreckend: In 15 Minuten hatten über 6000 Bomben die Insel getroffen. 311 Menschen fanden den Tod: 132 Wehrmachtsangehörige, 59 Zivilisten und 120 Zwangsarbeiter, die nicht in die schützenden Bunker flüchten durften. 63 Häuser waren vollständig zerstört, 21 Gebäude abbruchreif, 54 schwer und 98 leicht beschädigt. Die Straßen waren nicht mehr befahrbar, die Kanalisation zerstört, Strom- und Wasserversorgung ausgefallen.

Die gleichgeschaltete „Oldenburgische Staatszeitung” berichtete über das Grauen in zwei Sätzen: „Feindliche Bomberverbände unternahmen in den Nachmittagsstunden des 25. April einen schweren Terrorangriff auf die Insel Wangerooge. Beträchtliche Schäden an Wohnhäusern und Verluste unter der Zivilbevölkerung sind zu verzeichnen.”

Die Bombardierung wirkt bis heute nach: Noch immer ist die Sanierung der zerstörten Kanalisation nicht abgeschlossen. Und noch immer liegen im Sand verborgen Gewehr- und Kanonenmunition, Granaten und Blindgänger. Denn rund zehn Prozent der 6000 Bomben, die abgeworfen worden waren, hatten nicht gezündet. Am Sonnabend, 25. April, wird auf Wangerooge an das Ereignis vor 70 Jahren erinnert: In der Inselschule findet ein Projekt-Tag statt, um 11.30 Uhr beginnt im Pausenraum eine Feierstunde. Am Nachmittag gibt es eine Gedenkandacht am Ehrenmal.

Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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