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NWZonline.de Region Friesland Politik

Sturmflut als göttliches Strafgericht gewertet

17.01.2018

Cäciliengroden In der Christnacht 1717 brachen Tod und Leid über die Menschen an der Nordseeküste herein: Von den Niederlanden bis nach Dänemark verloren an der Küste in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 1717 mindestens 11 000 Menschen ihr Leben, schätzungsweise 100 000 Rinder, Pferde und Schafe ertranken im eisigen Wasser. Tausende Menschen starben danach an Seuchen, Krankheiten und der Hungersnot.

Region schwer getroffen

Besonders schwer traf es damals die Grafschaften Oldenburg und Ostfriesland sowie die Herrschaft Jever. Dort kam rund ein Viertel der Bevölkerung ums Leben. Zu allem Unglück brach nur zwei Monate später, am 25. und 26. Februar 1718, mit der so genannten Eisflut eine weitere Sturmflut über das Land herein.

Wanderausstellung zur Weihnachtsflut in Cäciliengroden

Die Ausstellung „300 Jahre Weihnachtsflut – die verheerende Sturmflut von 1717 kam in der Christnacht“ ist vom 17. Januar bis 4. Februar im ev. Gemeindehaus „Die Brücke“ in Cäciliengroden, Paul-Hug-Straße 58, zu sehen.

Geöffnet ist die Ausstellung sonntags nach dem Gottesdienst sowie montags bis mittwochs und freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr oder unter Tel. 04422/1438.

Kuratoren sind Klaas-Heinrich Peters, ehemaliger technischer Verwaltungsbeamter in der Wasserwirtschaft, Regionalhistoriker Michael Recke und Michael Remmers, Mitbegründer der Akademie Dangast.

An diesem Mittwoch, 17. Januar, geht Klaas-Heinrich Peters der Frage nach, ob die Flut von 1717 ein einmaliges Ereignis war. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Ein Gedenkgottesdienst mit Pastor Jörg Zimmermann in der Christuskirche folgt am Sonntag, 28. Januar, um 10 Uhr.

Am Dienstag, 30. Januar, geht es mit Pastor Jörg Zimmermann um die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts von Katastrophen und Schicksalsschlägen: „Wie kann Gott so etwas zulassen?“

Die Weihnachtsflut von 1717, die sich jetzt zum 300. mal jährte, ist eine der schwersten Sturmfluten der frühen Neuzeit an der Nordsee In vielen Orten wurde dieses Ereignisses rund um die Weihnachtsfeiertage gedacht.

Rund um den Jadebusen und in Ostfriesland gibt es noch bis ins Frühjahr Gedenkveranstaltungen, Vorträge, Themengottesdienste und Ausstellungen zur „jämmerlichen Flut“.

Mit einer Wanderausstellung und Vorträgen gedenkt die Akademie Dangast mit Hilfe zahlreicher Unterstützer, Förderer und Kirchengemeinden der Opfer. Nachdem die Ausstellung seit Dezember im Welterbeportal in Dangast zu sehen war und auf außerordentlich großes Interesse stieß, zieht sie weiter durch Friesland und wird ab diesem Mittwoch, 17. Januar, für knapp drei Wochen bis zum 4. Februar im ev. Gemeindehaus „Die Brücke“ zu sehen sein.

Cäciliengrodens Pastor Jörg Zimmermann stammt aus dem Rheinland, ist erst seit gut einem Jahr in Friesland: „Ich muss zugeben, bis vor einem Jahr war mir dieses historische Ereignis nicht bekannt.“ Umso mehr interessiert ihn, wie die Menschen an der Küste mit den Naturgewalten lebten, wie sie darunter litten und was besonders die Weihnachtsflut, die als Strafe Gottes interpretiert wurde, mit den Menschen gemacht hat. Der Flutmast im Ort zeigt, wie hoch das Wasser stieg: Das Land, auf dem mehr als 200 Jahre später Cäciliengroden entstand, stand meterhoch unter Wasser.

Blick auch in die Zukunft

In der Ausstellung, zu der heute zum Auftakt der frühere Baudirektor, Deichbau- ud Küstenschutzexperte Klaas-Heinrich Peters aus der Wesermarsch spricht, geht es nicht nur um das Gedenken, sondern vor allem auch um die Frage, wie es heute um den Küstenschutz bestellt ist.

Die Ausstellung umfasst historisches Kartenmaterial, Zeitzeugenberichte, dokumentiert Schäden und Verwüstungen und stellt der Weihnachtsflut von 1717 zahlreiche weitere Sturmfluten bis in die jüngere Vergangenheit dar.


     akademie-dangast.de 
Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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