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NWZonline.de Region Friesland Politik

Gefällte Bäume in Dangast werden ersetzt

16.10.2019

Dangast Krachend bricht der Stamm der 35 Jahre alten Pappel am Dangaster Deich. Jahrzehnte standen die knapp 20 Meter hohen Bäume in der Verlängerung des Kukshörner Wegs. Am Dienstag wurden sie von Mitarbeitern der Stadtbetriebe gefällt – weil es der Deichschutz verlangt (siehe Infobox).

Bei der Frühjahrsdeichschau im Mai wurde das Todesurteil gesprochen. „Die Bäume müssen weg“, hatte Jochen Meier, Leiter des Fachbereichs Umwelt beim Kreis Friesland als Untere Deichbehörde, gefordert. Nun kann Kurdirektor Johann Taddigs, der bei den zuständigen Behörden um einen Verbleib der Pappeln gekämpft hatte, Vollzug melden. Bei der Herbstdeichschau am 22. Oktober überprüfen die Deichschützen vom Kreis und des II. Oldenburgischen Deichbandes das Ergebnis.

„Wir werden an anderer Stelle die gleiche Anzahl von Bäumen neu pflanzen, um so die Fällungen zu kompensieren“, kündigte Johann Taddigs am Dienstag einen Ausgleich an. Wo genau die neuen Bäume gepflanzt werden sollen, sei indes noch offen.

Die Bäume seien zum Sicherheitsrisiko geworden. Einerseits für den Deichfuß, andererseits auch für die Passanten, die über den Wanderweg unter den stattlichen Bäumen entlanggehen. Grund dafür ist das Alter. Die Lebenserwartung von Hybrid-Pappeln, wie sie am Deich von Dangast stehen, beläuft sich nach Angaben der Niedersächsischen Landesforsten auf 35 bis 40 Jahre.

„Dann sind sie so mächtig und groß geworden, dass sie brüchig werden“, sagte Sprecher Rainer Städing auf Nachfrage des „Gemeinnützigen“. Die Gefahr, dass Teile abbrechen, steige deutlich. Ein Umkippen sei bei heftigen Stürmen, wie sie an der Küste im Winter vorkommen, nicht ausgeschlossen. Die Wurzeln würden dann den Deich beschädigen.

Der Grund, dass die Hybrid-Pappeln nach etwa 40 Jahren brüchig werden, liege darin, dass sie „wahnsinnig schnell wachsen“, erläuterte Rainer Städing. Deshalb sei es durchaus sinnvoll, die Pappeln in Dangast zu fällen.

Das besagen die Behörden-Vorgaben

In einem Vorschlag des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) „in Bezug auf Gehölze am Deich“ heißt es:
 keine Gehölze auf dem Deich und in dem Deichschutzstreifen (5 Meter)
 Pappeln bis 30 Meter zum Deichfuß werden gefällt
 Bäume im 10-Meter-Streifen werden nur erhalten, wenn sie eine besondere Bedeutung haben, eine Wurzelsperre erhalten und standsicher sind
 die Standsicherheit der Bäume im 10-Meter-Streifen wird im Rahmen der Deichschauen beurteilt
 die Rodungen im 10- bzw. 30-Meter-Streifen im Rahmen der Unterhaltung sind nicht kompensationspflichtig

Der II. Oldenburgische Deichband weist in seinen Richtlinien folgende Regeln aus:
 Gehölze (Bäume, Sträucher und Hecken) auf Deichen beeinträchtigen die Standsicherheit sowie die Unterhaltung und sind deshalb unzulässig.
 Bäume müssen einen Mindestabstand von 10 Metern (Pappeln 30 Meter) vom Deichfuß aufweisen. Die angegebenen Mindestabstände gelten auch im Vorland für Bäume, die den Deich vor Eisschäden schützen sollen. Sträucher dürfen auch bis zum Deichschutzstreifen hin gepflanzt werden.
 Deichschutzstreifen sind an den land- und wasserseitigen Böschungsfüßen vorzusehen. Sie sollten bei Deichen der Klasse III 3 Meter bis 4 Meter, sonst mindestens 5 Meter breit sein. Sie sind Bestandteil des Deiches und dienen der Deichüberwachung und -verteidigung. Sie sind von Bebauung und Bepflanzung frei zu halten und unterliegen Beschränkungen hinsichtlich der Nutzung.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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