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NWZonline.de Region Friesland Politik

Drohende Schließung abgewendet

27.10.2011

UPJEVER Nach vielen Nackenschlägen in den vergangenen Jahren sorgt die jüngste Bundeswehrstrukturreform in Friesland für gute Nachrichten. „Der Landkreis geht gestärkt aus der Reform hervor“, sagte Landrat Sven Ambrosy am Mittwoch in einer ersten Reaktion auf die Entscheidungen des Verteidigungsministeriums.

Grund für die Freude in Friesland ist der Zuwachs von 420 Dienstposten auf dem Fliegerhorst Upjever, der Großteil davon beim Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“. Dass die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 21 aufgelöst wird, kommt nicht wirklich überraschend: Sie ist für die Wartung der Phantom-Jets zuständig, die nach und nach vom neuen Waffensystem Eurofighter abgelöst werden. Wenn die letzte Phantom ausgemustert wird, gibt es auch keine Arbeit für die Werft mehr.

Bei aller Freude über die Stärkung des Standorts Upjever sei das Aus für die Werft ein „dicker Wermutstropfen“, betonte Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling.

Insgesamt sei die Stärkung des Standorts Upjever laut Böhling aber ein tolles Ergebnis. „Wir waren uns der Stärken des Standorts bewusst und haben für ihn gekämpft“, sagte er. Auch seine Amtskollegin aus Jever, Angela Dankwardt, begrüßte die Stärkung des Luftwaffenstandorts. Die Stadt Jever freue sich auf eine weitere gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.

900 Posten weniger

Während in Upjever künftig mehr Soldaten als bisher stationiert sein werden, verliert der Standort Wittmund zumindest vorübergehend rund 900 Dienstposten. Dennoch herrschte in Wittmund Erleichterung. Denn die drohende und von vielen gefürchtete Auflösung des traditionsreichen Richthofen-Geschwaders konnte abgewendet werden. Wittmund soll als vierter Standort für ein Eurofighter-Geschwader erhalten bleiben, nachdem das Verteidigungsministerium zunächst nur mit drei Geschwadern geplant hatte. Allerdings steht Wittmund nun auch ganz hinten auf der so genannten „Einrüstungsliste“ für das neue Waffensystem Eurofighter, das die derzeitigen Phantom-Maschinen ablösen soll. Die Folge: Zunächst werden in Wittmund nur 20 Eurofighter stationiert, mit denen vor allem die Luftraumsicherung gewährleistet werden soll. Erst nach und nach sollen 20 weitere Maschinen folgen und wieder volle Geschwader-Stärke erreicht werden.

Vor allem damit ist der deutliche Rückgang auf rund 750 Dienstposten in Wittmund zu erklären. Ein weiterer Grund ist die Zusammenfassung der Objektschützer in Upjever: Die in Wittmund stationierte 4. Staffel des Objektschutzregiments wird nach Schortens verlegt.

Gemessen am schlimmsten Szenario für Wittmund – nämlich der kompletten Auflösung des Geschwaders – sei das ein Erfolg, betonte Wittmunds früherer Landrat Henning Schultz als Sprecher der regionalen Arbeitsgruppe, die sich für den Erhalt des Standorts eingesetzt hatte.

Strategie geht auf

Nach Einschätzung von Wittmunds Landrat Matthias Köring, Bürgermeister Rolf Claußen, des Wittmunder Landtagsabgeordneten Hermann Dinkla und des Präsidenten des Allgemeinen Wirtschaftsverbandes, Martin Steinbrecher, war es vor allem die sachliche Argumentation, die zum Erfolg geführt hat. Anstatt lautstark zu protestieren, hätten die Akteure die Vorteile des Standorts „aufgelistet und in die politischen Netzwerke eingespeist“, so Dinkla. Mit dieser Strategie habe sich die Region Respekt verschafft, sagte Köring.

„Das ist ein guter Tag für die Region, endlich herrscht Ruhe an den Standorten“, betonte der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer, der am Mittwoch in einer Pressekonferenz im Wittmunder Rathaus über die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Reform berichtete und viel Lob für sein Engagement erhielt. Scharfe Kritik übte Kammer an seiner SPD-Kollegin Karin Evers-Meyer, die mit „Spekulationen“ die Bürger verunsichert habe.

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, meint Evers-Meyer. Bei aller Erleichterung über die „schwarze Null“ in der Region sei die Reform ein schwerer Schritt für die Bundeswehr: „Sie muss nun lernen, mit diesen kleineren Schuhen zu laufen.“

 ?zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv

Ulrich Schönborn
stv. Chefredakteur
Chefredaktion
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0441 9988 2004

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