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NWZonline.de Region Friesland Politik

Geschichte: Ein Rundgang gegen das Vergessen

08.11.2014

Varel Wenn Menschen zurzeit an den 9. November denken, stellen viele sofort eine Verbindung zum Mauerfall 1989 her. Doch dieses Datum trug 51 Jahre zuvor eine dunklere Vergangenheit. Deutschlandweit brannten Synagogen und Juden wurden ermordet oder verfolgt – so auch in Varel. Das nationalsozialistische Regime hatte zur Reichspogromnacht aufgerufen, um die jüdische Bevölkerung im gesamten Deutschen Reich auszumerzen.

Synagoge zerstört

Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Vareler Synagoge zerstört. Die jüdischen Erwachsenen wurden im Polizeigefängnis inhaftiert, die Männer später über Oldenburg in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Auf dem Weg ins Lager ist Gemeindevorsteher Ludwig Weiß auf Grund von Misshandlungen umgekommen.

Damit dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, lädt Gästeführer Karl-Heinz Martinß für diesen Sonntag zu einer Führung unter dem Titel „Varel zur NS-Zeit – Rundgang zu Stätten von Opfern und Tätern“. Die historische Tour beginnt um 11 Uhr auf dem Schlossplatz in Varel, dauert maximal zwei Stunden und kostet drei Euro. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

„Auch in Varel hat die Synagoge gebrannt und Menschen wurden systematisch verfolgt. Sowas passierte auch in unserer Kleinstadt“, mahnt Martinß, der mit diesem Rundgang etwas gegen das Vergessen dieser schrecklichen Zeit tun möchte. Die Teilnehmer werden mit auf eine Tour genommen, die anhand von zehn Eckpunkten die verschiedenen Geschichten von jüdischen Familien und Institutionen während der Pogromnacht erklärt. „Doch auch die mutigen Aktionen einiger Weniger, die gegen das Nazi-System aufbegehrten, um der jüdischen Bevölkerung zu helfen, werden aufgezeigt“, erklärt Martinß.

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Dabei möchte Martinß den Menschen Orte zeigen, die die Vareler nicht unbedingt mit der NS-Zeit in Verbindung bringen. So stehen unter anderem die ehemaligen jüdischen Geschäfte am heutigen Standort von Dieler oder an der Haferkampstraße – wo heute ein Parkplatz ist – auf der Route. Auch das alte Rathaus, das ehemalige jüdische Altenheim und das Synagogendenkmal werden besucht.

„Damals waren viele Vareler auch an den Verfolgungen beteiligt und wurden nicht dafür zur Rechenschaft gezogen oder mit nur geringen Strafen belegt“, weiß Martinß. Damit sich die Geschichte so nicht noch einmal wiederholt, weißt der Gästeführer darauf hin, dass es auch weiterhin wichtig sei, dass dieses Thema aufgearbeitet wird: „Wir stehen dafür in der Verantwortung. In Varel wurde in diesem Bereich aber schon eine Menge getan, da sich auch viele Menschen dafür einsetzen.“ Nun gelte es, diese Arbeit noch weiter zu verbessern, sagt Martinß.

Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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