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NWZonline.de Region Friesland Politik

Einsamer Posten vor der Jademündung

26.08.2014

Wangerooge /Schillig Als einsamstes Eiland der ostfriesischen Inselkette darf neben der Vogelinsel Memmert auch Minsener Oog bezeichnet werden. Wer weiß, ob das Fleckchen Erde jemals eine Insel geworden wäre, hätte es nicht den Ersten Weltkrieg gegeben.

Für die Erschaffung der künstlichen Insel war nämlich das Hafen- und Strombauressort der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven zuständig. Dafür gab es handfeste militärische Gründe: Das tiefe Jadefahrwasser sollte nicht versanden – und deshalb begann 1907 die so genannte Jadekorrektion.

Herzstück dieser Bauarbeiten ist ein Netz von Buhnen und Steindämmen, das die West-Ost-Drift der Ostfriesischen Inseln stoppen sollte. Der von den Inseln weggespülte Sand wanderte seinerzeit von Wangerooge zur Plate von Olde Oog und zur Steenplate. Geistiger Vater der Jadekorrektion war Marine-Hafenbaudirektor Dr. Wilhelm Krüger. Bereits 1905/06 führte er vorbereitende Studien in Dresden und Berlin durch.

1907 wurde er zum Baurat ernannt und baute eine Wasserbauversuchsanstalt in Wilhelmshaven auf. Krüger erkannte früh, dass er nicht gegen die Natur, sondern nur mit dem Naturkräften etwas bewirken konnte.

Durch die Verlagerung des Sands im Jadefahrwasser war bis dahin nur jeweils eine der drei Stromrinnen abwechselnd befahrbar. Das Buhnenwerk von Minsener Oog sollte diese Entwicklung stoppen.

Die Jadekorrektion dauerte Jahrzehnte und konnte erst 1931 abgeschlossen werden. Sie bildet heute die Grundlage für den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven mit seinen Tankerlöschbrücken und dem Jade-Weser-Port.

Der amtliche Name der Insel lautet Minsener Oog und wurde erst vor rund zehn Jahren vom Ständigen Ausschuss für geografische Namen festgelegt. Die anderen genutzten Namen wie Minser Oog oder Oldeoog sind lediglich Zweitbezeichnungen.

Der Name geht zurück auf die Sage vom Minser Seewiefken: Die Fischer eines früheren Dorfs Minsen sollen eine Nixe gefangen haben, die aus Rache den Ort in den Fluten versinken ließ. Das Minser Seewiefken ist auch Wappenfigur der Gemeinde Wangerland. Minsener Oog gilt als gemeindefreies Gebiet; Grundbesitzer ist die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Ursprünglich hatte Wilhelm Krüger geplant, Wangerooge mit Minsener Oog zu verbinden, damit Wangerooges Landabtragungen ein Ende fänden. In den 1930er Jahren wurde dieses Vorhaben zeitweise wieder aufgenommen, die neuerlichen Kriegsereignisse verhinderten dann aber weitere Arbeiten in diese Richtung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten die Siegermächte Wilhelmshaven als Marinebasis unbrauchbar machen und die Jademündung versanden zu lassen. Dafür wurde ein Hauptdamm auf Minsener Oog gesprengt, weitere Maßnahmen wurden nicht ergriffen.

Zur Sicherung des Jadefahrwassers und für den Ausbau auf eine Tiefe von 20 Metern unter Seekartennull entstand in den 1970er Jahren durch Sandaufspülungen eine großflächige Düneninsel. Mehr als 10 Millionen Kubikmeter Baggergut aus dem Fahrwasser wurden von 1975 bis 1978 aufgespült. Die Insel weist nun eine bis zu zwölf Meter hohe Dünenlandschaft auf und ist 4,5 Kilometer lang in Nord-Süd-Richtung und bis zu 1,5 Kilometer breit.

Neben dem 1976 erbauten Turm der Landradarkette Jade steht die Wohnbaracke hochwassersicher als Pfahlbau. Unweit des Turms liegt an der Buhne C eine Anlegestelle. Die Lorenbahn verband früher die Süd- mit der Nordseite der Insel. Weite Teile des Schienennetzes sind inzwischen nicht mehr befahrbar.

An der Nordspitze der Insel, Buhne A, steht ein kleiner Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg, der bis 1998 ein Leuchtfeuer trug. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es auch eine ständige Inselbesatzung: Jeweils zwei Buhnenwärter waren dort zum einsamen Schichtdienst mit Überwachungsaufgaben betraut.

Heute wird die Baracke nur noch gelegentlich von dort eingesetzten Bautrupps und vom Vogelwart bewohnt. Der ist während des Sommers vom Mellumrat eingesetzt, um das bedeutende Seevogelbrutgebiet zu schützen und die Vogelwelt beobachten. Geführte Wattwanderungen starten regelmäßig von Schillig aus zum Minsener Oog.

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