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NWZonline.de Region Friesland Politik

Es bleibt ihnen nichts als Schutt und Asche

21.05.2015

Grabstede In dieser einen Nacht, in der der Hof an der Straße Bentshöcht in Grabstede lichterloh in Flammen stand, hat sich das ganze Leben der Familie Scheller verändert. Franziska Scheller und ihre Schwester Christin stehen am Mittwoch vor der Brandruine, sie sehen aus, als stünden sie noch immer unter Schock. „Unsere ganze Vergangenheit war da drin“, sagt die 20-jährige Franziska und zeigt auf die Wohnung in dem alten Gehöft. Jetzt bleibt ihnen nichts als Schutt und Asche. In der Nacht zu Sonntag hatte das Haus gebrannt, der Schein der Flammen war kilometerweit zu sehen (NWZ  berichtete).

Enkelin pflegt die Oma

Christin Scheller (23) und ihre Schwester sehen sich um. Sie stehen auf der Straße vor dem großen Haus, betreten dürfen sie das Grundstück nicht. Die Polizei hat es zur Beweissicherung beschlagnahmt. „Oma hat noch gar nicht gesehen, wie das jetzt aussieht“, sagt Franziska und erzählt von ihrer Großmutter.

Sie heißt Rosita Kosik und ist auf Hilfe angewiesen – sie hat Pflegestufe 2, sieht nicht mehr gut und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Die 66-Jährige lebt seit einem Jahr zusammen mit ihrer Enkelin Franziska in der Wohnung in dem großen Bauernhof. Franziska pflegt ihre Großmutter rund um die Uhr, mit der Hilfe von Christin. Sie haben die Wohnung gemietet, denn Rosita Kosik sollte auf Empfehlung ihrer Ärzte nach Friesland ziehen. Die Familie kommt aus Sachsen-Anhalt.

Rosita Kosik wohnte mit ihrer Enkelin Franziska in der gemieteten Wohnung auf dem Hof in Grabstede, Enkelin Christin wohnt eine Straße weiter in einer Wohngemeinschaft, Mutter Kirsten lebt mit den jüngsten Kindern, ihren beiden Söhnen, und dem Familienvater in Sachsen-Anhalt.

Mutter Kirsten Scheller war gerade mit dem achtjährigen Sohn Lukas zu Besuch bei Oma Rosita und den Töchtern in Friesland. Sie schliefen, als das Feuer ausbrach. Doch Rosita Kosik wachte auf – und rettete damit der Familie das Leben. Die 66-Jährige weckte ihre Tochter und die Enkel, alle flohen auf die schmale geklinkerte Dorfstraße.

„Beim Rausgehen hab’ ich die Feuerwehr angerufen“, erinnert sich Kirsten Scheller. „Gefühlte fünf Minuten später war sie schon da.“ Dann hat sie bei den Nachbarn gegenüber geklingelt. „Kaum hatte ich geklingelt, machte Daniel Müller schon die Tür auf. Er ist auch bei der Feuerwehr und war sofort hilfsbereit.“

Nachbarn sind zur Stelle

Seine Frau Nadine Warnken kümmerte sich um die 66-Jährige Großmutter und den achtjährigen Enkel. Anni Warnken, die schräg gegenüber wohnt, hat auch sofort reagiert. „Meine Enkelin hat mich geweckt, und ich habe sofort angefangen, Kaffee zu machen und Brote zu schmieren“, sagt sie im Gespräch mit der NWZ. „Ich finde, das gehört dazu, dass man sich in so schrecklichen Momenten umeinander kümmert“, sagt sie.

„Es ist unglaublich, wie uns die Nachbarn und die Feuerwehrkameraden in der Situation geholfen haben, sowas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Kirsten Scheller, als sie vor der Brandruine steht und sich an die schreckliche Nacht erinnert.

Dort hatten sie auch in der Brandnacht gestanden, barfuß, in Bademantel und Schlafzeug, und schauten zu, wie Feuerwehrleute das lichterloh brennende Haus löschten. Und übrig blieb nichts als eine Ruine. Ein einsturzgefährdetes Haus. Betreten verboten. Die Bandursache ist unklar, ausgebrochen war der Brand nicht im Haus, sondern an der Scheune, sagt Mutter Kirsten Scheller.

Familie braucht Hilfe

Franziska Scheller wohnt jetzt mit ihrer pflegebedürftigen Großmutter in einer Ferienwohnung in Moorhausen – die sie bezahlen müssen und die nur noch bis Ende Mai zur Verfügung steht. „Wir wissen gar nicht, wie es weitergehen soll“, sagt Franziska und zuckt mit den Schultern. „Wir haben doch nichts mehr“, sagt sie. Sie sucht jetzt eine ebenerdige Wohnung, in die sie mit ihrer Großmutter einziehen kann. Von dem Pflegegeld für Rosita Kosik und dem Arbeitslosengeld II, von dem Franziska Scheller lebt, können sich die beiden kaum ein neues Leben aufbauen. „Wir sind für jede Hilfe dankbar“, sagt Franziska Scheller und hofft, dass Menschen, die helfen wollen, sich bei ihr oder ihrer Schwester melden. Christin Scheller ist erreichbar unter Tel. 01573/3860816.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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