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NWZonline.de Region Friesland Politik

Streit im Radio über Kavernen

17.05.2018

Etzel Die Bürgerinitiative wirft den Kavernenbetreibern „Wissenschaftsgläubigkeit“ vor, die Kavernenbetreiber sagen, die Bürgerinitiative sei objektiven Argumenten überhaupt nicht zugänglich: So kann man das Streitgespräch zusammenfassen, dass der NDR am Dienstagabend in Etzel aufgezeichnet hat. Die Radiosendung „Unten Gas – oben Ärger“ wird an diesem Donnerstag, 17. Mai, um 19 Uhr beim NDR 1 ausgestrahlt.

Im Dorfkrug Coordes kamen Andreas Sikorski vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), Andreas Rudolph von der Bürgerinitiative „Lebensqualität Horsten/Etzel/Marx“ und Thomas Kleefuß von der Geschäftsführung der Storag Etzel zusammen. Der Radiosender hatte sie zum Streitgespräch mit dem Titel „Unten Gas – oben Ärger“ eingeladen, moderiert von Anke Genius.

Am Mikrofon trugen die Gäste noch einmal den gleichen Streit aus, den sie schon bei der jüngsten Sitzung des Kavernenbeirats geführt haben – und auch jetzt kamen sie nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Die Bürgerinitiative wirft den Kavernenbetreibern vor, zu wenig über die Gefahren des Betriebs zu informieren und die Gefahren bewusst herunterzuspielen. Sie fordern einen größeren Sicherheitsabstand der Kavernen zu ihren Häusern und befürchten, dass ganz Etzel in hundert Jahren in einem See versinkt. Weil sich der Boden an einer Stelle im Umkreis im vergangenen Jahr um sechs Zentimeter abgesenkt hat, fürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative, dass sich das Gelände in hundert Jahren um sechs Meter absenkt.

„Ich warne davor, mit einfachen Dreisätzen wissenschaftliche Arbeit infrage zu stellen“, sagte Thomas Kleefuß. Darauf reagierte das Publikum im Dorfkrug mit lautstarker Empörung, Buh-Rufen und Pfiffen. „Wir sind alle dumm“, rief einer der Zuschauer mit deutlicher Ironie in der Stimme.

Einer der Gäste wollte wissen: „Sind die Anlagen terrorsicher?“ Und Thomas Kleefuß blieb nichts anders übrig, als zu sagen: „Natürlich sind sie nicht terrorsicher. Wenn ein Flugzeug in einen der Kavernenköpfe fliegt, wird es eine Explosion geben und es werden Trümmerteile herumfliegen. Die Frage ist nur: Kommen sie von der Kaverne oder vom Flugzeug?“ Wieder großer Tumult im Saal. Andreas Rudolph verwickelte Thomas Kleefuß und Andreas Sikorski in eine Debatte über die Sicherheit der Förderstränge, er ist gut informiert, doch schaffte es kaum, seinen Gegenüber auch mal ausreden zu lassen.

Die Stimmung ist schon vor langer Zeit gekippt, konstruktive Gespräche zwischen Bürgerinitiative und Kavernenbetreibern gibt es längst nicht mehr. Die Politiker aus Hannover haben scheinbar keine Lust mehr auf diese Diskussion – weder zur Sitzung des Kavernenbeirats noch zur Aufzeichnung der NDR-Sendung sind Vertreter der Landesregierung gekommen.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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