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NWZonline.de Region Friesland Politik

Frauen in Friesland kämpfen für ihre Rechte

19.01.2019

Friesland „Damenwahl“ titelte die satirische Zeitschrift „Kladeradatsch“ Anfang des Jahres 1919, als bei der Wahl zur Nationalversammlung, die die Verfassung der Weimarer Republik erarbeiten sollte, erstmals alle Frauen das Wahlrecht erhielten und auch gewählt werden durften. Was das im Alltag bedeutete, schilderte Jevers Museumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander in ihrem Vortrag zu 100 Jahren Frauenwahlrecht – und zwar am Beispiel ihrer eigenen Familie.

Da wurden plötzlich politische Diskussionen in der Familie ihrer Ur- und Großmütter Luise Janßen, Ella und Gertrud Stier geführt, unterschiedliche Standpunkte innerhalb der Familie wurden deutlich und Frauen besuchten Vorträge der Parteien, um sich politisch kundig zu machen. Auch für die Parteien war es eine völlig neue Situation, als plötzlich 50 Prozent neue Wähler hinzukamen, deren Verhalten man überhaupt nicht einschätzen konnte. Entsprechend wurden die Frauen intensiv umworben.

Auch wenn das Frauenwahlrecht ziemlich plötzlich mit der Novemberrevolution 1918 eingeführt wurde, ist es nicht vom Himmel gefallen, so Sander. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts fingen Frauen an, sich zu engagieren und überwiegend für soziale Ziele einzusetzen. So war der Verein das Mittel für Frauen, sich zu organisieren. Schon 1865 wurde der ‚Allgemeine deutsche Frauenverein‘ gegründet und in der Folge entstanden eine Vielzahl von Frauenvereinen auch in Friesland.

Eine der herausragenden Persönlichkeiten war die Oldenburger Lehrerin Helene Lange, die sich „im Bereich der Mädchenbildung engagierte und damit auch Frauen zu eigenständigem politischen Handeln verhalf“. Zusammen mit Willa Thorade kämpften sie dafür, die Rechte der Frauen zu stärken. Dabei hielten sie sich parteipolitisch neutral.

Ein besonderes Beispiel für starke Frauen ist die als uneheliche Tochter einer Dienstmagd in Dangastermoor geborene Sozialdemokratin Marie Helene Behncke, die für Paul Hug in der Nationalversammlung nachrückte und vom August 1919 bis zum Juni 1920 Mitglied war. „Sie ist heute fast vergessen. Sie war aber die erste Parlamentarierin überhaupt im Nordwesten“, so Antje Sander.

„Gerade einmal 30 Prozent der Mitglieder des Bundestags sind 100 Jahre später Frauen. Das zeigt, dass noch längst nicht alle Ziele erreicht sind“, so Sander.

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