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NWZonline.de Region Friesland Politik

PARTEI-Kreisverband kürt Landrats-Kandidaten

11.02.2019

Friesland /Schortens Demokratie – das bedeutet für die PARTEI Friesland, dass zur Landratswahl in Friesland am 26. Mai nicht nur ein Kandidat auf dem Wahlschein steht. Und so steht nun fest: Die PARTEI geht mit Sebastian Schroeter, stellvertretender Generalsekretär des Kreisverbands, als Landrats-Kandidat ins Rennen. Nach Vorbild anderer Parteien lautete das Ergebnis der Kandidatenkür natürlich 100 Prozent.

Jan Ole Möller tritt ebenfalls mit 100 Prozent Zustimmung als Kandidat zur Bürgermeisterwahl in Schortens an. Ursprünglich hatte Kultkrug-Wirt Detlef Lübben seinen Hut in den Ring geworfen. Doch er zieht aus beruflichen Gründen zurück. „So musste halt der nächste Langhaarige ran – und das bin ich“, sagt Möller.

Hinzu kommt: Er sehe schließlich aus wie Dr. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Deutschen Bundestag – „nur besser“, meint Dennis Zimmermann, Vorsitzender des Kreisverbands. Und: „Wir wollten einen Kandidaten vom Rand der Gesellschaft – also entweder ganz alt oder ganz jung.“

Als „Verächtlichmachung von Politik und der Arbeit eines demokratischen Parlaments“ hat Sigmar Gabriel, ehemaliger SPD-Bundesvorsitzender, jüngst „Die PARTEI“ bezeichnet. Doch die so genannte Spaß- und Satirepartei sieht sich als durchaus ernstzunehmend und wählbar: „Mit unserer Politik sprechen wir die Nichtwähler an“, sagt Dennis Zimmermann: „Jeder, der wählen geht, ist ein Gewinn für die Demokratie. Und als Partei der Protestwähler sind wir die deutlich bessere Alternative für Deutschland.“ Daraus folgt für ihn: „Wir sind keine Spaß- oder Satirepartei.“

Und Schroeter sieht es so: „Wenn jemand von der PARTEI gewählt wird, machen wir auch echte Politik.“

Diese beiden kandidieren fürs landrats- und Schortenser Bürgermeisteramt

Sebastian Schroeter, 38 Jahre alt, IT-Trainer aus Roffhausen, kandidiert für die Landratswahl in Friesland: Er sei „absoluter Quereinsteiger in die Politik“, sagt er über sich: „Bei der PARTEI bin ich, weil die anderen Parteien meine Vorstellungen von Demokratie nicht mehr vertreten.“ Nach 20 Jahren in der IT-Branche in Hessen, „in denen ich mich fast totgearbeitet habe“, ist der gebürtige Oldenburger nach einem Burnout nach Friesland gezogen. „Ich brauchte Entschleunigung – das bietet Friesland“. Als IT-Trainer bei einem Anbieter für Umschulungen und Arbeitsamt-Maßnahmen in Roffhausen habe er viel Verständnis für Menschen entwickelt: „Da sitzen Leute mit einem Schicksal.“ Seine Aufgabe sei, sie zu motivieren. „Und das passt auch für die Politik: Man muss ein dickes Fell haben, darf nicht gleich zusammenbrechen, wenn etwas nicht sofort klappt.“ Sein Motto: „Immer weiter, immer weiter – man kann alles mit Gesprächen lösen.“

Jan Ole Möller, 22 Jahre alt, aus Schortens, kandidiert für die Bürgermeisterwahl in Schortens. Er ist Versicherungskaufmann, absolviert nebenher ein Studium der Wirtschaftswissenschaft und ist Gitarrist bei „Wendigo“. Ausschlaggebend für seine Kandidatur – neben der Ähnlichkeit mit dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Dr. Anton Hofreiter – war sein Alter: „Wenn ich mir den Umgang von Politik und Verwaltung mit den Schortenser Jugendsprechern ansehe, stelle ich fest, dass die Jugend nicht unbedingt ernst genommen, sondern sehr herablassend behandelt wird.“

2015 hatte sich der Kreisverband Friesland gegründet, der eng mit Wilhelmshaven zusammenarbeitet. Dort ist die PARTEI mit Stadtratsmitglied und Oberbürgermeister-Kandidat Andreas Tönjes längst etabliert. Seit vergangenem Jahr ist Zimmermann (43, Politikwissenschaftler) Kreisvorsitzender. Acht Aktive bilden den harten Kern, der sich regelmäßig im „Kultkrug“ Sillenstede trifft.

Dass sie mehr können als zu reden und Politik und Politiker auf die Schippe zu nehmen, haben die PARTEI-Mitglieder jüngst im Streit um den Ballspielplatz in Sillenstede gezeigt: Dass dort nun ein Schließdienst für regelmäßige Öffnungszeiten sorgt, schreibt sich Sebastian Schroeter auf die Fahne. „Es war mir ein persönliches Anliegen, sowohl den Kindern als auch den Anliegern zu helfen. Und vor allem, den Frieden wieder herzustellen“, sagt Schroeter.

Und so nahm er nach dem Orts-Termin am Ballspielplatz Kontakt zur Stadtverwaltung auf: „Weil der Bürgermeister keine Zeit hatte, habe ich mit Bauamtsleiter Theodor Kramer gesprochen und den Einsatz des Schließdienstes vorgeschlagen – es hat mich sehr gefreut, dass genau das nun praktiziert wird“, sagt er.

Die PARTEI –

„Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ ist eine 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins Titanic gegründete deutsche Kleinpartei. Im Europäischen Parlament ist sie durch ihren Parteivorsitzenden Martin Sonneborn vertreten.

Auch für den Landkreis hat er als Landratskandidat Ideen: „Thema Küstenschutz: Ich werde dafür sorgen, dass ganz Friesland auf Deichniveau angehoben wird – dann haben wir freie Sicht auf Helgoland und sind vor Überflutung sicher.“ Und – Vorsicht Satire – der Landwirtschaft will die PARTEI ebenfalls helfen: „Nachdem Umweltminister Olaf Lies vor kurzem beim Kreislandvolk ganz auf Schiene der Landwirtschaft bei den Themen Gänsefraß und Wolf war, können wir nur sagen: wir stimmen dem zu“, sagt Dennis Zimmermann. Die Vorschläge der PARTEI dazu: Friesland überdachen, so dass keine Gänse mehr landen können; drumherum eine Mauer, so dass der Wolf draußen bleibt. Denn: Auf Mauern steht die PARTEI.

Sigmar Gabriels Vorwurf der Verächtlichmachung blieb übrigens nicht ohne Antwort. Bundesvorsitzender und Europa-Abgeordneter Martin Sonneborn antwortete postwendend: „Moooment mal, die SPD hat angefangen damit, Politclowns in Parlamente zu schicken. . . ZwinkerSmiley!“

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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