• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Friesland Politik

SCHULE: Ganz neue Ansätze sind gefragt

06.06.2009

JEVER Das von Kriegen gebeutelte Afghanistan entwickelt sich. Darüber herrschte am Freitag am Ende einer hoch kontroversen Diskussion im Mariengymnasium Jever versöhnliche Einigkeit. Ob allerdings die eingeschlagene Richtung stimmt und das Land Frieden finden wird, darüber gab es unterschiedliche Auffassungen.

Die Schülervertretung des Mariengymnasiums hatte zur Frage „Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan – eine unmögliche Mission?“ vier Experten aufs Podium gebeten: Sabour Zamani, Leiter des Afghanischen Kommunikations- und Kulturzentrums Berlin, lebt seit fast 30 Jahren in Deutschland und betreut afghanische Flüchtlinge. Andre Tiburcio, 28 Jahre alter Leutnant des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ in Upjever, war bereits zweimal im Afghanistan-Einsatz. CDU-Bundestagsabgeordneter Hans-Werner Kammer (Zetel) ist Mitglied des Innenausschusses, und Hans-Henning Adler (Oldenburg), Jurist und stv. Fraktionsvorsitzender der Linken im Landtag.

Armut und Flucht

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Newsletter "kurz vor acht" der Nordwest Mediengruppe erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Bei der Diskussion zeigte sich schnell, dass die Mitglieder der Runde höchst unterschiedliche Sichtweisen auf das Geschehen in Afghanistan haben. So forderte Zamani ein Ende des „Terrors“ durch die internationale Anti-Terror-Allianz unter Führung der USA: „Acht Jahre nach dem Sturz der Taliban herrschen größerer Terror, Armut, Flucht und Zerstörung als zuvor“, sagte er. Er warf den USA brutale Übergriffe auf die Zivilbevölkerung vor. „Der Militäreinsatz macht Frieden und Sicherheit in Afghanistan unmöglich“, betonte Zamani, der sich nach eigenen Angaben bei Reisen immer wieder ein Bild von der Situation in seinem Heimatland macht.

Seine Forderung: Die Afghanen, seit Jahrhunderten von Fremdmächten dominiert, müssten die Dinge endlich selbst in die Hand nehmen dürfen.

Auch Hans-Henning Adler zog die Bilanz: „Mit dem Krieg haben wir nicht viel erreicht.“ Anstelle der islamistischen Taliban hätten nun kriminelle Kriegsherren, die ihr Geld mit Drogenhandel finanzieren, das Sagen, und die Kriegshandlungen verbreiteten sich immer weiter über das Land. „Die Bundeswehr muss raus aus Afghanistan“, forderte er, stattdessen müsse viel mehr Geld in die zivile Entwicklungshilfe fließen.

Demgegenüber verwahrte sich Hans-Werner Kammer gegen den Vorwurf, die internationalen Truppen verübten durch Bombardierungen und Hausdurchsuchungen Terrorakte gegen die Afghanen – „das ist ein Friedenseinsatz“, betonte er. Er hob hervor, wie viel Aufbauhilfe Deutschland bisher in Afghanistan geleistet hat. „Die Lage dort sieht ganz anders aus als Sie darstellen“, kritisierte er Adler und Zamani. Seine These als Innenpolitiker: Der Einsatz in Afghanistan ist auch wichtig, um die Sicherheit Deutschlands zu wahren.

Hilfe für Bevölkerung

Auch für Tiburcio steht außer Frage, dass der Bundeswehreinsatz in Afghanistan richtig ist. „Wir helfen den Afghanen in der Umgebung von Mazar-E-Sharif, wo wir können“, sagte er mit Blick auf Schul- und Brunnenbau, die Entsorgung von Munitions-Altlasten aus den vergangenen Kriegen und allgemeine Nachbarschaftshilfe.

Zuletzt brachte ein Schüler die Positionen zusammen: „In der Debatte um Afghanistan geht es immer um Extreme. Vielleicht sollte man sich mal über ganz neue Lösungen Gedanken machen“, sagte er.

Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
Rufen Sie mich an:
04461 965311
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.