• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Friesland Politik

Geburtshilfe: Hebammen dringend gesucht

27.01.2015
NWZonline.de NWZonline 2015-07-20T14:46:06Z 280 158

Geburtshilfe:
Hebammen dringend gesucht

Friesland Eine Frau im Wangerland sucht eine Hebamme für den Geburtstermin 16. April, eine weitere Wangerländerin hat Geburtstermin am 22. Mai und noch keine Hebamme, eine dritte sucht eine Hebamme für August. Auch eine Jeveranerin hat im Mai Termin – und noch keine Hebamme. Und eine Schwangere in Schortens mit Geburtstermin im März hat ebenfalls noch keine Hebamme gefunden. Ähnlich sieht es im Südkreis Frieslands aus.

Zu wenige Hebammen

Mit einer „Landkarte der Unterversorgung“ machen Niedersachsens Hebammen deutlich, wie schwierig die Hebammenversorgung inzwischen ist – und das gilt auch für Friesland.

„Mittlerweile gibt es im gesamten Landkreis Friesland nur noch drei Hebammen, die freiberuflich geburtshilflich betreuen. Das ist eindeutig viel zu wenig“, sagt Christina Harms-Janßen aus Mederns, Kreisdelegierte Hebamme für Friesland/Wilhelmshaven. Auch die alteingesessene Hebammenpraxis in Jever hat zum 1. Januar 2015 ihre Türen geschlossen. Für Frauen wird es damit immer schwieriger, Hebammenbetreuung jeglicher Art in Anspruch zu nehmen.

„Selbst für die Wochenbettbetreuung haben Schwangere Schwierigkeiten, eine Hebamme zu finden“, weiß Christina Harms-Janßen. „Und dass oft auch keine Beleggeburt mehr möglich ist, weil die Hebammen keine freien Kapazitäten mehr haben, nehmen viele Frauen mittlerweile resigniert hin.“

Deutlicher Bedarf

Sie ruft deshalb alle schwangeren Frauen in der Region auf, die Kampagne des deutschen Hebammenverbands unterstützen: Auf der „Landkarte der Unterversorgung“ können Frauen anzeigen, wenn sie bisher keine Hebamme gefunden haben oder mehrere Hebammen anfragen mussten, um Betreuung zu erhalten. „Wir müssen den Notstand sichtbar machen“, betont Christina Harms-Janßen. Wichtig sei außerdem, den Mangel an Hebammenbegleitung gegenüber der eigenen Krankenkasse und den Gesundheitsämtern zu kommunizieren.


Mehr Infos unter   www.unsere-hebammen.de/mitmachen/unterversorgung-melden/ 

Teure Berufshaftpflicht

Hintergrund des Notstands ist, dass die Beiträge zur Berufshaftpflicht für freiberufliche Hebammen immer weiter steigen. Seit Juli 2014 müssen die rund 4000 freiberuflichen Hebammen knapp 5000 Euro Berufshaftpflicht im Jahr zahlen – für dieses Jahr sind weitere Steigerungen angekündigt. Vor zehn Jahren lag die Prämie für Hebammen den Berufsverbänden zufolge noch bei 453 Euro.

Freie Hebammen betreuen rund 20 Prozent aller Geburten in Deutschland, meist als Beleghebammen in Krankenhäusern.

Zurzeit verhandeln die Hebammenverbände mit den Krankenkassen den gesetzlichen neu definierten Sicherstellungszuschlag, der ab Juli greifen wird. Dann steigen die Prämien für in der Geburtshilfe freiberuflich tätige Hebammen auf 6274 Euro pro Jahr. Hebammen, die diese Summe nicht erwirtschaften können, sollen mit dem Sicherstellungszuschlag einen Ausgleich erhalten.