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NWZonline.de Region Friesland Politik

Tafel Erinnert An Kunstmaler Rudi Lehmann: Glücklichste Zeit in Hohenkirchen erlebt

09.04.2019

Hohenkirchen Vor lauter Rührung und Freude vergoss Christa Tews heiße Tränen: Zusammen mit Hartwig Harms hat sie am Samstag am ehemaligen Kaufhaus Albers in Hohenkirchen eine Gedenktafel für ihren Vater Rudi Lehmann (1908 bis 1982) enthüllt. Seit 2012 stand die Idee im Raum – nun wurde sie umgesetzt: Die Tafel beschreibt den „vergessenen Maler“, der von 1945 bis 1951 erst in Jever, dann in Hohenkirchen lebte und dessen Aquarelle in zahlreichen Häusern im Jeverland hängen.

Maler und Grafiker Rudi Lehmann

Rudi Lehmann, der aus dem Raum Berlin stammte, war am Kriegsende 1945 in Friesland interniert und hatte ab 1946 mit seiner Familie in Hohenkirchen gelebt. 1951 zog es ihn aus familiären Gründen nach Falkensee zurück, wo er 1982 starb.

Lehmann betätigte sich in Friesland als freischaffender Maler und Grafiker, um seine Familie zu ernähren. Landschafts-Aquarelle, einige Ölbilder sowie Strich- und Federzeichnungen, größtenteils mit friesischen Motiven, entstanden in der friesischen Zeit. Weitere Bilder kamen hinzu, als er als Rentner die DDR verlassen durfte und nach Friesland reiste.

„In Hohenkirchen war die erfolgreichste Schaffensperiode meines Vaters – diese Leichtigkeit in seinen Bildern hat er später nie mehr erreicht“, sagte Christa Tews. Auch für die heute 80-Jährige war die Zeit in Hohenkirchen die glücklichste ihres Lebens: Sie besuchte hier Grundschule und Progymnasium, mit ihrer besten Freundin Else Dirks hält sie noch immer Kontakt.

Die Familie Lehmann wohnte über dem Kaufmannsladen von Gerda Preißler, nach der seit kurzem der Platz vor dem Haus an der Bahnhofstraße benannt ist. „Die Tante war sehr um uns Kinder bemüht – ich habe manches Bonbon von ihr zugesteckt bekommen“, erinnert sich Christa Tews.

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Sie lebt in Falkensee/Brandenburg und war mit ihrem Mann Heinz und ihrem Sohn Henning nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder nach Hohenkirchen gekommen, um die Erinnerungstafel zu enthüllen. „Das ist eine große Ehre für meinen Vater. Ich bin sehr gerührt, dass Rudi Lehmann nicht vergessen ist“, sagte sie.

Kunstmaler Lehmann führte offenbar ein offenes Haus – Künstler und Musiker waren bei ihm zu Gast. „Weil mein Vater auch für die Militärregierung gemalt hat, hatte er immer Zigaretten – und so waren die Musiker der legendären Kapelle „Herz 9“ um Horst Bäßler dort oft zu Gast. Bäßler, später NWZ-Redakteur, gab Christa Tews Musikunterricht und war ebenfalls leidenschaftlicher Maler.

Bäßler war es auch, der Hartwig Harms und seine verstorbene Frau Hannelore auf die Spur des „vergessenen Malers“ gebracht hatte: „bei uns zu Hause hing immer ein Bild von der Hohenkirchener Windmühle über dem Klavier“, erzählte Harms. Signiert war es mit „RL“. Und im Nachlass seiner Tante fand sich ein Bild von Minser Oldeoog – die Signatur lautete R. Lehmann. Hartwig Harms hatten beide Bilder schon immer sehr gefallen – und mit Horst Bäßlers Hinweis, dass es sich bei R. Lehmann um Rudi Lehmann aus Falkensee handelte, suchte er später Kontakt zur Familie Lehmann bzw. Tews.

Zum 100. Geburtstag Lehmanns 2008 organisierte Harms dann gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Wangerland eine Ausstellung mit Bildern des „vergessenen Malers“, parallel dazu gab es auch in Falkensee eine Lehmann-Ausstellung. „Wir hatten 250 Exponate – und es war ganz erstaunlich: Sie kamen rein durch Mundpropaganda zusammen“, erinnerte Harms an die Werkschau.

Er ist sehr froh, dass die Erinnerungstafel nun am ehemaligen Kaufhaus Albers und heutigen Sanitätshaus Uber hängt.

Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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