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NWZonline.de Region Friesland Politik

Heute haben Frauen die Wahl . . . oder?

22.02.2019

Jever Da gehen sie nach vorne, eine nach der anderen, und berichten, wann sie im Leben vor einer Wahl standen. „Ich bin schon oft umgezogen, hatte sogar vier verschiedene Berufe“, sagte eine Besucherin. „Ich stand oft im Leben vor einer Wahl.“

So wie ihr geht es wohl jeder Frau – früher wie heute. Wobei das Wort „Wahl“ auf verschiedene Bereiche anwendbar ist. Welche das sind, darüber hat das Team des FrauenORT Jever im Salon „Fräulein Maria hat die Wahl“ mit den Gästen geredet.

Der Frauenort in Jever

Die Stadt Jever ist 2016 zum 30. „FrauenORT in Niedersachsen“ ernannt worden. Ein Team von Frauen aus verschiedenen Institutionen Jevers hatte einen entsprechenden Antrag dazu gestellt.

Mit der Bezeichnung „FrauenORT“ können sich nur Orte benennen, in denen Frauen zu ihrer Zeit etwas Besonderes bewirkt haben – und so eine Frau war Fräulein Maria von Jever.

S eit der Gründung lädt das Team immer zum Todestag von Fräulein Maria, am 20. Februar, zu Veranstaltungen ein. In diesem Jahr ging es – passenderweise zu 100 Jahre Frauenwahlrecht – rund um das Thema Wahl. Es wurde jedoch nicht nur die politsche Wahl angesprochen, sondern die Wahl in allen Lebenslagen.

Neben Vorträgen, Diskussionen und persönlichen Geschichten, die das Publikum erzählt hat, ist an dem Abend auch ein Film gezeigt worden, den Filmemacher Basil Mansour aus dem Schloss mit der elften Klasse des Mariengymnasiums um Lehrerin Anja Belemann-Smit sowie Studenten der Uni Oldenburg gedreht hat. Der soll auch auf die Internetseite des Schlosses gestellt werden.

Mehr Infos unter www.schlossmuseum.de

Anlass zu dem Thema ist eine ganz bestimmte Wahl: die politische. Denn in diesem Jahr wird 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert. „Und es lohnt sich, das zu feiern“, sagte Prof. Dr. Antje Sander. „Fräulein Maria zum Beispiel hätte zu Lebzeiten wohl nicht damit gerechnet, dass das für Frauen einmal möglich sein wird.“

Wobei: Auch Maria (1500 bis 1575) hatte früher einige Wahlmöglichkeiten – zumindest mehr als andere Frauen. Andererseits sei sie auch eingebunden gewesen und man habe gewisse Erwartungen an sie gestellt, so Sander.

Von einer anderen Frau, einer Frauenrechtlerin und auch der Verfasserin der „Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ von 1791 berichtete Anja Marrack: Olymp de Gouges lebte von 1748 bis 1793 und schrieb einen Protest gegen die Männer-Privilegien:

Artikel 1

Die Frau wird frei geboren und bleibt dem Manne gleich in allen Rechten.

Artikel 10

Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen. Gleichermaßen muss ihr das Recht zugestanden werden, eine Rednertribüne zu besteigen.

Das sind nur zwei Auszüge der Erklärung. Später ist Olymp de Gouges angeklagt, eingekerkert und schließlich zu Tode verurteilt worden. Man hat ihren Kampf für Frauenrechte als unerwünschte Einmischung in die Politik angesehen, die doch eigentlich den Männern vorbehalten war.

Seit 100 Jahren nun gibt es das Frauenwahlrecht. „Aber trotzdem ist noch viel zu tun“, betonte das Team des FrauenORT ebenso wie Frauen aus dem Publikum. An einer Pinnwand haben sie gemeinsam ihre Gedanken zum Thema „Wahl“ anbringen können: Hinweise wie Lohngleichheit, mehr Home-Arbeitsplätze für Frauen, Gender-Infos fest in Bildungsunterricht einbauen, flexible Betreuungszeiten für Kinder, damit Frauen wieder arbeiten können fanden dort ebenso Platz wie: Babywickeltisch auch auf Herren-WCs.

Und am Ende des Abends wurde deutlich: heute haben Frauen oft eine Wahl. Doch ebenso blieb auch die Frage: Haben Frauen oft eine Wahl?

Video

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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