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NWZonline.de Region Friesland Politik

Zwei starke Partner für die Sinti

15.09.2018

Jever Christel Schwarz vom Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg kämpft. Er kämpft gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, gegen das Vergessen und für die Anerkennung der Verbrechen, die die Nationalsozialisten an seiner Familie und anderen Sinti und Roma begangen haben.

Seine Mutter Margot Schwarz (geborene Franz) hat Auschwitz überlebt – als eine von zwei der insgesamt zehn Familienmitglieder Frank/Franz, die am 8. März 1943 von Bohlenberge (Zetel) deportiert wurden. Dort wurden sie mit ihrem kleinen Wanderzirkus 1939 von den Nazis festgesetzt. Acht Mitglieder der Sinti-Familie kamen in den Vernichtungslagern um.

Im März dieses Jahres wurde eine Gedenkstele in Bohlenberge aufgestellt, die an ihr Schicksal erinnert. Auch dafür hat Christel Schwarz lange gekämpft. Sichtlich bewegt erzählte er am Donnerstag in einer kleinen internen Feierstunde im Gröschler-Haus Jever von diesem Kampf – und von den Menschen, die ihm dabei zur Seite gestanden haben.

Unterstützt wurde der Freundeskreis der Sinti und Roma in Oldenburg nämlich vom Schlossmuseum Jever und vom Arbeitskreis Gröschler-Haus. „Die Gemeinde Zetel wollte die Stele nicht, aber mit Hilfe dieser Partner und des Landkreises Friesland haben wir sie doch bekommen“, sagte Schwarz. „Das war der schönste Tag in meinem Leben.“

Der Freundeskreis der Sinti und Roma in Oldenburg, das Schlossmuseum Jever und der Arbeitskreis Gröschler-Haus arbeiten seit mehreren Jahren zusammen und haben ihre Kooperation jetzt offiziell in Verträgen festgeschrieben. „Weitere gemeinsame Projekte sind in Planung“, sagte Hartmut Peters vom Arbeitskreis Gröschler-Haus. Unter anderem soll eine Broschüre erscheinen, die das Schicksal der Sinti in Bohlenberge beleuchtet. „Außerdem muss sehr viel Grundlagenforschung geleistet werden“, sagt Schlossmuseumsleiterin Prof. Dr. Antje Sander. Denn die Sinti, die laut Christel Schwarz seit 1504 in Deutschland leben, auch in Friesland und Ostfriesland, wurden bisher regionalgeschichtlich kaum in den Blick genommen. Ihre Schicksale während der NS-Zeit sind weitestgehend unbekannt.

Im Lauf der Jahrhunderte hatten Sinti und Roma immer wieder mit Anfeindungen und Ausgrenzung zu kämpfen, die in den Nazi-Verbrechen gipfelten, heute aber immer noch aktuell sind. „Erst kürzlich sind wir, als wir mit unserem Missionszelt in Zetel waren, wieder beschimpft und angefeindet worden. Jugendliche haben sogar mit Schreckschusspistolen geschossen“, sagt Schwarz. „Für uns ist das alles heute noch nicht zu Ende. Die Diskriminierung geht weiter.“

Unterstützung habe er aber auch erfahren: „Hartmut und Antje haben ihre Hilfe angeboten und wir haben gemerkt: Es ist doch nicht alles so braun.“

Im Rahmen der Feierstunde erhielt Christel Schwarz, der auch Pastor des Christlichen Missionswerks in Oldenburg ist, ein neues Predigerpult, denn sein altes war in die Jahre gekommen.

Außerdem wurde das Öl-Gemälde von Michaela Classen „Zirkus Frank“ in Anlehnung an die Familie Frank/Franz im Gröschler-Haus enthüllt.

Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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