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NWZonline.de Region Friesland Politik

Überraschungsfund in abgebrannter Synagoge

04.11.2017

Jever Von Jevers einstiger Synagoge ist doch etwas mehr erhalten, als bisher bekannt war: Bei der Sanierung des Geschäftshauses Große Wasserpfortstraße 19, das in den 1950er Jahren auf den Grundmauern der Synagoge errichtet wurde, stoßen die Bauarbeiter, aber auch Hartmut Peters und Volker Landig vom Arbeitskreis Gröschler-Haus, auf immer mehr Spuren und Bruchstücke.

„Es fügt sich alles zusammen“, sagt Hartmut Peters. So hat Zach Katz (18), der zurzeit auf den Spuren seiner Familie Gröschler in Jever wandert, im Boden des Innenhofs verkohlte Holzstücke gefunden. Der junge Mann aus Vancouver ist Urenkel von Hermann Gröschler, letzter Vorsteher der jüdischen Gemeinde, und seiner Frau Änne. „Er stocherte einfach mit der Spitze seines Schirms im Boden – und dann wurde es interessant“, sagt Hartmut Peters.

Verkohlte Balkenreste, Bruchstücke von Schieferplatten, bearbeitete Sandsteine, Rußnester – alles beweist, dass es auf dem Grundstück einst gebrannt hat und dass die Trümmer danach einfach ins Fundament des Neubaus eingearbeitet wurden.

Peters hat die Funde mit alten Fotos der Synagoge verglichen und ist weitgehend sicher, dass sie vom Hintereingang der Synagoge stammen, dem einstigen Zugang zur Schule und zum Gemeindebüro. Und die größeren Sandsteine stammen höchstwahrscheinlich vom Zierfries, das einst das Zwischengesims der Synagoge zierte. Sie waren als Fundament für einen Schuppen genutzt worden, der 1954 auf dem Gelände entstand und jetzt abgerissen wurde.

Eine Bodenfliese konnte dank Stempel der Herstellerfirma in Mainz und Herstellungszeit zugeordnet werden – sie stammt aus der Bauzeit von Jevers Synagoge 1880. „Das passt alles sehr auffällig. Wir sind sehr gespannt, was sich hier noch auftut“, sagt Hartmut Peters. Er hofft, dass bei Nachgrabungen noch Scherben der Glasfenster der Synagoge zum Vorschein kommen.

Kommende Woche will Bezirksarchäologin Dr. Jana Esther Fries sich die Baustelle ansehen – dann wird übers weitere Vorgehen beraten.

Die jeversche Synagoge, 1880 errichtet, galt als die schönste weit und breit. In der Nacht vom 9. auf den 10. November war sie von Jeveranern angezündet worden. Am 11. November gedenkt der Arbeitskreis Gröschler-Haus wieder mit einer Feierstunde des Synagogenbrands und der Folgen für Jevers jüdische Bevölkerung.

Zurzeit wird das auf dem Fundament der Synagoge errichtete Gebäude saniert und umgebaut. Das Gröschler-Haus baut es mit Hilfe von EU-Mitteln zum außerschulischen Lernort und Informationszentrum um. Bereits jetzt gibt es Ideen, wie mit den Synagogen-Funden umgegangen wird: der Grundriss der Synagoge soll genauso sichtbar gemacht werden wie die bereits vor einiger Zeit wiederentdeckte Mikwe.


Video von der Sanierung:   www.youtube.com/nwzplay 
Video

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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