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NWZonline.de Region Friesland Politik

Ein Zeichen für mehr Toleranz

09.04.2018

Jever „Eine Brücke der Verständigung kann man nur im Miteinander bauen – und dazu gehören Toleranz und Verständigung.“ So lautete das Fazit von Jannes Wiesner, der am Samstag gemeinsam mit dem Jugendparlament zum interreligiösen Dialog eingeladen hatte.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Antidiskriminierungs-Kampagne „Together“ statt. Das Besondere: es lief in Form eines „Speed-Datings“, was bedeutet: die Teilnehmer hatten nur begrenzt Zeit, die wichtigsten Fragen zu stellen. Für manchen Besucher war genau das schon etwas gewöhnungsbedürftig. Im jeverschen Schloss waren Tische aufgebaut, an denen die Teilnehmer mit jeweils einem Vertreter einer Religion kurz über bestimmte Themen sprechen konnten. Doch das Eis war schnell gebrochen und es wurde munter diskutiert und erklärt.

Das Logo der Antidiskriminierungs-Kampagne „Together“. BILD: Yulian Ide

„Together“

Mit einer Veranstaltung am 27. Januar zur Erinnerung an die Schortenser Familie Solmitz starteten Jannes Wiesner, Yulian Ide und das Jugendparlament Friesland die Veranstaltungsreihe „Together“. Der Interreligiöse Dialog war die zweite Veranstaltung.

In verschiedenen Vorträgen und Aktionen wollen die Friesländer die verschiedenen Facetten von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in Friesland beleuchten.

Einbezogen werden sollen stets Parteien, Jugendvertretungen und Religionsgemeinschaften.

Aus der Vergangenheit lernen, um die Zukunft zu gestalten, in der bewussten Verantwortung, politische, gesellschaftliche und religiöse Disparitäten zu verstehen. Unsere Gesellschaft ist vielfältig und bunt, lasst uns gemeinsam diese Vielfalt fördern, um auch in Zukunft die Werte von Toleranz und Solidarität zu leben – so lautet die Erklärung des Jugendparlaments dazu.

    www.jugendparlament-friesland.de

Vier Vertreter verschiedener Religionen standen Rede und Antwort: Pastorin Katrin Jansen für die Evangelische Kirche, Diakon Klaus Elfert für die Katholische Kirche, Sirin Eyüpoglu für die Muslimische Gemeinde und Miskin Catuk für die Jesidische Gemeinde. Dass die Jüdische Gemeinde nicht vertreten war, hängt damit zusammen, dass wegen des Abschlusstags des Pessach Festes kein Vertreter kommen konnte. Zur jüdischen Religion soll es aber noch eine gesonderte Veranstaltung geben.

Besonders stand der Islam im Fokus der Diskussion. Klar hob Sirin Eyüpoglu hervor, dass islamische Extremisten ihre Religion nur benutzten, um ihre Gewalt zu rechtfertigen. In Wahrheit gehe es nicht um die Religion, sondern um ganz andere Dinge. Auch zum Thema Genitalbeschneidung konnte sie sagen, dass diese schreckliche Praxis durch den Koran in keiner Weise gefordert werde.

Sehr wenig weiß man in Deutschland über die Religion der Jesiden. Die 100 000 Jesiden, die in Deutschland leben, stammen ursprünglich aus der Region Türkei, Syrien und Irak. Sie haben dort unter Diskriminierung, Verfolgung bis hin zu Völkermord zu leiden. Ihre Religion ist eigenständig und hat mit dem Islam, wie häufig angenommen wird, nichts zu tun.

Auch die christlichen Religionen kamen nicht ohne Kritik davon. Am leichtesten hatte es da noch Pastorin Katrin Jansen. Sie konnte sich darauf berufen, dass für sie jeder Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen sei. Das schließe natürlich auch homosexuelle Menschen mit ein.

Etwas schwieriger war es da schon für Diakon Klaus Elfert beim Thema Gleichberechtigung. Es gebe in der katholischen Kirche inzwischen das Amt der Gemeindereferentin als Mitwirkungsmöglichkeit. Und er versprach: „Alle von uns werden weitere Fortschritte erleben, allerdings eher aus der Not heraus. Ich würde mir Fortschritte aus der Einsicht heraus wünschen.“

Mit dieser zweiten Veranstaltung im Rahmen der Kampagne „Together“ hat sich das Jugendparlament gemeinsam mit Jannes Wiesner ein weiteres Mal eindrucksvoll zu Wort gemeldet und ein Zeichen für Toleranz unter den Religionen gesetzt.

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