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NWZonline.de Region Friesland Politik

Kriegsende 1945: Als die weiße Fahne wehte

31.01.2020

Jever Die SPD-Fraktion im jeverschen Rat will mit Blick auf den 75. Jahrestag des Kriegsendes 1945 die kleine Gedenktafel in den Wallanlagen hinterm Graftenhaus neu gestalten: Am 3. Mai 1995 hatte die SPD-Seniorenarbeitsgemeinschaft 60plus dort einen Baum gesetzt und eine Tafel aufgestellt, um an eine legendäre Tat zu erinnern.

Drei Männer hatten am 3. Mai 1945 der Legende nach Jever vor der drohenden Bombardierung durch die Alliierten bewahrt: Johann Lünemann, Edgar Hinrichs und Max Rühlmann hatten an jenem Abend in einem Akt des Aufbegehrens auf dem Schlossturm eine weiße Fahne gehisst. Das weiße Tuch wehte knapp 15 Minuten über der Stadt. Dann waren die drei von Marinesoldaten abgeführt worden.

Die AG 60plus um Vorsitzenden Erich Matthies hat nun angeregt, das vor 25 Jahren aufgestellte Schild umzugestalten, berichtet SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Janßen. „Wir als Fraktion schließen uns diesem Anliegen an und bitten um Beratung und Beschlussfassung.“ Die Idee: Am Baum soll zusätzlich ein Findling abgelegt werden, den Baumschulen Meyer spenden will. Ein kleines Metallschild mit der Aufschrift „In Erinnerung an die mutigen Bürger Johann Lünemann, Edgar Hinrichs und Max Rühlmann“ will die AG 60plus selbst erstellen und montieren.

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Auf das bisherige Metallschild, dessen Schrift mittlerweile verwittert ist, soll nach Vorstellungen der SPD dann eine Tafel mit Erklärung der damaligen Geschehnisse geschraubt werden.

Die SPD schlägt folgenden Text vor: „Am 3. Mai 1945 versammelten sich etwa 2000 Menschen auf dem Alten Markt, weil ein Angriff der Royal Air Force auf die Stadt Jever befürchtet wurde. Die Menge war sehr erregt und voller Angst. NS-Kreisleiter Flügel wurde von Schlachtermeister Tammen entwaffnet. Lynchstimmung kam auf, die Menge forderte die sofortige Herausnahme Jevers aus dem Festungsgürtel um Wilhelmshaven. Während des Tumults hatten drei Jeveraner den Mut, auf dem Schlossturm eine weiße Fahne zu hissen, ein Bettlaken der Familie Kleinsteuber. Johann Lünemann (SPD), Edgar Hinrichs (SPD) und Max Rühlmann (KPD). Sie wurden nach drei Minuten von der Stadtkompanie festgenommen und von besonnenen Offizieren verhört und am nächsten Tag freigelassen.

Am 4. Mai rückten die Soldaten ab, Jever wurde nicht verteidigt und blieb unzerstört. Am 6. Mai 1945 rückte die 1. Polnische Panzerarmee unter General Maczek in die Stadt ein, der Zweite Weltkrieg war beendet.“

Drei Gedenktafeln in Jevers Innenstadt erinnern ans Kriegsende 1945

Gleich drei Gedenktafeln in Jevers Innenstadt erinnern an die Ereignisse, die dem Kriegsende im Jeverland Anfang Mai 1945 vorausgingen: Drei Männer hatten am 3. Mai 1945 der Legende nach Jever vor einer drohenden Bombardierung durch die Alliierten bewahrt. Johann Lünemann, Edgar Hinrichs und Max Rühlmann hatten an jenem Abend in einem Akt des Aufbegehrens auf dem Schlossturm eine weiße Fahne gehisst und waren dann von Marinesoldaten abgeführt worden.

Noch unter dem Eindruck der Bombardierung Wangerooges am 25. April und während Jever mit Verteidigungsanlagen, Volkssturm und Marinesoldaten auf Kampfhandlungen vorbereitet wurde, hatten sich am 3. Mai zwischen 1500 und 3000 Menschen auf dem Alten Markt versammelt. Obwohl die Gauhauptstadt Oldenburg bereits vor den Alliierten kapituliert hatte, wollten die Nazis und Militärs Jever verteidigen.

Zwei nahezu identische Gedenktafeln erinnern daran am Concerthaus am Alten Markt und an der Schlossgartenmauer vor dem linken Torhäuschen. Eine dritte Tafel steht in den Wallanlagen hinter der Tourist-Info.

Der Volksauflauf auf dem Alten Markt drohte damals zu eskalieren: Als NSDAP-Kreisleiter Hans Flügel Durchhalteparolen deklamierte, begehrte die kriegsmüde Bevölkerung auf und entwaffnete ihn. „Wir haben dann schließlich getan, was wir konnten, um die Verantwortlichen von diesem Irrsinn abzuhalten, als es nichts nützte, haben wir eine gewaltige Protestkundgebung auf dem Marktplatz veranstaltet, die Hauptnazis verprügelt und aufs deutlichste erklärt, dass wir uns einer Verteidigung unserer Stadt widersetzen würden.“ So erinnerte sich 1946 in einem Brief ein Mann, der in Jever so gut wie vergessen ist: Christel Matthias Schröder (geb. 1915 in Elsfleth, gest. 1996 in Bremen) war von 1936 bis 1951 Pastor in Jever.

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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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