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NWZonline.de Region Friesland Politik

Sozialverband: Würdigung des Gröschler-Hauses

10.10.2018

Jever /Oldenburg Der Arbeitskreis Gröschler-Haus aus Jever wurde vom Awo-Bezirksverband Weser-Ems mit dem Engagements-Preis ausgezeichnet: Die Arbeiterwohlfahrt hatte den Preis „1933 - 1945 – Gegen das Vergessen!“ zu ihrem 70-jährigen Bestehen erstmals ausgeschrieben. Damit will sie „Personen, Vereine, Initiativen und Projekte auszeichnen, die sich unentgeltlich und ehrenamtlich dafür einsetzen, dass die Gräueltaten des Nationalsozialismus in Deutschland und in Europa in Erinnerung bleiben und durch eine tolerante und weltoffene Gesellschaft zukünftig verhindert werden“. Das erläuterte Bezirksverbands-Vorsitzender Dr. Harald Groth bei der Feierstunde in Oldenburg.

Ebenfalls geehrt wurden der „Arbeitskreis Erinnerungsgang“ in Oldenburg und die Initiative „Spurensuche Osnabrück“, die eine Gedenkstätte für in Deutschland verstorbene Kinder von Zwangsarbeiterinnen einrichtet.

Der Arbeitskreis Gröschler-Haus will das Preisgeld von 1000 Euro für das seit April laufende Projekt der virtuellen Rekonstruktion der 1938 zerstörten Synagoge von Jever verwenden. Die Synagoge galt als die schönste in Weser-Ems. Unterstützer der geplanten, für die Region einmaligen 3D-Animation bekommen kleine Backsteine mit eingravierter Silhouette der Synagoge als Dankeschön.

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Auch der Awo-Bezirksverband verweist auf antifaschistische Tradition: Er wurde 1948 nach den Jahren des Verbots in der Nazi-Diktatur durch die SPD-Politikerin Elisabeth Frerichs aus Zetel, deren Mann im KZ umgekommen war, neu gegründet, berichtete Dr. Harald Groth.

Emotionaler Höhepunkt der Feier war ein Gespräch zwischen Moderatorin Sabine Schicke mit der Auschwitz-Überlebenden Erna der Vries: Die 94-Jährige spricht in Schulen über die Verbrechen der Nationalsozialisten – ein Versprechen, das sie ihrer Mutter kurz vor der Ermordung gegeben hatte.

BILD: Klaus A. Zugermeier x

Virtuelle Rekonstruktion der jeverschen Synagoge

Die Synagoge Jevers, 17 Meter hoch, zwölf Meter breit und zwölf Meter lang, galt als schönste Synagoge zwischen Weser und Ems. Im November 1938 entging nur die Mikwe der Zerstörung.

Einem glücklichen Umstand ist zu verdanken, dass der Anbau der Synagoge erhalten geblieben ist. Dort befand sich die Schule. In dem Raum, Schullokal genannt, wurden um 1910 bis zu 20 Kinder unterrichtet. 1933 waren es nur drei bis vier Kinder.

Bei der Sanierung des Geschäftshauses Große Wasserpfortstraße 19, das in den 1950er Jahren auf den Grundmauern der Synagoge errichtet wurde, stießen die Bauarbeiter, aber auch Hartmut Peters und Volker Landig vom Arbeitskreis auf immer mehr Spuren und Bruchstücke der Synagoge. Die wurden ins umgebaute Gröschler-Haus integriert.

Damit künftige Besucher des Zentrums für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region die prächtige Synagoge in ihrer Gesamtheit erleben können, soll sie als 3D-Rekonstruktion wiedererstehen. Der Oldenburger Architekt Dr.-Ing. Klaus A. Zugermeier hat dazu bereits erste Entwürfe erarbeitet.

Bis die jeversche Synagoge in ihrem alten Glanz wiederersteht, wird indes noch eine Weile dauern: Rund 10 000 Euro kostet die 3D-Rekonstruktion. Und das ist eine Summe, die der Arbeitskreis erst aufbringen muss.

Dazu wurden Synagogen-Bausteine aufgelegt: Die Symbolsteine zeigen das Bild der 1938 zerstörten Synagoge und werden zugunsten der Rekonstruktion verkauft – für mindestens 25 Euro pro Stück. Erhältlich sind die Synagogen-Bausteine im Gröschler-Haus.

Mehr Infos unter www.groeschlerhaus.eu

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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