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NWZonline.de Region Friesland Politik

„In Jever ist alles anders – in Schortens noch anderser“

12.11.2019

Jever /Schortens Es war, wenn auch mit einer drei weniger, nicht das Jahr 333 – und die große Keilerei, wie bei der Schlacht auf dem Lechfeld, fand auch nicht statt. Beim 33. Treffen der Gemeindebürger Ostiem und des Bürgervereins Jever am 11. 11. um 11.11 Uhr im Waldschlösschen wurde auch nicht mit Waffen gekämpft, sondern mit spitzer Zunge.

Man brauchte dazu auch keinen Hoppeditz zum Verkünden der närrischen Zeit wie in Düsseldorf. Das erledigten die beiden Bürgermeister Jan Edo Albers und Gerhard Böhling für die Besucher im Waldschlösschen mit ironischen Spitzen zum lokalpolitischen Tagesgeschehen.

„Willkommen im Grenzgebiet der beiden Städte Jever und Schortens“, begrüßte Jevers Bürgervereinsvorsitzender Hanspeter Waculik die Stadtoberhäupter. Richard Janßen vom Verein der Gemeindebürger Ostiem lobte das gute Verhältnis der beiden Bürgervereine, die den Vormittag mit einem Erbsensuppe-Essen beendeten. Erinnert wurde auch an den Initiator des Treffens Jonny Lünemann.

„In Jever ist alles anders und in Schortens alles anderser“ – damit spielte Jevers Bürgermeister auf die Bauflächen im Diekenkamp in Schortens an. Er riet Böhling, Diskussionen einzufangen, indem er Pool-Partys im Hallenbad veranstaltet. In gemütlicher Wasserrunde könne man schwierige Themen locker und gelöst bearbeiten.

Dann ist da noch der Leinenzwang, der beide Kommunen umtreibt, aber in Schortens wegen der vorhandenen Freilaufflächen keiner Debatte bedürfe. Von diesem Luxus sei man in Jever weit entfernt.

Als Geschenk aus der Kreisstadt übergab Jan Edo Albers Schortens’ Bürgermeister eine Bastelei aus dem Rathaus: Einen beklebten Werbeturm – in Rot-weiß wie die Farben der Stadt Schortens und einem Hinweis, an welcher Abfahrt man in Jever zu Esso und McDonalds abbiegt.

Ein Bürgermeisterkandidat hatte mit „Schortens ist schon fast eine Utopie“ geworben. Dazu klärte Albers auf: „Utopie, eine Idee, die so wirklichkeitsfern oder fantastisch ist, dass man sie nicht verwirklichen kann“ – er spielte damit auf das nie erreichbare Ziel an, dass Schortens einmal städtisch wird.

Gerhard Böhling hatte anfangs noch von einer freundschaftlichen und fairen Verbindung zwischen den beiden Städten gesprochen. Doch dann schoss er doch gegen Jever: „ Wir haben unser Gewerbegebiet schon wieder voll, das wird in Jever, wie immer, länger dauern.“

Die Diskussionen in Jevers Rat nannte er wie Kino, und dazu passend übergab er Albers eine große Tüte Popcorn. Diskussionen sind in Schortens kurz und die Entscheidungen folgen schnell, erklärte Böhling. In Jever diskutiere man dafür länger und ohne eine Entscheidung zu treffen.

Zu Jevers Gerangel um die Spielleitplanung konterte Böhling: „Wir planen, beraten und setzen um. Zum Scheitern des Mehrgenerationen-Spielplatzes gestand er lakonisch: Wir haben auch den Versuch gestartet und nicht hinbekommen!

„Das schaffen wir auch“, gestand Jan Edo Albers. Vorab gab es für Albers schon mal das passende Spielzeug – Schaufel und Eimerchen – und eine Hinweistafel. Zum Rat der Stadt Jever meinte er: „Erst wird alles öffentlich, dann wird besprochen – und dann wieder alles zurückgenommen.“

Ganz zum Schluss hatte Gerhard Böhling dann die Lacher auf seiner Seite: „Ich brauche keinen Mittagsschlaf wie ihn Hanspeter Waculik allen gewünscht hat – ich gehe ins Büro.“

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