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NWZonline.de Region Friesland Politik

Tradition: Vom Krieg und von Kiebitzeiern

03.04.2018

Jever In seinem Festvortrag beim Kommers der „Getreuen von Jever“ am 1. April berichtete Wilhelm Göbel über den Französisch-Deutschen Krieg 1870/71. Der Oberst a. D. war von 1984 bis 1990 Kommodore des Jagdbombergeschwader 38 „Friesland“. In dieser Zeit organisierte er mit seinen Soldaten die Restaurierung des Benz Velo, der heute im Schlossmuseum ausgestellt ist. 1994 fuhr er auf Bitten von Dr. Fritz Blume und des Jeverschen Heimatvereins mit diesem Fahrzeug den Veteran Car Run, zu der auch Jeveraner ins südenglische Brighton angereist waren.

Göbel, der in Lohmar wohnt und noch viele Kontakte nach Jever unterhält, berichtete über den Ablauf, Taktiken und Ausrüstung, ohne dabei die Person Bismarcks und den Krieg zu glorifizieren. Er sprach vom Französisch-Deutschen Krieg, weil im internationalen Sprachgebrauch der kriegserklärende als erster genannt wird. Kaiser Napoleon III. forderte vom deutschen Kaiser Wilhelm I. zu verhindern, dass der Prinz von Hohenzollern oder sonst ein preußischer Prinz den spanischen Thron besteigt. Bismarck bewertete diese Forderung als Ultimatum und verschleierte Kriegsdrohung.

Als gewiefter Taktiker reagierte er mit der „leicht manipulierten“ Emser Depesche in der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung. Frankreich fühlte sich brüskiert und erklärte Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg. Entgegen Frankreichs Erwartungen traten die Staaten Bayern, Württemberg, Hessen-Darmstadt und Baden in der Erfüllung des 1866/67 geschickt von Bismarck eingefädelten Schutz- und Trutzbündnisses auf die Seite des Norddeutschen Bundes.

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Durch den von Generaloberst und Chef des Generalstabs Moltke geplanten beweglichen und flexiblen Einsatzes der deutschen Truppen gelang es, die zentralistisch aus Paris geführten französischen Truppenformationen auszumanövrieren. Moltkes Taktik „Erst wägen, dann wagen“ war umsetzbar, weil das bestehende Schulwesen mit Lesen und Schreiben im Befehlsumgang einsatztaktisch auch von den unteren Chargen umgesetzt wurde. Frontalangriffe, wie der Reiterangriff des 7. Kürassier-Regiments in Richtung Sedan, die auch Bismarck wegen der hohen Verluste tadelte, wurden danach vermieden.

Zur Überlegenheit Preußens gehörte die ausgereifte Bahnverkehrsverbindung. Die Truppen waren durch die 1815 eingeführte Wehrpflicht leistungsfähiger als die der Franzosen. Nach mehreren Schlachten kam es zur Entscheidungsschlacht bei Sedan am 1. September 1870. Der Einsatz der modernen deutschen Artillerie, auch zur direkten Unterstützung der Infanterie, führte zum Sieg und den Zusammenbruch des französischen Kaiserreichs. Nachdem Ende Januar 1871 das eingeschlossene Paris den Vorfrieden anbot, wurde in Frankfurt am Main am 10. Mai 1871 der Friedensschluss unterzeichnet.

Nach dem Vortrag folgte der Umtrunk aus dem Zinnkrug, dem so genannten Kiebitzbecher, mit 2017er Riesling Spätlese „Deidesheimer Leinhöhle“ aus dem Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan.

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