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NWZonline.de Region Friesland Politik

Einbahnstraße soll Situation entschärfen

09.11.2017

Jever „Chaotisch“, „katastrophal“, „ein Wahnsinn“: So beschreiben die Anlieger des P.-W.-Janssen-Wegs in Jever, was sich zweimal tagtäglich in ihrer Straße abspielt. Die schmale Straße führt zum Hintereingang des Mariengymnasiums – an Unterrichtstagen quälen sich Kolonnen von Fahrzeugen hinein und wieder hinaus.

Lehrer und Oberstufen-Schüler auf Parkplatzsuche, aber insbesondere auch Eltern, die ihre Kinder direkt vors Schultor kutschieren, sorgen für chaotische Verhältnisse. Und zwar schon seit Jahren.

Das ist zur Entzerrung des Verkehrs geplant

Der P.-W.-Janssen-Weg soll Einbahnstraße werden: Damit wäre eine Zufahrt zum Mariengymnasium von der Anton-Günther-Straße aus weiter möglich. Der Verkehr würde dann über die Straße Terrasse und den Mooshütter Weg wieder zur Anton-Günther-Straße zurückgeleitet.

Durch diese Regelung soll einerseits der Verkehr an der Schule vorbeigeführt werden, ohne dass Rangieren notwendig ist; andererseits soll der Einmündungsbereich P.-W.-Janssen-Weg/Anton-Günther-Straße entschärft werden: Denn dort behindert eine leichte Verschwenkung der Fahrbahn die Sicht der aus dem Weg auf die Hauptstraße abbiegenden Fahrzeuge. Zudem könnte ein absolutes Halteverbot an der Einmündung des Wegs dafür sorgen, dass dort ausreichend Platz und Sicht herrscht.

Parken wäre am P.-W.-Janssen-Weg mit einer Einbahnstraßenregelung dann theoretisch auf beiden Straßenseiten erlaubt; allerdings befürchten die Anlieger, dass es dann zu eng wird. Problematisch sehen sie, dass die Grundstücke auf der linken Seite direkt bis an die Straßenkante reichen. Auf der Fahrerseite auszusteigen sei damit kaum möglich. Doch auf der linken Straßenseite ist ein Gehweg – und damit seien Kratzer durch Radverkehr und Fußgänger zu erwarten.

Für die Feuerwehr wäre beim Parken auf beiden Straßenseiten ausreichend Platz, berichtete Feuerwehrmann Dirk Hellberg.

An der Terrasse bleibt das Parkverbot weiter bestehen – die Straße ist zu schmal. Am Mooshütter Weg sind Parkflächen ausgezeichnet – sie können aus beiden Fahrtrichtungen angefahren werden.

Für den Fahrradverkehr zum und vom Mariengymnasium soll die Einbahnstraßenregelung in dem gesamten Bereich ebenfalls gelten. Angeregt wurde, dass die Schule selbst durch Lotsen oder Verkehrshelfer dafür sorgt, dass sich die Schüler auch daran halten.

Auf die Anlieger kommen durch die neue Verkehrsregelung keine Kosten zu, betonte Ordnungsamtsleiter Jörg Schwarz. Die Stadtverwaltung wird die Anregungen der Anwohner in ihren Vorschlag einarbeiten und dann zur Beratung in die Ratsgremien geben. Beschlossen werden soll die neue Verkehrsführung voraussichtlich im März 2018.

Doch nun soll die Situation entspannt werden: Die Stadt Jever will als erste Maßnahme des im vergangenen Jahr beschlossenen Verkehrsentwicklungsplans den Verkehr zum und vom Mariengymnasium neu regeln. „Wir haben uns Gedanken gemacht“, sagte Bürgermeister Jan Edo Albers am Dienstagabend bei der einberufenen Anliegerversammlung. Denn nach Gesprächen mit der Schulleitung des Mariengymnasiums, mit Feuerwehr, Polizei und Landkreis als Schulträger sollten die Anlieger als erste ihre Meinung äußern können. Erst danach geht die mögliche neue Verkehrsregelung in die politische Beratung.

Viele Beinahe-Unfälle

Der Vorschlag der Stadtverwaltung: Der P.-W.-Janssen-Weg wird Einbahnstraße. Der Verkehr würde dann am Mariengymnasium vorbei über die Straße Terrasse und den Mooshütter Weg wieder zur Anton-Günther-Straße zurückgeleitet. Das hätte den Vorteil, dass Fahrzeuge auf dem engen Weg nicht mehr wenden dürfen – damit wäre das Chaos von hinein- und hinausfahrenden Autos, die zudem noch rangieren müssen, schon deutlich entzerrt, glauben der Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter Jörg Schwarz.

„Dass da nicht mehr passiert, ist verwunderlich“, sagte Schwarz. Gerade die Jüngeren, die zu Fuß oder per Rad zur Schule kommen, seien stark gefährdet, hat er bei Ortsterminen festgestellt.

Die Anlieger sehen das genauso: Sie beobachten fast täglich Beinahe-Unfälle zwischen Autos, aber auch zwischen Autos und Radfahrern. „Ich habe jedes Mal Angst um die Kinder, die dazwischen zu Fuß unterwegs sind“, sagte eine Frau. Und natürlich haben die Anwohner zu den Stoßzeiten auch selbst Probleme, den Weg mit ihren Autos zu passieren – sie berichten von Rückstaus und langen Wartezeiten an der Einmündung zum Anton-Günther-Weg.

Am liebsten wäre ihnen, wenn überhaupt keine Eltern-Taxis den Weg befahren dürften. Und wenn am P.-W.-Janssen-Weg eine reine Anlieger-Parkzone eingerichtet würde.

Zu wenige Parkplätze

Das wäre allerdings für das Mariengymnasium ein Riesen-Problem, berichtete Dirk Hellberg, Sicherheitsbeauftragter der Schule: 110 Lehrer unterrichten dort – doch die Parkplätze auf dem Gelände reichen bei weitem nicht aus. „Uns fehlen rund 40 Stellplätze“, sagte er. Doch der Landkreis Friesland als Schulträger verweise auf die gesetzlichen Vorgaben. Und danach hat die Schule ausreichend Parkplätze. „Dass die Stadt Jever zehn Parkplätze an der Straße markiert hat, entschärft das Problem schon etwas“, sagte Hellberg.

Als Feuerwehrmann weiß er: Selbst wenn auf beiden Seiten geparkt wird, wäre ausreichend Platz fürs Einsatzfahrzeug. „Es wäre eng, aber machbar.“

„Für uns als Schule ist es ein Bedürfnis, das Verkehrsproblem endlich zu beheben – auch, weil wir um gutes Miteinander mit den Anliegern bemüht sind“, sagte Hellberg.

Er warb bei den Nachbarn der Schule darum, die Einbahnstraßenregelung mitzutragen – und stieß auf offene Ohren. Wie sich zeigte, befürworten die Anlieger die neue Verkehrsregelung; und haben darüber hinaus weitere Ideen zur Entschärfung der Situation: Tempo 30 an der Anton-Günther-Straße, Durchfahrtverbot für Eltern, Ausweitung der Einbahnstraße auch auf die Eichenallee.

Schule in der Pflicht

Und sie sehen die Schule in der Pflicht, die Einbahnstraßenregelung gegenüber den Kindern, die per Rad zur Schule kommen, durchzusetzen – etwa durch Verkehrslotsen oder Aufsicht.

Eine Beschwerde gab es über den Lkw, der die Mensa des Mariengymnasiums regelmäßig beliefert: Der komme kaum durch den engen P.-W.-Janssen-Weg, rolle meist über den Gehweg und fahre den kaputt. Auch die Straße selbst sei sehr ausgefahren.

Und die Anlieger sehen den Schulträger in der Pflicht, sich Gedanken um die Parksituation am Mariengymnasium zu machen: Denn nicht nur die Lehrer brauchen Stellplätze, sondern auch Oberstufen-Schüler, die wegen der schlechten – und teuren – Busanbindung etwa aus dem Wangerland lieber in Fahrgemeinschaften per Auto zur Schule kommen. Das Parkproblem wird sich eher weiter verschärfen als entspannen: Denn die Schülerzahlen am Mariengymnasium nehmen stetig zu und mit der Rückkehr zum Abi nach 13 Jahren steigt auch die Zahl der volljährigen Schüler mit Führerschein.