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NWZonline.de Region Friesland Politik

Max’ Schicksal bewegt viele

17.08.2015

Wangerooge Es war ein bewegender Abend, umrahmt von Musik, Reden, Essen und Gesprächen. Im Mittelpunkt aber stand etwas anderes: Das Leben von Max, seine Flucht aus Somalia und seine Reise nach Wangerooge. Nicht nur Insulaner trafen sich am Freitagabend im Paradisgarten, sondern auch viele Gäste. Gemeinsam wollten sie über das Schicksal von Maxamed Ibrahim Maxamoud sprechen (die NWZ  berichtete).

„Er ist nur ein Mensch unter Menschen“, erzählte Pastor Günther Raschen, der durch eine Freundin von Max erfahren und ihn auf die Insel geholt hatte. „Wir sind alle viel mehr miteinander verbunden, als viele glauben.“ Verbunden auch mit Max, der behandelt werden solle, wie jeder andere auf der Insel auch. Der Anfang dafür ist gemacht: Max lebt bereits seit einem Jahr auf Wangerooge, aber im Kirchenasyl.

Viel Unterstützung

Eine der ersten, die Max kennenlernte, war neben dem Pastor Diakonin Tina von Pentz. Sie erzählte von ihrer ersten Begegnung mit ihm: „Auf einmal stand Max vor mir, wir waren gerade mit einigen dabei, das Beet an der Kirche herzurichten“, erzählt sie. „Ich dachte mir, es ist bestimmt nicht schön, nach der Ankunft alleine in einem Raum zu sitzen. . . da habe ich ihn zu uns geholt.“

Wichtig war Tina von Pentz, dass Max schnell Deutsch lernt. Hilfe hatte sie dabei unter anderen von Sprachtherapeutin Anke Folkerts. „Wir haben zum Beispiel am ä und ü gearbeitet“, erinnert sie sich. „Wir haben viel Spaß zusammen. Und ich finde es toll, dass wir ihm so viel mitgeben können.“

Auch Insel-Schulleiter Uwe Osterloh unterstützt Max: „Du hast es geschafft, ganz Wangerooge zu bewegen“, sagte er: „Du bist dabei, du sollst hier bleiben und unser Ziel ist, dass Du auch arbeiten kannst.“

Dafür ging auch an diesem Abend wieder eine Unterschriftenliste herum – eine Petition an den Niedersächsischen Landtag, damit Max eine Ausbildung absolvieren darf.

3600 Unterschriften

Insgesamt 3600 Unterschriften sind zusammengekommen. Entgegengenommen hat sie zunächst die Rechtsanwältin Mareike Kaempf aus Oldenburg. Sie hat Max ebenfalls kennengelernt und setzt sich jetzt mit dem weiteren Weg von Max auseinander. „Ich unterstütze Max und bin sehr hoffnungsvoll“, erzählt sie.

Allein an den vielen Unterschriften erkennt man, wie viele Menschen von Max’ Schicksal berührt sind – darunter auch Caroline und Johannes Thilo aus Hamburg. Im Internet hatten sie vom Fest für Max erfahren. Caroline muss sich einen Moment sammeln, so sehr bewegt sie die Geschichte: „Da ist dieser junge Mensch, der im Kindesalter von seiner Familie fortging, der so viel durchgemacht hat und hier so toll aufgenommen wird“, sagt das Paar. „Und trotzdem gibt es da die Schwierigkeiten mit dem Kirchenasyl – das ist einfach schwer zu ertragen.“ Sie fasziniert, dass Max nach all seinen schlimmen Erlebnissen auf der Flucht noch so viel Kraft und Energie aufbringen kann.

Und deshalb finden die Thilos schön, dass Max so herzlich von der Inselgemeinschaft aufgenommen wird – zum Beispiel von Wangeroogerin Frauke Pinkenburg. „Ich hoffe, dass Max bald die Chance bekommt, sich ein vernünftiges Leben aufzubauen. Er soll so leben können, wie wir leben.“


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/friesland 
Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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