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NWZonline.de Region Friesland Politik

Mit Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl

19.11.2016

Jever Es kann sich um eine kleine Blume handeln, die in den Nachbarschaftsgarten herüber ragt – es kann aber auch um viel mehr gehen: Das Aufgabenfeld von Schiedspersonen ist vielfältig. Und darauf freuen sich Tina von Kadomski und Sandra Steineke schon jetzt. Sie sind Jevers neue Schiedsfrauen.

Seit 2008 hatte das Ehreamt Björn Mühlena inne. Als er 2014 zu Wangerlands Bürgermeister gewählt wurde, übernahm Christian Noack die Aufgabe kommisarisch. Beide bekamen vom Direktor des Amtsgerichts Günter Jackisch dafür eine Urkunde.

Das Ehrenamt

Seit 2010 gibt es ein Niedersächsisches Schlichtungsgesetz. Das besagt, dass Menschen im Bereich Ehrenschutz (zum Beispiel Beleidigungen) und Nachbarschaftsstreit zuerst zur Schiedsperson vor Ort gehen müssen – nicht zum Gericht. Dort würden solche Klagen dann nämlich als unzulässig abgewiesen werden.

Die Aufgabe von Schiedspersonen ist, Streitereien neutral zu schlichten. Sie dürfen sich nicht nur für eine Seite einsetzen. Dafür bekommen die Schiedspersonen zunächst eine praxisnahe Ausbildung sowie jederzeit das Angebot für weitere Fortbildungen.

Tina von Kadomski und Sandra Steineke haben immer im ersten und dritten Donnerstag im Monat von 16 bis 17 Uhr Sprechstunde im Rathaus, Am Kirchplatz 11, Zimmer 15, oder nach Vereinbarung. Kontakt: Tel. 04461/939 216 oder E-Mail an schiedsamt@stadt-jever.de

„Ich habe das wirklich gerne gemacht“, sagte Mühlena. „Einiges hat uns sehr gefordert, aber dennoch werde ich die Arbeit vermissen.“ Er weiß, dass die Kleinigkeiten oft gar nicht der Grund sind, die zu einem Nachbarschaftsstreit führen. „Oftmals liegen die Gründe weit zurück, da muss man als Schiedsperson tief ins Gespräch gehen.“ Dafür reicht dann auch nicht nur eine Sitzung aus.

Gerne geben Mühlena und Noack aber jetzt den Staffelstab weiter – übrigens an zwei Frauen, die auch beruflich gute Menschenkenntnisse und Fingerspitzengefühl beweisen und somit vom jeverschen Rat ins Amt gewählt wurden.

Tina von Kadomski, 41 Jahre alt, hat das Neuro-Linguistische Programmieren (kurz NLP) gelernt. Das beinhaltet, grob formuliert, Kommunikationstechniken und Methoden, die zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen führen. Seit Juli wohnt Kadomski in Jever und ist inzwischen Hausfrau. „Früher habe ich nur gearbeitet, das war mein Leben. Jetzt freue ich mich, mich vielen anderen Dingen zu widmen – auch diesem Ehrenamt“, sagte sie. „Durch die Arbeit kenne ich mich damit aus, das weckt meine Leidenschaft.“

So geht es auch Sandra Steinke: Die 49-Jährige ist sogar gelernte Mediatorin, hat sich aber auch anderen Bereichen gewidmet und arbeitet jetzt bei EWE in Oldenburg in Teilzeit im Bereich Talentmanagement. „Auch in meinem Familienkreis gab es mal eine Schiedsperson – ich bin praktisch damit groß geworden.“

Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers begrüßte beide Frauen herzlich in ihrem neuem Amt. Sie werden künftig auch ein eigenes Büro im Rathaus haben und sind zu bestimmten Sprechzeiten für jeden ansprechbar (siehe Infokasten).

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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