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NWZonline.de Region Friesland Politik

ZEITGESCHICHTE: Mutige Taten gegen das Nazi-Regime

23.01.2009

Seit gestern läuft „Operation Walküre“ in den Kinos. Für den Lehrer und Geschichtsforscher Hartmut Peters eignet sich Hitler-Attentäter von Stauffenberg nur bedingt als Filmheld.

Von ulrich schönborn

Frage: Wird der Film „Operation Walküre“ über den Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg im Schulunterricht am Mariengymnasium thematisiert?

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Peters: Das gescheiterte Attentat vom 20. Juli 1944 ist ein wichtiges Thema für den Geschichtsunterricht. Inwieweit die Fachkollegen den Film konkret in den Unterricht einbauen werden, kann ich noch nicht beurteilen.

Frage: Eignet sich ein solcher Film überhaupt für die Geschichtsvermittlung?

Peters: Ich habe „Operation Walküre“ selbst noch nicht gesehen. Mit Blick auf die Vorberichte und Vorschusslorbeeren sehe ich aber die Gefahr einer weiteren Hollywoodisierung des Dritten Reichs – und das mit einer Person als Helden, die sehr differenziert und kritisch betrachtet werden muss.

Frage: Warum?

Peters: Graf von Stauffenberg war alles andere als ein Demokrat. Zudem suggeriert die Geschichte, dass es einen nachhaltigen militärischen Widerstand der Wehrmacht gegen Hitler gegeben hat. Das war nicht der Fall. Das Attentat fand erst 1944 unter dem Eindruck des verloren gehenden Krieges statt. Was hätte man vorher schon alles machen können! Der Attentatsversuch war zweifelsohne mutig und auch wichtig. Wahre Helden des Widerstands gegen das Nazi-Regime sind meiner Meinung nach aber eher die bekannten Geschwister Scholl von der Bewegung „Weiße Rose“ und der in der Öffentlichkeit eher weniger beachtete Georg Elsner, der am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller das Bombenattentat auf Hitler verübt hat. Hitler hat dieses Attentat nur überlebt, weil er zehn Minuten früher als geplant das Gebäude verlassen hatte.

Frage: Gab es auch im Jeverland Widerstand gegen das Nazi-Regime?

Peters: Vor 1933 haben sich einzelne Bürger gegen die Nazis erhoben, zum Beispiel der Lehrer Dr. Heinrich Ommen und der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Jever, Hermann Gröschler. Nach 1933 gab es hier keine organisierte, nachhaltige Widerstandsbewegung gegen die Nazis, die im Jeverland ja bekanntlich sehr früh die Macht übernahmen und viele Anhänger hatten. Wohl gab es aber mutige Taten und spontane Aktionen einzelner Bürger gegen das nationalsozialistische Regime.

Frage: Zum Beispiel die der jeverschen Sozialdemokraten Edgar Hinrichs, Max Rühlmann und Johann Lünemann, die am 3. Mai 1945 kurz vor Kriegsende den Durchhalteparolen der Nazis zum Trotz eine weiße Fahne auf dem Schlossturm gehisst und damit der Legende nach Jever vor der Zerstörung durch Bomben der Alliierten gerettet haben?

Peters: Das ist ein Beispiel für spontanen Widerstand. Doch es gibt noch weitere. So ist bekannt, dass 1933 Bürger in Hooksiel und Jever kommunistische Flugblätter verteilt haben und einige Akteure deshalb in Haft kamen. Leider sind die Akten dazu verloren gegangen. Ich kenne auch überlieferte Berichte über Bürger, die Juden entgegen der offiziellen Verbote mit Lebensmitteln versorgt und sogar unter erheblichen persönlichen Risiken vor den Nazis versteckt haben. Sehr verbreitet war die innere Emigration wie im Fall des evangelischen Pastors Dr. Christel Matthias Schröder aus Jever. In seinem Umfeld hatten sich christliche Zirkel gebildet, die von den Nazis argwöhnisch beäugt wurden.

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