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NWZonline.de Region Friesland Politik

„Zusammen gegen Antisemitismus“ ruft zu Solidarität auf

28.01.2020

Neustadtgödens 53 Namen sind auf der Gedenktafel in der Synagoge Neustadtgödens verewigt. 53 Menschen, die in Neustadtgödens geboren und aufgewachsen sind oder für längere Zeit dort gelebt haben. Alte und junge, Männer und Frauen. Und Juden. Sie alle wurden ermordet – mindestens zwölf im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo die Nazis mehr als eine Million Menschen umgebracht haben.

Am Montag war es genau 75 Jahre her, dass sowjetische Truppen die Häftlinge in Auschwitz-Birkenau befreit haben. Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland daher gesetzlich verankerter Gedenktag, seit 2005 auch Internationaler Tag des Gedenkens der Opfer des Holocaust.

Und dennoch: Der Antisemitismus gewinne wieder an Boden, sagt Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg. In der Synagoge in Neustadtgödens hat Eiklenborg am Montag deshalb mit Gästeführer Werner Kleinschmidt und SPD-Ratsmitglied Achim Rutz das besondere Datum der Auschwitz-Befreiung zum Anlass genommen, um die Aktion „Zusammen gegen Antisemitismus“ vorzustellen.

Empören reicht nicht

„Irgendwann reicht es nicht mehr, sich zu empören“, sagt Eiklenborg. Es sei dringend geboten, sich dem bösen Zeitgeist konsequent entgegenzutreten und sich zu solidarisieren. Eiklenborg kritisiert die „schweigende Mehrheit“, die nichts sagt, wenn einer mal einen „rechten Spruch“ macht.

Werner Kleinschmidt ist stets ein besonderes Anliegen, Gästen das einstige jüdische Leben in Neustadtgödens näherzubringen. Es sei gut und wichtig, dass man dazu seit einigen Jahren auch wieder die Synagoge als Erinnerungsort nutzen kann. „Aber reicht das aus, um sich neu aufkeimendem Antisemitismus entgegenzustellen?“, fragt Kleinschmidt.

Vor wenigen Tagen erfuhr er von einer Aktion der Schulstiftung im Bistum Osnabrück „Zusammen gegen Antisemitismus“. Er organisierte Button und Aufkleber: die zeigen drei ineinander greifende Arme auf gelbem Grund, die den Davidstern. „Voller Symbolik“, erklärt Kleinschmidt und verweist auf die gelbe Armbinde der Juden in Dänemark verweist. Dort sollen sich nach einem Aufruf des Königs schließlich alle Bürger gelbe Armbinden angelegt haben. „Juden waren von Nichtjuden nicht zu unterscheiden.“

Emblem verbreiten

Kleinschmidt hofft, dass sich auch das Emblem von „Zusammen gegen Antisemitismus“ möglichst weit verbreitet. „Wer das will, muss mutig sein. Gemeinsam ist es einfach“, so die Initiatoren. Es müsse klar sein, dass Antisemitismus keine verhandelbare Ansicht ist, sondern ein abscheuliches Verbrechen.

Als außerschulischer Lernort ist die Synagoge in Neustadtgödens bisher leider wenig gefragt, bedauert Kleinschmidt. Ausgerechnet die Inselschule Wangerooge hat keine Mühen gescheut und einen Tagesausflug nach Neustadtgödens unternommen, sich die Synagoge angesehen und von der Geschichte und den jüdischen Schicksalen berichten lassen. Von den Schulen in Friesland und Wilhelmshaven haben bisher nur von zweien Schüler die Synagoge besucht.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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