• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Politik

Bachelor-Abschluss für Hebammen

23.03.2019

Sande Schon seit zehn Jahren geht Christina Harms-Janßen, Kreisdelegierte Hebamme Friesland/Wilhelmshaven, auf die Straße, um für bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen und mehr Ärzte in den Geburtskliniken zu demonstrieren. „Es ist schon lange klar, dass Mangel an Hebammen herrscht“, sagt sie. Passiert ist in diesen zehn Jahren wenig bis gar nichts – und nun tritt der Mangel deutlich zutage.

Die Kreißsäle in Nordenham, Wittmund und am Pius-Hospital Oldenburg haben dichtgemacht, auch im Krankenhaus Delmenhorst steht es um die Geburtshilfe längst nicht mehr gut. Die Geburtsstation im St. Johannes-Hospital Varel dagegen wird beinahe überrannt: Aus der ganzen Region – und sogar aus Bremen – kommen die Frauen mittlerweile, um ihre Kinder zu gebären, berichtete am Donnerstagabend Chefarzt Dr. Christoph Reiche. So wurden in Varel seit Jahresanfang schon 60 Frauen mehr entbunden als im Vorjahreszeitraum.

Reiche nutzte die Podiumsdiskussion der Grünen-Arbeitsgruppe „Gesundheit“ in Leiners Landgasthof für einen dringenden Appell an die Politik: Nämlich die Geburtsstationen der Kliniken zu unterstützen, die Ansiedlung von Gynäkologen zu fördern und vor allem die Hebammenausbildung auf stabile Füße zu stellen.

„Deutschland ist ein reiches Land, aber zur Familiengründung stehen kaum Ressourcen zur Verfügung. Dabei gibt es bereits gute Programme und wir könnten problemlos und schnell gute Bedingungen für werdende Eltern und für Hebammen schaffen“, sagte Veronika Bujny, Vorsitzende des Hebammenverbands Niedersachsen: „Aber umgesetzt wird nichts.“

Immerhin: Am Donnerstag hat der Bund den Referenten-Entwurf zur Hebammen-Ausbildung vorgelegt. „Seit 2013 geht es um die Akademisierung der Hebammen-Ausbildung – ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, dass etwas kommt“, sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz.

Laut Entwurf sollen bis 2020 an Hochschulen Hebammen-Studiengänge eingerichtet sein. Auch die Vergütung wird im Papier festgelegt. Die Hebammen-Verbände sind mit dem Referenten-Entwurf durchaus zufrieden – das Ziel, durch ein Studium in Zukunft Ärzten auf Augenhöhe und den gestiegenen Anforderungen an Geburtshilfe begegnen zu können, wird in ihren Augen erfüllt.

Allerdings: Die Zeit ist knapp. „Parallel zur Behandlung im Bundestag müssten nun auch die Länder Ausführungsgesetze auf den Weg bringen“, sagt Janssen-Kucz. Und vor allem geeignete Studienorte finden – im Nordwesten präferieren die Hebammen die Uni Oldenburg wegen der Nähe zur European Medical School.

Irritiert nehmen die Hebammen jedoch zur Kenntnis, dass die regionale Politik da mitmischen möchte: Der Kreistag Friesland fordert die FH Wilhelmshaven als Standort der Hebammenausbildung und Leer hätte den Studiengang ebenfalls gern.

Zurzeit bildet in der Region nur die Hebammen-Schule in Oldenburg Hebammen aus – alle drei Jahre entlässt Schulleiterin Astrid Kruid 20 Hebammen ins Berufsleben. Bis 2025 läuft die Hebammenschule noch – danach sollen alle Hebammen den Bachelor-Abschluss machen.

Die Hoffnung: Der Studiengang macht den Hebammenberuf attraktiver; da die Studentinnen in den Geburtsstationen im Nordwesten mitausgebildet werden, entscheiden sie sich dann, als Hebamme auch hier zu arbeiten.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
Rufen Sie mich an:
04461 965311
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.