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NWZonline.de Region Friesland Politik

Neue Infotafel In Sande: Beherzte Bürger erschlugen im Dreißigjährigen Krieg hier Söldner

18.10.2018

Sande /Friedeburg Ein unscheinbares Fleckchen Erde, überwuchert von Sträuchern und Büschen am Sillandweg in der Gemeinde Sande kurz vor der Grenze zu Friedeburg: Das soll eine Grabstätte Mansfelder Söldner sein, die dort im Dreißigjährigen Krieg erschlagen und verscharrt wurden.

Die Infotafel

Der Dreißigjährige Krieg hat auch im Grenzgebiet zwischen den Gemeinden Friedeburg und Sande Spuren hinterlassen.

Aus diesem Grund weist eine Infotafel am Ende des Sillandwegs nun darauf hin, dass beherzte Bürger aus Friedeburg und Reepsholt Söldner von dort vertrieben haben. Die Bürger erschlugen die Söldner. Dies soll an der besagten Stelle passiert sein. Auch wenn sich das nicht zweifelsfrei beweisen lässt, gibt es doch historische Quellen für dieses Ereignis, an das diese Infotafel erinnern soll.

Eine Infotafel erinnert an dieser Stelle ab sofort an das Ereignis, das sich zwar nicht zweifelsfrei beweisen lässt, aber bis heute überliefert wurde: Beherzte Bürger aus Friedeburg und Reepsholt sollen die Mansfelder Söldner vertrieben haben. Die Soldaten wurden auf der Flucht am Sillandweg gestellt und erschlagen. Ihre Leichen sollen in den damals noch sichtbaren Kolk geworfen und zugeschüttet worden sein.

Die Infotafel wurde am Mittwoch von Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg und Friedeburgs Bürgermeister Helfried Goetz gemeinsam mit Stephan Horschitz vom Landrichterhaus Neustadtgödens und Ideengeber Habbo Reents aus Abickhafe/Dose sowie Ratsvertretern und Bürgern eingeweiht. Die Strecke entlang des Sillandwegs ist bei Radtouristen beliebt. „Wir wollten mit der Infotafel dieses Wissen bewahren und weitertragen“, sagte Eiklenborg. „Der Platz soll uns mahnen und daran erinnern, dass die Region sehr unter dem Dreißigjährigen Krieg gelitten hat. In so einem Krieg gibt es keine Sieger“, sagte Goetz.

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Beide nahmen auch Bezug auf aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland und der Welt: „Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, auch die lässt sich abschaffen“, sagte Eiklenborg. Deswegen soll der Hinweis auf den Religionskrieg auch sagen: „Leute, passt auf!“

Der Dreißigjährige Krieg, der 1618 als Folge des Prager Fenstersturzes als Religionskrieg begann, stürzte auch die Menschen in Ostfriesland in Leid und Elend. Zwar fanden in der Grafschaft selbst keine militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Hauptkriegsgegnern statt, aber Truppen nutzten das Gebiet als Winterlager.

Im November 1622 besetzte der auf protestantischer Seite kämpfende Graf Peter Ernst II. von Mansfeld die Grafschaft Ostfriesland. „Mansfeld war ein großer Kriegstreiber seiner Zeit, der sich am Krieg bereicherte“, sagte Horschitz. Mansfeld rückte in Ostfriesland mit 17 000 Mann an und schlug sein Winterquartier auf. Und weil die Grafschaft nicht in der Lage war, die geforderten 600 000 Gulden aufzubringen, gab er Ostfriesland zur Plünderung frei.

Die Herrlichkeit Gödens, die damals zu Ostfriesland gehörte und heute Teil der Gemeinde Sande ist, konnte sich zunächst noch freikaufen, wurde aber zu Ostern 1623 durch die Mansfelder Reiterei besetzt. Unter diesen prekären Bedingungen litten die Einheimischen an Hunger und Krankheit.

Es folgten weitere Besetzungen durch katholische Truppen von 1627 bis 1631 und durch hessische Truppen von 1637 bis 1651. Danach war das Land fast entvölkert. „Fast 90 Prozent der Ostfriesen flohen oder starben an Hunger und Krankheit“, sagt Horschitz.

Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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