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NWZonline.de Region Friesland Politik

Mit Bananen und Apfelsinen gen Osten

12.09.2017

Sande Kisten voller Apfelsinen, Bananen, Kugelschreibern und Feuerzeugen, Taschenrechnern und 600 Tafeln Schokolade: Damit haben sich der damals junge Ratsherr Michael Ramke, Bürgermeister Dieter Günther, Gemeindedirektor Hermann Pichert und einige weitere Sander im Februar 1990 auf den Weg nach Ueckermünde ans Stettiner Haff gemacht. Was man eben so mitbrachte als Wessi auf Ost-Besuch.

Wenige Monate zuvor war die Mauer gefallen. Wildfremde Menschen lagen sich an der innerdeutschen Grenze heulend in den Armen, die DDR löste sich auf. Es wuchs zusammen, was zusammengehörte. Und Sande und Ueckermünde halfen kräftig mit.

Feierstunde im Stellwerk

Zwischen den Wessis aus Friesland und den Ossis kurz vor der polnischen Grenze knisterte es schon eine Weile vor der Wende sehr freundschaftlich. Es gab familiäre Verbindungen zwischen Ost und West, Feuerwehr, TuS Sande und TV Ueckermünde vertieften die Beziehungen so gut es eben ging, als noch der eiserne Vorhang den Weg versperrte.

An die Anfänge der freundschaftlichen und heute familiären Beziehungen zwischen Sande und Ueckermünde erinnerten bei einer Feierstunde in der Gaststätte „Zum Stellwerk“ von Heiner Sjuts im Sander Bahnhof einige Beteiligte der ersten Stunde. Zehn Jahre ist es her, dass beide Kommunen ihre Partnerschaft offiziell machten und in Sande beurkundeten. Joseph Wesselmann war damals Bürgermeister in Sande, Heidi Michaelis seine Amtskollegin in Ueckermünde. Sie reiste zum Festakt mit einer rund 30-köpfigen Delegation an. Der Feierstunde folgten zwei Tage mit Führungen und gemeinsamen Unternehmungen in Sande und seinen Ortsteilen.

Zehn Jahre sind Sande und Ueckermünde nun offiziell verpartnert. Dass die freundschaftlichen Bande tatsächlich schon 27 Jahre bestehen, daran erinnerte auch Sandes Bürgermeister Stephan Eiklenborg. Und er erinnerte und würdigte die Menschen, die das damals alles anschoben, darunter auch der verstorbene Vorsitzende des TuS Sande, Klaus Bünting, und Rudi Rohloff vom TV Ueckermünde. Der trat ebenfalls ans Rednerpult und sprach von einer innigen Freundschaft zwischen beiden Kommunen.

„Jeder hat vom anderen gelernt.“ Seine Turner waren damals die ersten DDR-Bürger, die 1990 das bundesdeutsche Sportabzeichen gemacht haben, so Rohloff.

Unzählige Besuche und Gegenbesuche hat es inzwischen gegeben. Sportverein, Rat und Verwaltung, Feuerwehr und „einfache“ Bürger pflegen die Kontakte.

Wilfried Weers von der Feuerwehr Sande und seine Frau waren schon rund 80-mal in Ueckermünde: Dort lebt ihr Enkelkind. Die Tochter des Sander Feuerwehrmanns verliebte sich in einen Kameraden der Feuerwehr Ueckermünde. Stolz zeigen die beiden das Foto. Eine der schönsten Geschichten der Städtepartnerschaft.

Treuetest bestanden

Dass Sande und Ueckermünde so eng zusammenrückten, war ein Glücksfall für beide Kommunen, erklärte auch der heutige Bürgermeister Ueckermündes, Gerd Walther in Sande. Er erinnerte daran, dass Ueckermünde damals auch enge Kontakte zu Pattensen bei Hannover hiuelt. Die Verwaltungsbeamten dort sollten die Verwaltung in Ueckermünde unterstützen. „Die Pattenser haben viel geholfen, die Verwaltung aufzubauen“, sagte Walther. Bald danach schliefen die Verbindungen ein.

Ganz anders Sande. Die Verbindungen durch die Vereine und die Feuerwehr rissen nie ab. Die Sander waren über all die Jahre hinweg der „treue Partner“. Sande sei der „Testsieger“ sagte Walther mit einem Augenzwinkern

Auch Jugendliche beider Kommunen begegneten sich oft und regelmäßig. Eine junge Frau aus Ueckermünde machte Anfang der 90er Jahre in Sande eine Verwaltungsausbildung. Rat und Verwaltung rückten enger zusammen. 2007 schließlich wurde die offizielle Partnerschaft besiegelt. 74 registrierte Besuche und Gegenbesuche hatte es zuvor schon gegeben.

„Städtepartnerschaften erweitern den persönlichen und politischen Horizont“, sagte Eiklenborg: „Sie schaffen gegenseitiges Verständnis und sorgen für eine erhöhte Reiseintensität.“

Apropos Reisen: Busfahrer der Tour nach Ueckermünde im Februar 1990 war übrigens ein gewisser Janto Just. Der umtriebige Kommunalopolitiker aus Schortens stammt nämlich aus Torgelow, einem Nachbarort Ueckermündes.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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