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NWZonline.de Region Friesland Politik

Biotop neben Bahngleisen soll Schüttgutfläche werden

30.08.2018

Sande Die Firma Waste Products Sande (WPS), die im Industriegebiet Sande nördlich der Gießerei eine größere Fläche für die Lagerung von Schüttgut eingerichtet hat, will den Gleisanschluss des Industriegebiets nutzen. Sie trägt sich deshalb mit Erweiterungsgedanken um eine Fläche zum Be- und Entladen. Das Bahngleis liegt allerdings auf der anderen Straßenseite.

Westlich der Gießereistraße liegt eine etwa ein Hektar große Fläche, die als Biotop ausgewiesen ist und die unmittelbar an die Bahnschienen heranreicht. Das von der Alba GmbH privat betriebene Industriegleis führt vom Bahnhof Sande zur Emsstraße nach Wilhelmshaven und wird auch von Betrieben im Industriegebiet Sande genutzt.

Positive Signale

Damit die WPS einen Gleisanschluss erhalten kann, müsste das Biotop ebenfalls als Industriefläche ausgewiesen werden. Die Sander Politik unterstützt eine erforderliche Änderung des Bebauungsplans.

Denn so ökologisch und wertvoll wie der Begriff „Biotopfläche“ andeuten mag, ist die Fläche tatsächlich nicht, erläuterte Klaus Oltmann von der Gemeindeverwaltung. Auf dem Areal befinden sich alte Teerteiche, die nach dem Krieg entstanden sind, als man dort die Kesselwagen ausspülte. Das Biotop entstand, weil man sich nicht weiter um den problematischen Untergrund kümmern wollte.

Wegen der Belastung des Bodens und der überschaubaren Größe von einem Hektar gilt die Fläche auch bei Naturschützern nicht als besonders wertvoll. Dennoch müsste WPS als Antragsteller an anderer Stelle im Gemeindegebiet für einen entsprechenden Ausgleich sorgen. So würde, beispielsweise durch Aufforstungen im Bereich von Mariensiel, eine wertvollere Fläche entstehen als am Bahngleis aufgegeben würde.

Anregungen geben

Die Ratsvertreter im Bauausschuss folgten dem Ansinnen einstimmig. Im Verwaltungsausschuss Anfang September wird abschließend entschieden, das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans zu starten. Dann haben Bürger und Institutionen – die so genannten Träger öffentlicher Belange – Gelegenheit, ihre Anregungen und Bedenken anzumelden.

Frank David (FDP) wies im Bauausschuss bereits auf den zu erwartenden vermehrten Querverkehr hin, wenn die meist schwer beladenen Dumper oder Laster von der bestehenden Schüttgutlagerfläche über die Gießereistraße zur Erweiterungsfläche neben den Gleisen fahren. Dadurch könnte die Straße dauerhaft Schaden nehmen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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