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NWZonline.de Region Friesland Politik

Rastloses Leben mit viel Einsatz für die anderen

15.02.2020

Sanderbusch Ein rastloses Leben mit zahlreichen Höhepunkten liegt hinter Waltraud Richter, geborene Jakobs, die heute im Kreis ihrer Kinder, Enkel und Urenkel 90. Geburtstag feiert. Sie war eine sehr bekannte Sander Kommunalpolitikerin, setzte sich vehement für soziale Belange ein, bekam Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz und die „Willy-Brandt-Medaille“, gewann ein Fernsehquiz und schrieb im hohen Alter noch ein Buch, dessen Veröffentlichung kurz bevorsteht.

Sie kam in Wilhelmshaven zur Welt, besuchte sieben Jahre eine Schule in Ostfriesland, wohin ihr Vater als Bahnbeamter versetzt worden war, lernte dort Plattdeutsch und setzte ihre Schulzeit dann in Altenhof und Sande fort. Es folgten ein Pflichtjahr in der Landwirtschaft, nach dem Krieg eine Zeit als Näherin in einer Sander Textilfabrik und eine Umschulung für eine Arbeit in einem Anwaltsbüro. Doch bald wechselte sie zum Niedersächsischen Landesinstitut für Bienenzucht und -forschung in Celle, wo sie zur Imkerin ausgebildet wurde. Als solche übernahm sie berufliche Aufgaben in Westfalen. Mit fast Hundert Bienenvölkern und 300 Hühnern startete sie dann in Sande in die Selbstständigkeit.

Eine Wende in ihrem Leben brachte eine Kur, die sie als allein erziehende Mutter von vier Kindern beim Paritätischen Wohlfahrtsverband erhielt. Sie wurde zwei Jahrzehnte für diesen Verband tätig und vom SPD-Ortsverein Sande bei der Kommunalwahl 1975 auf einem hinteren Listenplatz nominiert. Mit zahlreichen Stimmen zog sie dennoch für 22 Jahre in den Sander Gemeinderat ein. Zehn Jahre war sie stellvertretende Bürgermeisterin, Mitglied des Verwaltungsausschusses und Vorsitzende des Sozialausschusses.

Waltraud Richter organisierte ab 1977 für ältere Mitbürger das Essen auf Rädern und gründete den Ortsverein Sande der Lebensabendbewegung. Sie wurde Mitarbeiterin der Parität in Friesland, sammelte Spenden für das Müttergenesungswerk und initiierte die Sander Seniorenarbeit, indem sie Klönschnacktreffen, Skatrunden, Theaterbesuche und sportliche Aktivitäten sowie kulturelle Veranstaltungen und die Fußpflege organsierte. Daneben schrieb sie plattdeutsche Döntjes. Auch im Ruhestand blieb sie nicht untätig. Von 1994 bis 2009 leitete sie die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus.

Für ihren großen Einsatz in vielen sozialen Bereichen erhielt sie schon 1998 das Bundesverdienstkreuz und 2010 als höchste Auszeichnung der SPD die „Willy-Brandt-Medaille.“ Auch die Frauenunion ehrte sie.

Vorher hatte sie sich 2007 mit einer Freundin für eine Fernsehquiz-Veranstaltung mit Jörg Pilawa beworben. Gemeinsam gewannen sie dabei 15 000 Euro, mit denen sie Urlaubsreisen nach Rügen und Marokko sowie Flusskreuzfahrten auf der Donau und von Moskau bis zum Schwarzen Meer finanzierten.

Viele Jahre schrieb Waltraud Richter an einem Buch mit dem Titel „120 Jahre Frauenleben.“ Darin die Lebensgeschichten der letzte vier Frauengenerationen von der Urgroßmutter bis zu ihrer eigenen. Die Veröffentlichung steht kurz bevor.

Waltraud Richter lebt nach zwei Klinikaufenthalten und Kurzzeitpflege in Folge einer Erkrankung etwas zurückgezogen in ihrem Haus in der Marienstraße in Sande.


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