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Frantz Massenat verlässt die Baskets
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Tschüss Oldenburg
Frantz Massenat verlässt die Baskets

NWZonline.de Region Friesland Politik

Satelliten richten sich auf Klosterhof

16.05.2009

GRABSTEDE Wie aus dem Nichts steht sie da, die „Hohe Burg“ in Lindern, äußerst plastisch zu erkennen, mit Hügel, Wällen, Gräben und Vorburg, so, als wären die edlen Bewohner gerade erst davongezogen. Vom USB-Stick an die Saal-Rückwand im Bockhorner Rathaus geworfen, ist das virtuelle Bild sehr anschaulich gelungen. Das dreidimensionale Geländemodell ist das Ergebnis eines regionalen studentischen Kooperationsprojektes, einer Hauptmessungsprüfung, an dem die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, die Gemeinde Bockhorn und die Familie Hobbie vom Klosterhof Lindern beteiligt sind. Die ersten Ergebnisse wurden jetzt im Rathaus vorgestellt.

Vermessung GPS-gestützt

Zuvor hatten sich Bürgermeister Ewald Spiekermann und sein Stellvertreter im Amt, Andreas Meinen, auf der Burg selbst umgesehen und sich über die Arbeit von 15 Studenten der Angewandten Geodäsie informiert, die seit Montag Winkel und Strecken rund um Hügel, Wald und Wiesen vermessen hatten. Dabei nutzten sie modernste Technik. Vier GPS-Satelliten waren im Einsatz, am Boden motorisierte Tachymeter. Rund 3500 Messpunkte auf 2,8 Hektar Gesamtfläche wurden bis Donnerstag ermittelt, genauso oft musste ein Prismenstab zur Peilung in den Boden gestoßen werden. Viel Arbeit also, aber die Studenten bekundeten ihre Freude über den praktischen Einsatz in der freien Natur. Das war auch das Ziel des Projektes, wie Professor Dr.-Ing. Heinz Wübbelmann betonte.

Hügelburg weit verbreitet

„Vernichtet, verloren, vergangen, nur nicht in Lindern“: Einst gab es nach Auskunft des Archäologen Dr. Hans-Wilhelm Heine vom Amt für Denkmalschutz viele dieser Hügelburgen vom Typ Motte in ganz Europa, vom Ebro bis Skandinavien. Doch die meisten Anlagen gerade im nordwestdeutschen Raum sind dahin, „wüst gefallen“, wie er sagte, nur noch auf alten Kupferstichen zu finden oder als Ringspuren auf Luftbildern. Das Exemplar in Lindern sei ein bemerkenswert gut erhaltenes Kulturdenkmal, unterstrich Heine, der dabei auch das Engagement seines Kollegen Dr. Haio Zimmermann (Bockhorn) hervorhob, der schon früh ein aufmerksames Auge auf die Burg gerichtet hatte.

Die „Hohe Burg“ war wohl um 1200 nach Christus von einer edelfreien Familie errichtet worden, als Wehranlage mit doppeltem Grabensystem, Wällen und Palisaden. Von dem Holzturm auf dem Plateau ist natürlich nichts mehr erhalten. Aber wie die Anlage ausgesehen haben könnte, ist auf einem berühmten historischen Monument zu sehen, berichtete Heine, auf dem „Teppich von Bayeux“. 12,50 Meter hoch ist der Burghügel in Lindern heute, die runden Wall- und Grabenanlagen haben die Studenten exakt im Gelände nachgewiesen, scharfe Abbruchkanten bezeichnen die Grenzen der Vorburg. Direkt davor liegt ein anderes Relikt der Geschichte, das die Vermesser ebenfalls kartiert haben – ein Bombentrichter aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ausstellung geplant

Spiekermann wies auf den zeitlichen Bezug der Burg mit der St.-Cosmas-und-Damian-Kirche in Bockhorn hin, die auch um 1200 gebaut worden war. Er regte an, im August, wenn die endgültige Auswertung der Vermessung vorliegt, eine Ausstellung zur „Hohen Burg“ zu organisieren.

Es gibt eine kleine Burg

Helmut Tetz von der Dorfgemeinschaft Grabstede will die Daten in eine Ortschronik einbeziehen, und Hartmut Kaempfe, wie die Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte der Gemeinde Bockhorn, Margrit Hayen, ein aufmerksamer Beobachter der Darstellung, wies darauf hin, dass es auf seinem Klosterhof Grabhorn in der Nähe von Grabstede keine hohe, aber eine „Kleine Burg“ gibt. Die ist Dr. Heine zufolge aber eher auf Johanniter-Mönche zurückzuführen.

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