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NWZonline.de Region Friesland Politik

Integrationslotsen sind frustriert

15.06.2018

Schortens „Der Frust ist inzwischen sehr groß“, sagt die Vorsitzende der Schortenser Integrationslotsenvereins Gisela Sandstede. „Wir haben viele Ideen für die Integration der Migranten in Schortens, doch vieles verläuft im Sand und wird von den Flüchtlingen nicht angenommen.“

Das Sprachproblem sei trotz Sprachkursen nach wie vor sehr groß. Auch PC-Kenntnisse haben die wenigsten. Doch Kurse zum Bewerbungstraining, für die sie selbst die Einladungen vorbeigebracht habe, interessierten kaum. „Viele haben sich inzwischen gut eingerichtet im Nichtstun und sich in die soziale Hängematte gelegt“, sagten Sandstede und ihr Stellvertreter im Lotsenverein, Heino Putzehl.

Im Schortenser Sozial-Ausschuss berichtete Gisela Sandstede aus der Integrationsarbeit. Und es war unüberhörbar: Bei vielen Lotsen ist Ernüchterung eingetreten.

340 Migranten sind aktuell in Schortens untergebracht, in diesen Tagen wird eine siebenköpfige Familie als Neuankömmlinge erwartet. „Wir finden kaum noch Paten, die sich der Migranten annehmen. Etliche Paten, die vor zwei, drei Jahren mit großer Motivation geholfen haben, sind ausgelaugt, demotiviert und haben keine Lust mehr“, sagte Sandstede. Das Ehrenamt verlange den Lotsen oft sehr viel ab. „Ob Begleitung zu Behörden, zum Jugendamt, zum Einkaufen, in die Schule, zu Ärzten oder Anrufe von Migranten bei den Paten spät am Abend – das gleich oft einem Vollzeit-Job“, sagt Sandstede. Es gebe bei den Lotsen immer weniger Bereitschaft, bei neu zugewiesenen Flüchtlingen die ganze Arbeit noch mal von vorn zu beginnen.

Daher bemühten sich die Lotsen nun vermehrt darum, Migranten, die schon länger hier sind, in die Lotsenarbeit einzubinden. Aber auch das ist nicht so einfach: Viele Migranten seien sich untereinander nicht wohlgesonnen – da prallen Kulturen aufeinander.

Probleme gebe es auch mit Vermietern. Viele Eigentümer seien nicht mehr bereit, ihre Wohnungen an Flüchtlinge zu vermieten, berichtete Sandstede. Sie haben entweder selbst schlechte Erfahrungen gemacht oder von anderen Vermietern gehört, dass man mit ihrem Eigentum nicht besonders pfleglich umgehe. „So etwas spricht sich herum.“

Gut angenommen werde die soziale Werkstatt an der Plaggestraße und das Integrationscafé im „Pferdestall“. Aber auch dort bleiben die Migranten und eine handvoll Lotsen inzwischen unter sich. „Neugierige Bürger kommen schon lange nicht mehr“, sagt Sandstede. Trotz allem: Die Flinte ins Korn werfen will zumindest sie nicht.

Der Ausschuss dankte sehr für das Engagement der Lotsen – reagierte auf die Ausführungen Sandstedes allerdings auch mit Ratlosigkeit.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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