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NWZonline.de Region Friesland Politik

Stille Erinnerung und laute Mahnung

09.11.2018

Varel In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 organisierte das nationalsozialistische Regime Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Auch in Varel brannte die Synagoge, die einst an der Osterstraße stand. In Gedenken an die so genannte „Reichspogromnacht“ finden an diesem Freitag, 9. November, zahlreiche Veranstaltungen statt.

1933 lebten noch mindestens 44 Personen jüdischen Glaubens in Varel. In den folgenden Jahren sind Gemeindemitglieder aufgrund der Repressalien durch die Nationalsozialisten weggezogen beziehungsweise ausgewandert oder kamen im KZ um.
 Am Morgen veranstalten die Schüler der 10. Klassen des Lothar-Meyer-Gymnasiums (LMG) einen Erinnerungsgang, um der jüdischen Opfer des Novemberpogroms in der Stadt zu gedenken. Der Weg beginnt um 9.50 Uhr an der Moltkestraße. Von dort aus geht es durch die Innenstadt zum Gedenkstein der Vareler Synagoge an der Osterstraße. Dort wird mit Texten und Musik an den von den Nazis gelenkten antisemitischen Terror vor 80 Jahren erinnert. „Interessierte Bürger sind eingeladen, den Weg zu begleiten“, sagt Lehrer Morten Kollstede.
 „Varel zur NS-Zeit – Stätten von Opfern und Tätern“, so lautet der Titel eines Stadtrundgangs, zu dem der zertifizierte Gästeführer Karl-Heinz Martinß am Nachmittag einlädt. Start ist um 15 Uhr am Synagogendenkmal an der Osterstraße gegenüber der Hausnummer 10.

Während des 90-minütigem Spaziergangs gegen das Vergessen geht Karl-Heinz Martinß auf das Schicksal jüdischer Familien in Varel vor und während der Pogromnacht im November 1938 ein. An mehreren Haltepunkten werden die Geschichten von Personen und Institutionen aufgezeigt. Die Tour endet wieder am Synagogendenkmal an der Osterstraße.
 Zur Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung rufen der Kreisverband Friesland des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und die Stadt Varel auf. Beginn ist um 18.30 Uhr am Synagogendenkmal an der Osterstraße. Dort gedenken die Teilnehmer der Opfer der faschistischen Übergriffe gegen jüdische Geschäfte, Synagogen und Wohnungen sowie erinnern an die Gewalttaten in der Nacht vom 9. auf den 10. November vor 80 Jahren. „Verbunden damit ist eine Mahnung für die Zukunft“, sagt Lothar Bredemeyer. Der Kreisverbandsvorsitzende des DGB Friesland wird die Veranstaltung eröffnen. Die Rede zur Gedenkveranstaltung hält Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Musikalisch begleitet wird die Gedenkveranstaltung von Gaby Menzel.
  Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung findet in der alten katholischen Kirche an der Osterstraße eine Begegnung statt. Ab 19 Uhr wird aus Texten und Briefen jüdischer Familien vorgelesen. Organisiert wird diese „Zeit der Begegnung“ vom Arbeitskreis „Juden in Varel/Weinberghaus“.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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