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NWZonline.de Region Friesland Politik

Varel lehnt Beitritt ab

07.02.2019

Varel Die Stadt Varel soll nicht Teil der geplanten Entwicklungszone zum Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer werden. Mehrheitlich stimmten am Dienstagabend die Mitglieder des Planungsausschusses dagegen. Die abschließende Entscheidung fällt am 14. Februar im nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss.

Kontrovers diskutiert wurde in der Sitzung, ob nicht zumindest Gespräche mit der Nationalparkverwaltung geführt werden sollen. Denn noch gehe es gar nicht um eine Entscheidung, ob die Stadt, deren gesamtes Gebiet betroffen wäre, der Entwicklungszone beitritt oder nicht.

Das sagen Befürworter

„Wir haben jederzeit die Möglichkeit, die Gespräche zu verlassen“, warb der Ausschussvorsitzende Sascha Biebricher (SPD) für eine Beteiligung an den Verhandlungen: „Wir sollten die Gespräche zum Schutz unserer Lebensgrundlage wagen.“

Entwicklungszone binnendeichs – darum geht es

Die Nationalparkverwaltung hat einen Antrag bei der Unesco gestellt, das Weltnaturerbe um eine entsprechende Entwicklungszone zu ergänzen. In dieser wäre das gesamte Stadtgebiet Varel enthalten.

Drei Zonen: Das Biosphärenreservat Niedersächsisches Wattenmeer umfasst mit einer großen Kern- und Pflegezone das Gebiet des Nationalparks Wattenmeer butendeichs. Dort gibt es strenge Naturschutzauflagen. Die Küstengemeinden binnendeichs können zu einer dritten Zone werden: der Entwicklungszone.

Die Voraussetzung für die Einrichtung einer solchen Zone sei es, dass die Bevölkerung die Planung, Bewirtschaftung und Gestaltung des Gebietes mittrage. Von der Nationalparkverwaltung gebe es keine Auflagen.

Das Ziel bestehe darin, in diesen Regionen Modelle für ein nachhaltiges Leben in der jeweiligen Region zu entwickeln. Ziel sei es, die Wirtschaft, die Bildung und den Tourismus mit besonderen Projekten zu fördern und so eine Region zu entwickeln, die „zukunftsfähig und lebenswert“ ist.

Sich erst einmal mit den Argumenten gemeinsam auseinandersetzen möchte sich Sigrid Busch (Grüne). „Ich entscheide erst, wenn ich entsprechende Informationen habe. Deshalb sollten wir ergebnisoffen in solch einen Prozess reingehen“, sagte sie.

Zustimmung erhielt sie von ihrem Parteikollegen Carsten Kliegelhöfer: „Es geht erst einmal um einen Diskurs. Und den muss man suchen“, betonte er. Zwar kosten die Gespräche Zeit. „Aber noch wird kein Vareler Bürger eingeschränkt.“

Das sagen die Gegner

Gegen einen Beitritt sprach sich allen voran Karl-Heinz Funke (Zukunft Varel) aus. Er wies darauf hin, dass bereits 30 Prozent der Stadt mit einer Schutzzone belegt sind. „Die Planungshoheit muss beim Stadtrat bleiben“, betonte er, „und nicht bei einer Behörde, die zweimal im Jahr zusammenkommt und besetzt ist mit Leuten, die ernannt wurden und nicht gewählt.“

Ihm pflichtete Dr. Susanne Engstler (CDU) bei: „Ich halte das für die Stadtentwicklung nicht zuträglich.“ Vor allem befürchten die Kritiker Nachteile für die vier wichtigen Säulen der Stadt, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus. Vor allem die Landwirte befürchten weitere Auflagen und Restriktionen.

Dass es zunächst lediglich um lockere Gespräche mit einer Ausstiegsoption geht, bezweifelt indes die Fraktion von Zukunft Varel. „Es geht um die konkrete Ausgestaltung“, ist sich Karl-Heinz Funke sicher. Und Leo Klu­bescheidt ergänzte: „Die Gespräche werden kein Wunschkonzert. Es geht nach harten Regeln.“

Das sagt die Verwaltung

Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner sprach sich während der Ausschusssitzung für die Aufnahme von Gesprächen aus. Er gab zu, dass es in der Diskussion rund um das sperrige Wort Biosphärenreservat zu Irritationen gekommen sei, bei dem viel Vertrauen verloren gegangen sei. „Aber in Gesprächen könnte man dieses Vertrauen wieder aufbauen.“

Der Verwaltungschef betonte, dass die Entscheidung für den Rat einen Spagat darstelle. Gerade weil Varel sehr industriell geprägt sei. „Wer offen ist, wird es unterstützen, wer schlechte Erfahrungen gemacht hat, wird dagegen sein“, sagte Wagner.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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