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NWZonline.de Region Friesland Politik

Syrischer Flüchtling und NWZ-Redakteur bilden Reporterteam

02.11.2017

Varel /Bonn Wie schmeckt einem Syrer Grünkohl? Wie kommt er im deutschen Straßenverkehr zurecht? Wie klingt für ihn die plattdeutsche Sprache? Sind Hunde und Katzen auch in syrischen Haushalten die heimlichen Herrchen? Eigenheiten aus Deutschland und unserer Region können auf Menschen von außerhalb merkwürdig wirken. Schließlich bestehen zwischen einem Land wie Syrien und Friesland erhebliche kulturelle Unterschiede. Wie wirkt diese völlig andere Welt auf jemanden, der auf der Flucht hier eine neue Heimat gefunden hat? Darum geht es bei dem Projekt „Newscomer“.

Das Thema Flüchtlinge ist in den deutschen Medien seit Monaten präsent. Beinahe täglich wird über sie in den Zeitungen geschrieben oder im Radio und im Fernsehen gesprochen. Selten kommen sie dabei aber selbst zu Wort. Ändern soll sich das mit dem „Newscomer“-Projekt, an dem auch die Vareler Redaktion der Nordwest-Zeitung teilnimmt.

Die Grundidee hinter dem Konzept ist, dass geflüchtete Journalisten in deutschen Lokalredaktionen zu Wort kommen, also Artikel in den jeweiligen Zeitungen veröffentlichen. Dazu bilden die Flüchtlinge gemeinsam mit einem Lokalredakteur ein sogenanntes Tandem und recherchieren gemeinsam zu selbst gewählten Themen.

Über das „Newscomer“-Projekt

An dem Projekt nehmen insgesamt acht Reportertandems teil. Die deutschen Lokalredakteure stammen von Zeitungen in ganz Deutschland, die geflüchteten Journalisten sind vor allem aus dem Nahen Osten nach Deutschland geflohen oder kommen aus Afrika.

Ins Leben gerufen wurde „Newscomer“ von dem freien Journalisten Patrick Bauer, dem jordanisch-palästinensischen Webseitenentwickler und Übersetzer Thaer Abughoush, der freien Journalistin Jessica Schober und Politikredakteurin und Multimediajournalistin Ann-Kathrin Seidel.

Die Idee hinter dem Projekt ist, dass Geflüchteten die Chance gegeben werden soll, sich selbst über ihre Ankunft und ihr Leben in Deutschland zu äußern.

In der Redaktion des „Gemeinnützigen“ besteht das Reporter-Tandem aus dem 27-jährigen Christopher Hanraets, seit April diesen Jahres Redakteur in Varel, und aus Ihab Alyazaji. Der 38-jährige Syrer flüchtete mit seiner Frau Anfang 2015 nach Deutschland, wohnte zunächst in Osnabrück und lebt jetzt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in Bockhorn. Vor der Flucht war er für eine große Agentur für Öffentlichkeitsarbeit in Dubai tätig.

In den kommenden zwölf Monaten wird Ihab Alyazaji über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Leben in Syrien und in Friesland schreiben und so die Region auch selbst besser kennenlernen.

Die Zusammenarbeit im Tandem wird für beide sicherlich zu einer Herausforderung werden – allein schon wegen der sprachlichen Barriere. Zwar hat Ihab Alyazaji bereits Deutschkurse besucht und kann sich in der Sprache gut verständigen – journalistische Texte zu verfassen stellt da aber noch einmal eine ganz andere Herausforderung dar. Ein Teil der Kommunikation im Tandem findet auf Englisch statt.

„Ich hoffe, dass ich mein Deutsch bei diesem Projekt verbessern kann und später Arbeit als Journalist oder Pressereferent in Deutschland finde“, sagt Ihab Alyazaji. „Ich brauche eine Aufgabe.“

Den Auftakt für das Projekt bildete am vergangenen langen Wochenende ein gemeinsames Seminar in Bonn, in dem Lokaljournalisten und Journalisten, die aus ihrer Heimat geflohen sind, aus ganz Deutschland zusammen kamen, um den weiteren Verlauf des Programms, rechtliche Rahmenbedingungen und mögliche Themen zu besprechen.

Artikel des syrischen Journalisten Ihab Alyazaji finden Sie in unserem Online-Spezial „Neuland“.

Christopher Hanraets
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2504

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